Chemisches Recycling Aus Plastikmüll wird Rohstoff: Chemisches Recycling geht auch ohne Extrem-Chemie

Quelle: Pressemitteilung Carboliq 3 min Lesedauer

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Chemisches Recycling - also das Gewinnen von synthetischem Rohstoffen aus Polymer-Abfällen – wird immer mehr eine Alternative zu Schreddern, Einschmelzen und Verbrennung. Die typischen Pyrolyse-Prozesse setzen häufig auf hohe Temperaturen, Drücke oder beides. Dabei ginge es auch anders...

Je nach Qualität des Infeed erzielt das carboliq-Verfahren eine hohe Ölausbeute von bis zu 75 Prozent. Das gewonnene Öl ist ein vollwertiger Ersatz für fossile Rohstoffe, aus dem Kunststoffe in Neuwarequalität hergestellt werden können.(Bild:  Carboliq)
Je nach Qualität des Infeed erzielt das carboliq-Verfahren eine hohe Ölausbeute von bis zu 75 Prozent. Das gewonnene Öl ist ein vollwertiger Ersatz für fossile Rohstoffe, aus dem Kunststoffe in Neuwarequalität hergestellt werden können.
(Bild: Carboliq)

Chemisches Recycling gilt als eine zukunftsfähige Lösung für das Schließen von Stoffkreisläufen: Es ermöglicht die Herstellung von Rezyklaten in Neuwarequalität und eröffnet die Chance zur stofflichen Nutzung nicht recyclingfähiger gemischter oder verunreinigter Kunststoffe. Aber erfüllt das chemische Recycling diese Erwartungen? Kann es die Lücke in der Kreislaufführung von Kunststoffen wirklich schließen? Welche Materialausbeute bietet das Verfahren? In welcher Qualität stehen die neu gewonnenen Ressourcen zur Verfügung?

Verpackungshersteller Südpack jedenfalls scheint überzeugt: Das Unternehmen ist Projektpartner und Mehrheits-Anteilseigner von Carboliq, einer jungen Firma, die sich auf chemisches Recycling spezialistert hat. Das besondere: Das Unternehmen aus Remscheid nutzt anstelle der üblichen Pyrolyse ein einstufiges Verfahren, welches bei vergleichsweise milden Bedingungen abläuft. Während andere thermochemische Konversionsverfahren auf hohe polyolefinische Anteile (PE, PP, PS) in den Einsatzstoffen angewiesen sind, verarbeitet Carboliq damit auch solche mit signifikanten PA- und PET-Anteilen sowie gemischte und kontaminierte Kunststoffe, die bisher einer thermischen Verwertung zu-geführt werden müssen.

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Chemisches Recycling geht auch ohne Pyrolyse

Durch die kombinierte Anwendung thermischer, katalytischer und mechanochemischer Mechanismen werden die Polymere unter moderaten Prozessbedingungen aufgespalten. Das Verfahren läuft unter Atmosphärendruck und Temperaturen von unter 400 °C ab. Bei Einsatz von 100 Prozent Ökostrom kann man sogar von einem Net Zero Prozess sprechen. Die bei der Verarbeitung entstehenden geringen Mengen an Gasen und festen Prozessrückständen werden entweder weiteren Verwertungsstufen zugeführt oder sachgerecht entsorgt.

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Je nach Qualität des Infeed erzielt das Carboliq-Verfahren eine hohe Ölausbeute von bis zu 75 Prozent. Das gewonnene Öl ist ein vollwertiger Ersatz für fossile Rohstoffe. Aus ihm können Kunststoffe in Neuwarequalität hergestellt werden. „Das alles können wir belegen und weisen so in der immer noch weitgehend emotional geführten Debatte mit Daten und Fakten den Weg“, so Carboliq-Gründer Christian Haupts.

Für die Erprobung in der Praxis betreiben die Recycling-Pioniere eine Pilotanlage im vollkontinuierlichen Betrieb und mit einem TRL8 Reifegrad, wie Haupts betont.

Visionäre und Realisten unter sich

Als „Visionär wie auch als Realist“ hegt der Carboliq-Frontmann daher auch die Erwartung, dass weitere Investoren auf carboliq aufmerksam werden. „Nur mit dem Bau weiterer, industrieller Anlagen können wir die gesetzten Recyclingquoten und Klimaschutzziele erreichen – und damit den Wandel von einer linearen zu einer zirkulären Wertschöpfungskette in der Kunststoffindustrie ermöglichen.“

Mit Südpack wurden so bereits Mehrschichtfolien und kontaminiertes Material, das dem mechanischen Recycling nicht zugeführt werden konnte, verölt und die so gewonnene Ressource zur Herstellung hochwertiger Kunststoffe in Neuwarequalität eingesetzt. Aber auch in anderen Industrien, deren Produkte am End-of-Life aus gemischten bzw. nicht recycelbaren Kunststoffen bestehen, bietet die Verfahrenstechnik eine Möglichkeit, den Stoffkreislauf zu schließen, den Verbrauch fossiler Rohstoffe zu senken und damit maßgeblich zum Klimaschutz beizutragen.

Chemisches Recycling kann, was der Gelbe Sack nicht kann

Geschäftführer Dirk Hardow hat hierbei vorrangig die Automobilindustrie im Sinn, „in der der Einsatz von Granulaten aus dem mechanischen Recycling aus Sicherheitsgründen oft nicht möglich ist, da sich die Eigenschaften der Kunststoffe – beispielsweise in Bezug auf ihre Festigkeit – verändern“. Denkbar sind auch angepasste Carboliq-Lösungen für das Recycling von Alt-Textilien, denn diese bestehen oft aus Fasern mit hohen Anteilen von Polyamid und/oder Polyester.

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