Klimaschutz und Energiepolitik Umweltorganisation warnt vor Chinas Kohlechemie-Projekten

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

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China nutzt Kohle nicht nur zur Stromerzeugung: Aus dem Rohstoff lassen sich auch Chemikalien gewinnen. Doch Umweltschützer sehen darin eine Gefahr.

Kohle statt Öl und Gas: China nutzt seine riesigen Reserven, um chemische Produkte zu gewinnen. Doch der Preis dafür ist hoch – für Klima, Wasser und Luft.(Bild:  frei lizenziert /  Pixabay)
Kohle statt Öl und Gas: China nutzt seine riesigen Reserven, um chemische Produkte zu gewinnen. Doch der Preis dafür ist hoch – für Klima, Wasser und Luft.
(Bild: frei lizenziert / Pixabay)

Die Umweltorganisation Urgewald ist angesichts eines wachsenden Ausbaus im besonders klimaschädlichen Kohlechemie-Sektor Chinas und anderer Staaten beunruhigt. Eine gemeinsam mit anderen Organisationen geführte öffentliche Datenbank zur Kohleindustrie, die Global Coal Exit List, zeige 47 neue Kohlechemieprojekte weltweit, teilte die Organisation in Berlin mit. China hat demnach mit 21 angekündigten oder in der Entwicklung befindlichen Projekten die meisten Kohlechemie-Vorhaben.

In der Kohlechemieindustrie wird Kohle zum Beispiel in Chemikalien oder Gas umgewandelt. Daraus kann in weiteren Verarbeitungsschritten zum Beispiel Plastik entstehen, das in vielen Gegenständen des täglichen Lebens enthalten ist. Dies sei die denkbar schmutzigste Art, Kohle zu verwerten, sagte Urgewald-Geschäftsführerin Heffa Schücking. «Hierbei werden deutlich mehr Treibhausgase freigesetzt als bei der Verbrennung von Kohle in einem Kraftwerk», erklärte sie.

Zudem gelten die Verfahren als umweltschädlich, weil sie viel Wasser verbrauchen und der Luftqualität schaden.

Warum die Anlagen für China wichtig sind

Neben China planen laut Urgewald noch Indien (14), Indonesien (6), Kasachstan (3), Botsuana (2) und Pakistan (1) Vorhaben in im Bereich Kohlechemie. Für China sind Kohlechemie-Anlagen interessant, weil die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt damit aus ihren enormen Kohlereserven Stoffe gewinnen kann, für die sonst fossiles Öl oder Gas benötigt würden – also Rohstoffe, bei denen China auf Importe angewiesen ist. Peking kann so in Zeiten globaler Konflikte und Unsicherheiten durch Handelsstreitigkeiten seine Energiesicherheit verbessern.

Organisation sieht Chinas Klimapläne in Gefahr

Mit Blick auf den Kampf gegen den Klimawandel, für den China als größter Treibhausgasemittent wichtig ist, könnte die Kohlechemieindustrie zum Problem werden. Laut Urgewald gefährdet der Ausbau solcher Projekte die kürzlich angekündigten Klimapläne der Regierung. Staats- und Parteichef Xi Jinping hatte während eines Klimagipfels der Vereinten Nationen in New York erklärt, sein Land werde bis 2035 den Ausstoß von Treibhausgasen gemessen an den Höchstwerten um sieben bis zehn Prozent senken.

Die Weltgemeinschaft hatte sich schon vor einigen Jahren während der Klimakonferenz in Glasgow auf den Ausstieg aus Kohle zugunsten des Klimas geeinigt – und es seitdem mehrfach bekräftigt. Dabei sitzt auch China mit am Tisch.

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