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Kritisch sehen die Wissenschaftler die Frage der gesellschaftlichen Akzeptanz. Fehlendes Wissen, spontane Einstellungen und falsche Vorstellungen erschweren nicht nur eine rationale Sicht der Menschen, sondern für die Forscher auch eine zuverlässige Abschätzung der Akzeptanz. Der fehlende Konsens in Deutschland spiegelt sich im nationalen CCS-Gesetz von 2012 wider, das die Entscheidung über eine wirtschaftliche Nutzung von CCS in eine unbestimmte Zukunft verschiebt. Doch gerade Akzeptanz und Kostenfrage sind neben den Umweltfolgen nach Meinung der Forscher die wichtigsten Faktoren, um sich für oder gegen die Technologie zu entscheiden.
Fördermittel für CCS noch nicht vergeben
International betrachtet hat sich die anfängliche Euphorie mancherorts in vorsichtige Zurückhaltung verwandelt. Das liegt vermutlich weniger an der öffentlichen Skepsis, sondern unter anderem an den wirtschaftlichen Risiken. Die EU hat beispielsweise für CCS vorgesehene Fördermittel noch nicht vergeben und zugleich beklagt, dass Investitionen von Wirtschaft und Mitgliedsstaaten hinter den Erwartungen zurückblieben.
Kuckshinrichs und seine Kollegen vermuten, dass sich eine ablehnende Haltung Deutschlands auch auf andere EU-Staaten auswirkt. Sie halten es aber für möglich, dass es in Deutschland zu einer Neubewertung kommt – falls die Klimaschutzziele mit den im Augenblick favorisierten Optionen im Rahmen der Energiewende nicht erreicht werden.
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