Fraktionierte Depolymerisation Diesel aus Altöl im Drei-Schicht-Betrieb

Redakteur: Marion Henig

Clyvia Technology gewinnt in einer Pilotanlage Diesel und Heizöl aus Abfallstoffen olefiner Herkunft. Um Kontinuität, Durchsatzleistung und Wartungsintensität festzustellen, wurde die Anlage nun auf Dauerbetrieb umgestellt.

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Wegberg – Clyvia Technology fährt ihre Produktionsanlage zur Herstellung von Heizöl und Diesel aus Abfallstoffen im nordrhein-westfälischen Wegberg-Wildenrath ab sofort rund um die Uhr im Drei-Schicht-Betrieb. „Ziel des Anfang Oktober angelaufenen Dauerbetriebes ist es, die Kontinuität der Anlage, ihre Durchsatzleistung und die Wartungsintensität festzustellen“, so Dr. Manfred Sappok, Technischer Leiter bei Clyvia Technology. „Auf diese Weise möchten wir potenziellen Kunden gegenüber den Nachweis erbringen, dass unsere Anlagen auch über einen längeren Zeitraum reibungslos zu betreiben sind.“

Clyvia fährt die Anlage laut Unternehmensaussage derzeit an sieben Tagen in der Woche mit Altöl als Einsatzstoff. Ende November soll dann auf Kunststoffe umgestellt werden. Dabei handelt es sich um Folien aus der Landwirtschaft sowie um Polyethylen (PE) und Polypropylen (PP) mit einem Verschmutzungsgrad von maximal fünf Prozent. Für diese Fahrweise ist ein mehrmonatiger Betrieb geplant. Ab März 2009, so die weitere Planung, werden entweder erneut Altölkontingente gefahren oder größere Chargen von Kunden – jeweils 20 bis 100 Tonnen Ausgangsstoffe – getestet.

Das von Clyvia entwickelte Herstellungsverfahren basiert auf der fraktionierten Depolymerisation, einem Prozess, der dem Cracken von Rohöl ähnelt. Bei einer Prozesstemperatur von 400 Grad Celsius – deutlich weniger als bei herkömmlichen Spaltverfahren wie der Pyrolyse – werden lange Kohlenwasserstoffketten gespalten, die anschließend verdampfen und sich in einer Destillationskolonne als Dieselöl niederschlagen. Erst vor kurzem hat Clyvia die Anlage mit einem neuen Vorwärmer sowie mit einem stärkeren Abgasgebläse ausgestattet. Beide Maßnahmen sollten dazu beitragen, den Produktionsprozess zu stabilisieren.

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