Stabile Entwicklung im turbulenten Zeiten Wachstum und Wandel – Endress+Hauser trotzt den Herausforderungen und investiert in Zukunft

Von Dr. Jörg Kempf 4 min Lesedauer

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Umsatzsteigerung, Personalaufbau, Investitionen auf Rekordniveau bei gleichzeitig stabilem Gewinn: nicht viele Unternehmen können dies nach einem herausfordernden Jahr 2024 vermelden. Endress+Hauser kann! Vor dem Hintergrund geopolitischer und wirtschaftlicher Unsicherheiten rückte der Spezialist für Messtechnik und Automatisierungslösungen auf der Bilanzmedienkonferenz 2025 sein robustes Wachstum und die nachhaltige Weiterentwicklung in den Fokus.

CEO Dr. Peter Selders (re.) und Verwaltungsratspräsident Matthias Altendorf sehen Endress+Hauser in einer guten Ausgangslage für die gegenwärtigen Herausforderungen und blicken mit Zuversicht nach vorn.(Bild:  www.andreasmader.ch)
CEO Dr. Peter Selders (re.) und Verwaltungsratspräsident Matthias Altendorf sehen Endress+Hauser in einer guten Ausgangslage für die gegenwärtigen Herausforderungen und blicken mit Zuversicht nach vorn.
(Bild: www.andreasmader.ch)

Es sei ein intensives Jahr 2024 für Endress+Hauser gewesen, ein Jahr mit vielen Herausforderungen, aber kein Krisenjahr. CEO Dr. Peter Selders eröffnete die diesjährige Bilanzmedienkonferenz mit einem umfassenden Überblick über das vergangene Geschäftsjahr, das von bedeutenden Veränderungen und einer strategischen Konsolidierung geprägt war. „Wir konnten am Ende nicht alle unsere Ziele erreichen – deshalb sind wir auch nicht zufrieden.“ Aber Endress+Hauser habe sich alles in allem erfolgreich behauptet, und auf das gemeinsam Erreichte dürfe man stolz sein: „Wir haben im vergangenen Jahr viele Themen bewegt und damit unser Unternehmen vorangebracht.“

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Nach drei Jahren mit starkem Wachstum ist der Umsatz der Firmengruppe zwar nur leicht, aber erneut gestiegen. Insbesondere die drei größten Märkte USA, China und Deutschland schwächelten, jeweils aus unterschiedlichen Gründen. Die guten Zahlen vieler kleinerer und mittelgroßer Vertriebsgesellschaften konnten dies jedoch ausgleichen. Die Entwicklung in den verschiedenen Regionen und strategischen Branchen war dabei uneinheitlich: Kraftwerke und Energie, gefolgt von Lebensmittel, wiesen das stärkste Wachstum aus. Auch Bergbau, Grundstoffe und Metalle, Wasser/Abwasser, Life Sciences sowie Öl und Gas haben sich positiv entwickelt. Einzig die Chemie war deutlich im Minus. Hintergrund sind die hohen Energiepreise in Europa und die Überkapazitäten in Asien.

Wachstumsträger Prozessautomatisierung

Besonders die Prozessautomatisierung gilt als Wachstumsträger. Die höchsten Wachstumsraten verzeichneten die Bereiche Druck und komplexe Analyseverfahren. Aber auch das Projekt- und Servicegeschäft trugen signifikant zum Erfolg bei. Durchfluss und Flüssigkeitsanalyse haben sich solide entwickelt, während die Umsätze in den Bereichen Füllstand und Temperatur leicht rückläufig waren. Ein wichtiger Bereich bleibt auch die Sensortechnologie, bei der die Tochterfirma Innovative Sensor Technology IST neue Märkte bedient und trotz der Herausforderungen stabiles Geschäft zeigte. In der Laborautomatisierung musste Analytik Jena dagegen erneut einen Umsatzrückgang hinnehmen.

Ein besonderes Augenmerk legte Selders auf die Produktentwicklungen. Hervorzuheben ist der TDLAS-Gasanalysator JT33, eine innovative Lösung für die kontinuierliche Echtzeitmessung von Schwefelwasserstoff in industriellen Gasströmen, beispielsweise in Erdgas-Pipelines, wo Schwefelwasserstoff die Rohrleitungen korrodieren lässt. Bei Verfahren zur CO2-Abscheidung überwacht das Gerät die Qualität des Kohlendioxids.

