Biotechnologie im Kuhmagen So wird die Kuh zum Klimaretter

Quelle: Pressemitteilung Universität des Saarlandes 1 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Forscher wollen den Magen von Rindern in eine CO2-Senke umwandeln. Möglich werden könnte dies mit einem Bakterium, welches so modifiziert werden soll, dass es Kohlendioxid im Kuhmagen in Grundstoffe für die Chemieindustrie umwandelt. Das zugehörige Projekt läuft seit Januar 2024.

Können Kühe das Klima retten? Zumindest laufen Forschungen, im Magen der Kühe CO2 mithilfe von Bakterien umzusetzen. (Symbolbild)(Bild:  frei lizenziert, Gabriel Porras / Unsplash)
Können Kühe das Klima retten? Zumindest laufen Forschungen, im Magen der Kühe CO2 mithilfe von Bakterien umzusetzen. (Symbolbild)
(Bild: frei lizenziert, Gabriel Porras / Unsplash)

Die Aufzucht von Rindern und der Verzehr von Rindfleisch gelten als Klimasünden par excellence. Und dennoch könnten die Wiederkäuer einen Anteil daran haben, dass Wissenschaftler mit ihrer Hilfe klima- und umweltschonende Technologien entwickeln.

Entscheidend für die Kuh-Klimawende ist streng genommen nicht das Nutztier selbst, sondern Basfia succiniciproducens: Dieses Bakterium ist an der Verdauung in den Rindermägen beteiligt und steht aktuell im Fokus von Wissenschaftler um Christoph Wittmann, Professor für Systembiotechnologie an der Universität des Saarlandes. Gemeinsam mit Kollegen der Universitäten Marburg und Kaiserslautern sowie mit dem Chemiekonzern BASF als Koordinator erforschen sie seit Januar 2024, wie sie Basfia succiniciproducens biotechnologisch modifizieren und nutzen können.

Ersatz für erdölbasierte Chemieprodukte

Das Ziel der Forscher ist es, den Bakterien beizubringen Fumarat zu produzieren. Dieses Zwischenprodukt des Stoffwechsels ist ein vielversprechender Ausgangsstoff für eine Fülle bioabbaubarer chemische Endprodukte, die heutige Chemieprodukte auf Erdölbasis in großem Maßstab ersetzen könnten. Als Plattformchemikalie ist das biotechnologisch hergestellte Fumarat eine Vorstufe für Produkte im Homecare-Bereich sowie ein Baustein für bestimmte Pharmazeutika oder Polymere. „Der Clou dabei ist, dass Basfia succiniciproducens unter anaeroben Bedingungen CO2 zur Energiegewinnung heranziehen kann“, erklärt Wittmann. Das Bakterium aus dem Rindermagen könnte also sowohl klimaschädliche Erdölprodukte ersetzen als auch CO2 verbrauchen und somit die Belastung der Erdatmosphäre mit dem Klimagas direkt reduzieren.

Bis es so weit ist, werden allerdings noch einige Jahre der Forschung vergehen müssen. Das Projekt zeige den Wissenschaftlern zufolge aber schon zu Beginn seiner Laufzeit, mit welch ungewöhnlichen Ideen man aktuellen Problemen zu Leibe rücken und manchmal, wie hier, gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen kann.

(ID:50010492)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung