Simulation & HPC – auch für KMU
Effiziente Abwasserreinigung mit Hilfe digitaler Zwillinge

Ein Gastbeitrag von Dr. Andreas Wierse, Geschäftsführer Sicos BW GmbH und Erwin Schnell, Sales Account und Business Development AeroFEM GmbH 4 min Lesedauer

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Immer strengere Auflagen für die Abwasserbehandlung stellen Kommunen und Industrie vor große Herausforderungen. Digitale Simulation und High Performance Computing können hier helfen: Sie ermöglichen es, neue Technologien virtuell zu erproben, Prozesse zu optimieren und Investitionen gezielt einzusetzen. Der Blick auf ein europäisches Förderprojekt zeigt, wie auch kleine und mittlere Unternehmen von diesen Werkzeugen profitieren können.

In großtechnischen Reaktoren wird Ozon in das Abwasser eingebracht, das organische Mikroschadstoffe eliminiert. Um diesen Prozess zu optimieren, entwickelten die Projektpartner ein multiphysikalisches Simulationsmodell, das Strömungsdynamik, Gasverteilung und chemische Reaktionen kombiniert.(Bild:  TKConsult)
In großtechnischen Reaktoren wird Ozon in das Abwasser eingebracht, das organische Mikroschadstoffe eliminiert. Um diesen Prozess zu optimieren, entwickelten die Projektpartner ein multiphysikalisches Simulationsmodell, das Strömungsdynamik, Gasverteilung und chemische Reaktionen kombiniert.
(Bild: TKConsult)

Verordnungen wie die EU-Trinkwasserrichtlinie von 2021 zeigen: Die Auflagen zur Reinigung und Aufbereitung von Wasser und Abwasser verschärfen sich. Allein durch diese Richtlinie, die die Reduktion von Mikroschadstoffen festlegt, müssen Schätzungen zufolge in den kommenden Jahren tausende Kläranlagen nachgerüstet werden – verbunden mit einem Investitionsvolumen von bis zu 3,7 Milliarden Euro jährlich.

Solch ein Marktvolumen macht nicht nur den ökologischen, sondern auch den wirtschaftlichen Nutzen digital unterstützter Verfahren offensichtlich, die bei der Entscheidungsfindung helfen können: Simulation und High Performance Computing (HPC) erlauben es, Prozesse digital zu modellieren, Varianten durchzuspielen und fundierte Entscheidungen zu treffen. Für viele Großunternehmen ist der Einsatz entsprechender Werkzeuge deshalb längst gang und gäbe – schließlich helfen sie, Effizienz und Umweltbilanz gleichermaßen zu verbessern und dabei die Kosten zu reduzieren.