Arzneimittelfälschungen Drucktechnik vereinfacht den Schutz vor Arzneimittelfälschungen

Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Tobias Hüser

Wer gefälschte Medikamente verhindern will, braucht intelligente Lösungen, die die ganze Lieferkette einbeziehen und eine Drucktechnik, die eine Rückverfolgung der Arzneimittel ermöglicht. Der variable Datendruck, bei dem standardisierte mit individualisierten Elementen gekoppelt werden, ist so eine Technik.

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„Die anderen Branchen werden dem Beispiel der Pharmaindustrie beim Kampf gegen die Produktfälschungen folgen“, Manfred Minich, Chief Executive Officer (CEO) bei Atlantic Zeiser
„Die anderen Branchen werden dem Beispiel der Pharmaindustrie beim Kampf gegen die Produktfälschungen folgen“, Manfred Minich, Chief Executive Officer (CEO) bei Atlantic Zeiser
(Bild: Atlantic Zeiser)

Der Kostendruck und Lösungen, die Schutz vor Fälschungen garantieren, treiben momentan den pharmazeutischen Verpackungsmarkt. Vor allem der Fälschungsschutz kann durch Einsatz des neuen variablen Datendrucks verbessert werden, denn die Technik ermöglicht es, z.B. individuelle Seriennummern bedarfsgerecht auf Verpackungen und Etiketten zu drucken.

Die Technik funktioniert ähnlich wie der Seriendruck, bei dem standardisierte, mit frei gestaltbaren Elementen kombiniert sind. Im Digitaldruck ist es dadurch möglich, den gestiegenen Bedarf an der Just-in-time-Produktion kosteneffizient zu bedienen, die Applikation von Seriennummern und die Late-Stage-Anpassung zum spätest möglichen Zeitpunkt im Produktionsprozess vorzunehmen und vorgefertigte Produkte innerhalb des Druckprozesses zu überdrucken.

Die Nachfrage nach Sicherheit garantierenden Produktionsmethoden und der eindeutigen Verantwortlichkeit wird sich nach Ansicht des Kennzeichungsspezialisten Atlantic Zeiser innerhalb der gesamten Lieferkette weiter erhöhen. Hier kommen bereits die Vorteile von Komplettlösungen zum Tragen, wie etwa Programme zum Generieren von Zeichenfolgen und QR-Codes bis zu Drucksystemen für 2D-Datamatrix-Barcodes.

Anschließend können die Produktangaben am Ende des Verpackungsprozesses mithilfe von angeschlossenen Produktrückverfolgungsmodulen ergänzt werden. Ein Blick auf den Pharma-Markt zeigt, dass solche Lösungen immer wichtiger werden: Laut WHO-Schätzungen sind weltweit gefälschte Medikamente im Wert von 94 Milliarden Euro im Umlauf und der Handel mit diesen wächst pro Jahr um 13 %. Die neue EU-Fälschungsrichtlinie könnte dieser Fehlentwicklung einen Riegel vorschieben, wenn sie denn Gesetz geworden ist.

Doch die Verpackungsindustrie sucht schon jetzt nach Wegen, diese Herausforderungen zu bewältigen. Genau hier spielen Komplettlösungen zur Produktrückverfolgung eine wesentliche Rolle, da erkennbar sein muss, ob der betreffende Artikel echt oder eine Fälschung ist. Das betrifft gleichwohl Pharma-Unternehmen wie auch die Kosmetik- und Parfümbranche sowie andere Luxusgüter.

Fälschungssicherheit ist gefragt

Manfred Minich, seit Mai 2012 Chief Executive Officer (CEO) bei Atlantic Zeiser, ist davon überzeugt, dass die anderen Branchen dem Beispiel der Pharmaindustrie folgen werden und zwar aus mehreren Gründen: „Durch die eigenen anspruchsvollen Markenvertriebskanäle und Lieferketten zur Versorgung der Märkte stehen die Markenartikler unter einem enormen Druck, durchgängig die Echtheit ihrer Artikel nachweisen zu können. Dies erfordert eine belastbare Rückverfolgbarkeit von Produkten wie Parfüms und anderen hochwertigen Waren. Hinzukommt, dass manche Kunden ein Produkt über dessen gesamte Lebensdauer anhand einer eindeutigen Kennnummer verfolgen müssen, um alle Anforderungen zu erfüllen.“

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