Newsticker April: Aktuelles aus der Prozessindustrie Chemiewerk Leuna mit Hunderten Jobs gerettet – nicht für alle geht es weiter

Quelle: dpa 1 min Lesedauer

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Im ständig aktuellen Newsticker fasst die PROCESS-Redaktion das Geschehen in der Branche kompakt zusammen. Ob Chemie-, Pharma-, oder Lebensmittelindustrie, alle verfahrenstechnischen Themen werden – ebenso wie politische und wirtschaftliche Nachrichten zur Prozessindustrie – zusammengefasst.

(Bild:  gemeinfrei /  Pixabay)
(Bild: gemeinfrei / Pixabay)

01.04.2026

Leuna/Premnitz (dpa) *11:05 Uhr – Chemiewerk Leuna mit Hunderten Jobs gerettet

Die drohende Stilllegung des Chemiewerks in Leuna (Sachsen-Anhalt) ist abgewendet. Das Werk Domo Caproleuna wurde an eine neu gegründete Auffanggesellschaft übertragen, wie Insolvenzverwalter Lucas Flöther mitteilte.

Domo in Leuna ist einer von drei deutschen Standorten des belgischen Chemieunternehmens Domo Chemicals. Dort wird vor allem Kunststoff hergestellt, der unter anderem in der Autoindustrie sowie in der Elektro- und Elektronikbranche weiterverarbeitet wird. Die neue Erwerbergesellschaft übernimmt den Angaben zufolge den Standort und die Immobilie in Leuna sowie 436 der zuletzt rund 500 Beschäftigten.

Gute Nachrichten aus der deutschen Chemieindustrie sind selten. Die Branche steckt seit Jahren in der Flaute: Ihr machen teure Energie, US-Zölle, die schwache Konjunktur und Überkapazitäten am Weltmarkt zu schaffen. Der Iran-Krieg hat die Lage verschärft, denn die energieintensive Chemie ist vom Anstieg der Öl- und Gaspreise besonders betroffen.

Konzerne wie BASF haben bereits Sparmaßnahmen samt Stellenabbau verkündet und teils Anlagen stillgelegt. Das belastet auch das sogenannte Chemiedreieck in Sachsen-Anhalt, in dem sich eine Zulieferindustrie etabliert hat.

«Das war eine Rettung in letzter Minute in einem in jeder Hinsicht ungewöhnlichen Verfahren», sagte Insolvenzverwalter Flöther, der den Geschäftsbetrieb seit Ende Dezember fortführt. Weil im Unternehmen kein Geld für die Finanzierung des laufenden Betriebs vorhanden gewesen sei, hätte das Chemiewerk unter normalen Umständen im Januar stillgelegt werden müssen.

Allerdings sei dies nicht möglich gewesen – bei winterlichen Temperaturen ließen sich die Anlagen nicht ohne Umweltgefahren sicher herunterfahren. Das Land Sachsen-Anhalt finanzierte aus Gründen der Gefahrenabwehr einen Notbetrieb.

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