E-Fuel-Produktion in Freiberg Neuer Meilenstein für E-Fuels: Regeneratives Benzin aus CO₂ und grünem Wasserstoff

Quelle: CAC Engineering 3 min Lesedauer

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In Freiberg ist ein wichtiger Schritt für die industrielle E-Fuel-Produktion gelungen: Erstmals wurde strombasiertes E-Methanol aus der dänischen Großanlage Kassø in der Benzinsynthese verarbeitet und zu rund 23.000 Litern nahezu klimaneutralem Ottokraftstoff umgesetzt.

Prof. Martin Gräbner (TU Bergakademie Freiberg), Dr. Peter Seifert (TU Bergakademie Freiberg), Dr. Mario Kuschel (CAC Engineering), Rene Alcaraz Frederiksen (CEO Kassø E-Methanol & Solar Park), Stefan Lorenz (CAC Engineering), Thomas Hornbogen (CAC Engineering), Shingo Takahashi (Mitsui & Co. Deutschland), Henrik Clarson (European Energy), Toshikazu Yamazaki (CCO Solar Park Kassø) vor der E-Methanol-Produktionsanlage in Kassø, Dänemark (Bild:  Jacob Hartwig Larsen)
Prof. Martin Gräbner (TU Bergakademie Freiberg), Dr. Peter Seifert (TU Bergakademie Freiberg), Dr. Mario Kuschel (CAC Engineering), Rene Alcaraz Frederiksen (CEO Kassø E-Methanol & Solar Park), Stefan Lorenz (CAC Engineering), Thomas Hornbogen (CAC Engineering), Shingo Takahashi (Mitsui & Co. Deutschland), Henrik Clarson (European Energy), Toshikazu Yamazaki (CCO Solar Park Kassø) vor der E-Methanol-Produktionsanlage in Kassø, Dänemark
(Bild: Jacob Hartwig Larsen)

Vertreter der TU Bergakademie Freiberg und der CAC Engineering GmbH haben die weltweit erste großtechnische Produktionsstätte für E-Methanol im dänischen Kassø besichtigt, ein Joint Venture von der European Energy A/S und Mitsui. Die Anlage in Kassø liefert das mittels erneuerbarer Energie hergestellte Einsatzprodukt, welches erstmals durch die Benzinsyntheseanlage in Freiberg verarbeitet wurde, um regenerativen Ottokraftstoff aus biogenem CO2 und grünem Wasserstoff herzustellen.

Der Besuch in Kassø markiert einen wichtigen Meilenstein im vom Bundesministerium für Verkehr (BMV) geförderten Verbundprojekt Decartrans (Demonstrating a Circular Carbon Economy in Transport along the Value Chain). Erstmals wurde Ende vergangenen Jahres erneuerbares strombasiertes E-Methanol aus Dänemark zu rund 23.000 Litern nahezu klimaneutralem Benzin in der Freiberger Großversuchsanlage verarbeitet. Mit diesem Entwicklungsschritt können die Sachsen sowohl die Produktionsanlage prozesseffizienter betreiben und dabei zuverlässig demonstrieren, dass mit Hilfe einer Kohlenstoffkreislaufführung eine bis zu 90-%ige CO2-Einsparung gegenüber fossilem Benzin möglich ist.

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„Der erstmalige Einsatz von E-Methanol in unserer Großversuchsanlage ist ein zukunftsweisender Meilenstein in Vorbereitung einer ersten Industrieanlage. Uns gelang damit die technologische Demonstration der gesamten Prozesskette vom biogenen CO2 und grünem Wasserstoff bis zum leistungsstarken synthetischen Benzin. Neben der 90-%igen CO2-Einsparung im Vergleich zum herkömmlichen Kraftstoff ist auch die Erhöhung der Produktivität unserer Anlage dank des neuen dänischen E-Methanols hervorzuheben.“, so Martin Gräbner, Professor für Energieverfahrenstechnik an der TU Bergakademie Freiberg und verantwortlich für den Betrieb der Anlage.

„Unsere Kooperation mit Kassø zeigt, dass unser verfahrenstechnischer Methafuel-Prozess nun vollständig auf einem industriell verfügbaren, strombasierten Kohlenstoffträger basiert. Das ist eine wichtige Grundlage für German eFuel One, die erste industrielle Produktionsanlage für synthetisches Benzin, die wir derzeit in Niedersachsen planen“, so Dr. Mario Kuschel, Leiter F&E bei CAC Engineering.

E-Methanol aus erneuerbaren Energien

Das in Freiberg eingesetzte E-Methanol aus Kassø wird aus biogenem CO2 und mit regenerativem Strom produzierten grünen Wasserstoff hergestellt. Die 2025 in Betrieb genommene Anlage in Kassø ist auf industrielle Produktion ausgelegt und beliefert verschiedene Abnehmer aus Industrie und Mobilität. Der Einsatz in Freiberg zeigt, dass E-Methanol aus großtechnischen Anlagen direkt für eine nachgelagerte E-Fuel-Produktion genutzt werden kann.

Zusammenarbeit von Wissenschaft und Industrie in Sachsen

Das mit 12,78 Millionen Euro geförderte Teilprojekt der TU Bergakademie Freiberg wird in enger Zusammenarbeit mit dem Technologiegeber CAC Engineering realisiert. Im Rahmen des Verbundforschungsprojektes Decartrans soll die Dauerbetriebsfähigkeit der Technologie zur Herstellung von synthetischem Benzin (auch als E-Fuel oder „grünes“ Benzin bezeichnet) nachgewiesen werden.

In der mittlerweile sechsten Decartrans-Versuchskampagne von November bis Dezember 2025 kam nun erstmals E-Methanol zum Einsatz. Zusammen mit dem seit 2023 aus Biomethanol erzeugten regenerativen Benzin, konnten bereits 253.700 Liter nachhaltiger Ottokraftstoff an die Decartrans-Projektpartner ausgeliefert werden.

Die erzeugten Kraftstoffe werden unter anderem für Kraftstoffuntersuchungen, Motor- und Fahrzeugtests sowie im Motorsport und bei ausgewählten Demonstrations- und PR-Formaten eingesetzt.

Ziel des Projekts ist es, bis Ende 2026 entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu demonstrieren, dass durch eine geschlossene Kohlenstoffkreislaufführung CO2-Einsparungen von bis zu 90 % möglich sind. Im Mittelpunkt steht der Betrieb unter realen Bedingungen. Die Nutzung von E-Methanol erweitert den bisherigen Projektansatz und erhöht die Aussagekraft der Demonstration, da nun ein vollständig strombasierter Einsatzstoff verwendet wird.

Im zweiten Quartal 2026 soll eine weitere Versuchskampagne mit E-Methanol folgen, mit der dann den Projektpartnern nochmals größere Benzinmengen für Kraftstoffuntersuchungen sowie umfangreiche Kfz-Tests zur Verfügung gestellt werden.

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