Strom Dampfexpansionsmotor mit ORC-Technologie kombiniert erhöht die Stromausbeute

Redakteur: Sonja Beyer

Ein Viertel der deutschen Energiegewinnung geht nach Schätzungen allein durch Abwärme verloren. Ohne technische Verfahren zur Nutzung liegt hier eine Energieressource brach. Wie sie sich nutzen lässt, lesen Sie hier.

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Die Kombination von ORC-Prozessen mit einem Dampfexpansionsmotor erlauben eine variable Abstimmung auf unterschiedliche Temperatur- und Druckniveaus. (Bild: DeVeTec)
Die Kombination von ORC-Prozessen mit einem Dampfexpansionsmotor erlauben eine variable Abstimmung auf unterschiedliche Temperatur- und Druckniveaus. (Bild: DeVeTec)

Karlsruhe – Ein saarländisches Technologieunternehmen hat einen Dampfexpansionsmotor mit ORC-Technologie kombiniert, um Abwärme in Strom zu verwandeln, was im BINE-Projektinfo „Abwärme zu Strom veredeln“ samt ersten Ergebnissen aus einem Feldtest vorgestellt wird. ORC-Prozesse funktionieren wie ein konventionelles Dampfkraftwerk mit dem Unterschied, dass ein organisches Arbeitsmittel eingesetzt wird, das bei niedrigeren Temperaturen als Wasser verdampft. Mit diesem Prozess lassen sich auch Wärmevorkommen mit einer Temperatur zwischen 200 und 500 °C zur Stromproduktion nutzen. Bisher wurde der ORC-Prozess meist in Kombination mit Turbinen eingesetzt, die allerdings im Teillastbetrieb Wirkungsgradverluste zeigen. Ein flexibleres Einsatzprofil bietet die Kombination mit einem Dampfexpansionsmotor. Hier ist eine variable Abstimmung auf unterschiedliche Temperatur- und Druckniveaus möglich. Aus dem gleichen Wärmeangebot kann ein ORC-Prozess mit dem Dampfexpansionsmotor deutlich mehr Strom erzeugen als in Kombination mit Turbinen. Dabei kann im Anschluss an die Stromerzeugung die dann noch vorhandene Abwärme für Heizzwecke weiter verwendet werden. Das neue System wird derzeit in unterschiedlichen Branchen im Rahmen eines Feldtests erprobt und soll im Jahr 2013 marktreif sein. Etwa 500 Industriebetriebe in Deutschland, vor allem aus der Metallverarbeitung, Glasproduktion, Chemie- und Papierindustrie, sowie etwa 1000 größere Blockheizkraftwerke kämen als Einsatzorte in Frage.

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