Ebenso bemerkenswert ist das Liquiline Edge Modul. Es ermöglicht es, feldbus- und kommunikationsunabhängig Daten und Informationen der Flüssigkeitsanalyse-Messstellen in das IIoT Ökosystem Netilion zu übermitteln, wo sie ausgelesen und ausgewertet werden können. Anwender können somit ihren Betrieb und die Gerätewartungen optimieren, während die Unabhängigkeit zur eigentlichen Prozesssteuerung bestehen bleibt. Das Besondere an dieser Konnektivitätslösung ist, dass sie auch in bestehenden Anlagen funktioniert. „Unsere Kunden bekommen so ihre installierte Basis nachträglich ins industrielle Internet der Dinge“, erklärt Selders, „die Inbetriebnahme funktioniert per Plug-and-Play in wenigen Minuten.“

Auch in diesen turbulenten Zeiten und trotz der verhaltenen Entwicklung in den Hauptmärkten setzt Endress+Hauser auf Investitionen. „Wir haben 2024 so viel in neue Gebäude und Anlagen investiert wie nie zuvor – fast 350 Millionen Euro“, bekräftigt Selders. Damit werde unmittelbar das globale Netzwerk für Produktion, Logistik und Vertrieb gestärkt, ergänzt der Unternehmenschef und stellt weitere hohe Investitionen in den Ausbau globaler Produktionskapazitäten in Aussicht. Unter anderem soll das größte Projekt der Firmengeschichte am Standort Maulburg mit 118 Millionen Euro weiter vorangetrieben werden.

Innovation bleibt Motor

Innovation bleibt der Motor für Endress+Hauser. Selders erklärt, dass über 1.300 Mitarbeiter an der Entwicklung neuer Produkte arbeiten und das Unternehmen 2024 rund 7,4 Prozent des Umsatzes in Forschung und Entwicklung investiert hat. 285 neue Patente und 81 Produkteinführungen untermauern diesen Fortschritt. Erhebliche Mittel wurden in die Entwicklung neuer Produkte und Technologien investiert, mit einem besonderen Fokus auf Nachhaltigkeit.

Matthias Altendorf, Verwaltungsratspräsident und ehemaliger CEO, betont das gelungene Management der Veränderungen im vergangenen Jahr. Der Generations- und Führungswechsel innerhalb des Unternehmens verlief reibungslos, was die Kontinuität und Stabilität der Marke Endress+Hauser gewährleistet. Altendorf lobte insbesondere die Synergien, die durch die strategische Partnerschaft mit Sick im Bereich der Gasanalyse- und Gasmesstechnik entstanden sind. „Wir decken noch mehr Anwendungsgebiete ab und positionieren uns für wichtige Zukunftsmärkte.“

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Chief Financial Officer Dr. Luc Schultheiss präsentierte die Geschäftszahlen für das Jahr 2024.(Bild:  www.andreasmader.ch)
Chief Financial Officer Dr. Luc Schultheiss präsentierte die Geschäftszahlen für das Jahr 2024.
(Bild: www.andreasmader.ch)

Die Strategie für 2025 sieht vor, weiter auf nachhaltige Prozesse und Technologien zu setzen. Besonders die Digitalisierung hat neue Wege eröffnet, Messwerte, Sensorsignale und Geräteinformationen auszuwerten und in Nutzen für die Anwender umzuwandeln. Umso wichtiger sei es, dass Kunden diesen digitalen Möglichkeiten vertrauen können. „Die Sicherheit ihrer Anlagen muss jederzeit gewährleistet sein. Auch hier spielen wir in der höchsten Liga“, betont Selders.

Event-Tipp: Smart Process Manufacturing Kongress

Der Smart Process Manufacturing Kongress 2025 (30.09.-01.10. in Würzburg) bringt zum 15. Mal die führenden Digitalisierungsköpfe der Prozessindustrie zusammen. Das diesjährige Motto „Industrie 4.0 schnell und effizient umsetzen“ könnte aktueller nicht sein, denn die Prozessindustrie muss schneller werden, wenn ihre Unternehmen im internationalen Wettbewerb mithalten wollen. Künstliche Intelligenz und Datenanalyse spielen dabei eine entscheidende Rolle.

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Die Herausforderungen der globalen Märkte verlangen jedoch, dass Endress+Hauser sich flexibel und anpassungsfähig zeigt. Die geopolitischen Spannungen, inklusive der Konfrontationen in internationalen Handelsfragen, testeten die Resilienz des Unternehmens. Doch Endress+Hauser bleibt optimistisch: „Unsere breite Abstützung auf verschiedene Regionen und Branchen sorgt für Stabilität. Unsere Technologieführerschaft und die Fähigkeit zur schnellen Anpassung machen uns zukunftssicher“, schloss Selders.

Insgesamt darf Endress+Hauser mit Zuversicht auf weiteres Wachstum in der Prozessautomatisierung und die Stärkung der Marktstellung durch Produktinnovationen blicken. Die bilanzierte Nachhaltigkeit, kombiniert mit strategischen Investitionen und gezielter Personalerweiterung, ebnet den Weg, um als Marktführer auch in unsicheren Zeiten weiterhin erfolgreich zu sein.

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