CO2-Abscheidung CO2-Abscheidetechnik in Pilotprojekt erfolgreich

Redakteur: Sonja Beyer

Nur sechs Prozent Einbuße beim Kraftwerks-Wirkungsgrad ist das Ergebnis eines Pilotprojekts, in dem Siemens und E.on Die CO2-Abtrennung aus dem Rauchgas eines Kohlekraftwerks testeten.

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Blick in das Innere der Pilotanlage für CO2-Abscheidung im Kraftwerk Staudinger in Großkrotzenburg bei Hanau (Bild: Siemens)
Blick in das Innere der Pilotanlage für CO2-Abscheidung im Kraftwerk Staudinger in Großkrotzenburg bei Hanau (Bild: Siemens)

Großkrotzenburg – Mehr als 90 Prozent des Kohlendioxids (CO2) sollen aus einem Rauchgasteilstrom des Kohlekraftwerks Staudinger bei Hanau abgetrennt worden sein. Mit den Ergebnissen aus der seit 2009 laufenden Pilotanlage lassen sich heute CO2-Abscheideanlagen für die ersten Demonstrationsprojekte auslegen und die Investitions- und Betriebskosten berechnen. Der Versuch zeigte auch, dass das Rauchgaswaschverfahren den Kraftwerkswirkungsgrad deutlich weniger als erwartet senkt und dass mit dem Einsatz der Postcap-Technologie von Siemens praktisch keine Waschmittelemissionen auftreten.

Das Siemens-Post-Combustion-Verfahren scheidet CO2aus dem Rauchgas ab und verwendet dabei das gelöste Salz einer Aminosäure als Waschmittel, um das Gas abzutrennen. Da die verwendete wässrige Aminosäuresalzlösung kaum flüchtig ist, treten laut Unternehmensangaben praktisch keine Waschmittelemissionen auf. Im Gegensatz zu bisherigen Verfahren muss das Rauchgas nicht aufwändig nachgereinigt werden. Außer dem CO2 entfernt das Waschmittel weitere im Rauchgas enthaltene Schadstoffe und kann immer wiederverwendet werden. Das Postcap genannte Verfahren soll nicht nur sehr umweltfreundlich, sondern auch energieeffizient sein: Die Experten von Siemens Energy verbesserten den Prozess, sodass der Wirkungsgrad des Kraftwerkes nur um etwa sechs Prozentpunkte sinkt – deutlich weniger als erwartet. Denn bisherige Schätzungen lagen bei einem Verlust von etwa zehn Prozent.

Das Verfahren eignet sich für neue fossile Kraftwerke und die Nachrüstung bestehender Kraftwerke. 2012 soll auch ein Kohlekraftwerk in USA damit ausgerüstet werden. Ziel des Versuchs ist, rund 25 Tonnen Rauchgas pro Stunde zu reinigen. Das Projekt wird durch das US-Energieministerium mit 15 Millionen Dollar gefördert.

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