Cystein-Herstellung Bundesverband der Deutschen Industrie zeichnet Wacker Chemie für Verfahren zur Cystein-Herstellung aus
Wacker Chemie hat den Umweltpreis des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI) in der Kategorie Umweltfreundliche Technologie erhalten. Der Münchner Konzern wurde für sein Verfahren zur Herstellung von Cystein aus Mikroorganismen ausgezeichnet.
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München – Das patentierte WACKER-Verfahren zur Herstellung von Cystein verwendet laut Unternehmensangaben ausschließlich nachwachsende pflanzliche Rohstoffe und verzichtet komplett auf organische Lösungsmittel. Gegenüber der traditionellen Herstellung sollen sich 96 Prozent Salzsäure einsparen lassen.
Herstellungsverfahren für Cystein
Wacker hat ein fermentatives Herstellungsverfahren entwickelt, das Cystein mithilfe des Bakterienstamms Escherichia coli aus pflanzlichen Rohstoffen gewinnt. 90 Prozent des Bakteriencysteins gehen laut Unternehmen ins Endprodukt, beim klassischen Verfahren können nur 60 Prozent gewonnen werden. Pro Kilogramm Cystein wird nur ein Kilogramm Salzsäure benötigt, während bei der traditionellen Gewinnung aus tierischen oder menschlichen Materialien wie Haaren 27 Kilogramm Salzsäure nötig sind.
Das Unternehmen hat das Regulationsprotein, das die Cysteinproduktion in E. coli-Bakterien drosselt, molekularbiologisch abgeschaltet. Durch die technische Optimierung stellen die Bakterien mehr Cystein her, als sie für den eigenen Stoffwechsel benötigen. Das überschüssige Cystein scheiden sie über die Zellmembran in das Nährmedium ab, woraus es isoliert werden kann.
Wegen der Anwesenheit von Sauerstoff im Fermentationsprozess oxidiert das bakteriell erzeugte Cystein zu wenig löslichem Cystin. Die entstehenden Cystinkristalle werden zunächst abgetrennt und gereinigt und anschließend mithilfe von geringen Mengen Salzsäure elektrolytisch zu Cystein reduziert.
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