Pestizidzulassungen Deutsche Umwelthilfe warnt vor „Durchregieren der Chemiekonzerne“

Quelle: Deutsche Umwelthilfe e.V. 2 min Lesedauer

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Die Deutsche Umwelthilfe warnt vor einer Schwächung des Umweltbundesamtes im Rahmen des geplanten Pestizidzulassungsverfahrens. Die DUH kritisiert dies als Rückbau von Umweltstandards – und verweist auf bereits heute hohe Wirkstoffzahlen und bestehende Defizite in der ökologischen Risikobewertung.

Die Deutsche Umwelthilfe warnt vor einer Schwächung des Umweltbundesamts im Zulassungsverfahren für Pestizide.(Bild:  frei lizenziert /  Pixabay)
Die Deutsche Umwelthilfe warnt vor einer Schwächung des Umweltbundesamts im Zulassungsverfahren für Pestizide.
(Bild: frei lizenziert / Pixabay)

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat sich kritisch zu aktuellen Überlegungen zur Reform des Pestizidzulassungsverfahrens geäußert. Hintergrund ist ein Vorschlag, der vorsieht, dem Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) künftig die alleinige Entscheidungsbefugnis bei der Zulassung von Pflanzenschutzmitteln zu übertragen.

Bislang erfolgt die Zulassung im Einvernehmen zwischen dem BVL und dem Umweltbundesamt (UBA). Künftig soll das UBA laut Vorschlag nur noch ein Anhörungsrecht erhalten. Ziel der angestrebten Änderung sei es, das Verfahren effizienter zu gestalten.

Der Vorstoß wurde unter anderem vom Industrieverband Agrar unterstützt. Die Deutsche Umwelthilfe warnt hingegen vor einem möglichen Rückbau von Umweltstandards.

Dazu Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der DUH: „Das Umweltbundesamt ist derzeit die einzige Institution im deutschen Zulassungsverfahren für Pestizide, die auf die Risiken für unsere Umwelt achtet sowie verhindern kann, dass nachweislich problematische Pestizide verkauft und angewandt werden dürfen. Dieses Vetorecht muss erhalten bleiben - alles andere wäre ein gefährliches Spiel mit dem Schutz unserer Lebensgrundlagen.“

Die DUH betonte außerdem, dass entgegen den Behauptungen des Bauernverbands und der Chemieindustrie die Zahl der in Deutschland zugelassenen Pestizidwirkstoffe keineswegs geringer sei als im Ausland. Das hätten Recherchen der Tageszeitung taz gezeigt. Mit 281 Wirkstoffen liegt Deutschland laut EU-Kommission über dem Niveau vieler Nachbarländer – in den Niederlanden sind es 266, in Österreich 248 und in Polen 277 Wirkstoffe. Zusätzlich wurden im Jahr 2024 in Deutschland 64 sogenannte Notfallzulassungen erteilt, häufig für Wirkstoffe, die auf EU-Ebene bereits nicht mehr genehmigt sind. Damit steht Landwirtinnen und Landwirten eine breite Palette an Pflanzenschutzmitteln zur Verfügung.

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) betont in diesem Zusammenhang, dass die ökologische Risikobewertung im derzeitigen Zulassungsverfahren keineswegs zu streng sei. Vielmehr gebe es aus Sicht der Umweltorganisation deutliche Defizite, etwa bei der Berücksichtigung kumulativer Wirkungen, langfristiger Umweltrisiken oder der Auswirkungen auf Biodiversität und Bodenökosysteme. Vor diesem Hintergrund warnt die DUH vor einer weiteren Schwächung der Umweltprüfung im Zulassungsprozess.

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