Mitarbeiterorientierung

Betriebliches Gesundheitsmanagement wird zunehmend wichtiger

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Präventiv-Maßnahmen müssen wirklich im Alltag verankert werden

Die große Herausforderung bestehe darin, so Svenja Haubold, die Bedeutung der Präventiv-Maßnahmen auch wirklich im Alltag zu verankern. Führungskräfte sollen dabei als Vorbild vorangehen und die Mitarbeiter aktiv mit einbinden. Das Unternehmen unterstützt zwischenzeitlich zum Beispiel das gesunde Kantinenessen oder subventioniert den monatlichen Beitrag zum Fitnessstudio und die über das Jahr verteilten Maßnahmen und Angebote. Auf die Frage, wo Waldrich in fünf Jahren bezüglich BGM stehen möchte, ist die Antwort relativ einfach: Die Kommunikation soll über alle Felder der Prävention, vom Mitarbeiter bis hin zur Führungskraft, stabil in den Unternehmensalltag integriert werden.

Seit 2014 ist das BGM fester Bestandteil bei der IBC Solar AG in Bad Staffelstein. Auslöser war die Zertifizierung für Arbeits- und Gesundheitsschutz über den Beauftragten Arbeitsschutz. Der mittelständische Hersteller von Photovoltaik- und Energielösungen holte sich Unterstützung bei der Allgemeinen Krankenkasse AOK, die als Moderator in diesem Prozess fungierte. Im ersten Schritt wurde im Unternehmen ein Gesundheitszirkel gebildet, in den jede Abteilung einen Mitarbeiter entsandte.

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Die dort diskutierten Themen, angeregt durch die Zertifizierung, reichten von physiologischen Belangen bis hin zu psychischen Aspekten in der Arbeitswelt von IBC Solar. Durch den Gesundheitszirkel wurden nicht nur die Defizite und unterschiedliche Anforderungen in den Abteilungen angesprochen, sondern auch selbstverantwortlich Vorschläge und Verbesserungen über klare Maßnahmen definiert. Die Vorschläge der Mitarbeiter erreichten die Vorstands­ebene über diesen Arbeitskreis.

Das Einbeziehen aller Mitarbeiter hat zu einem aktiven Prozess geführt

Themen wie Arbeitssicherheit, Kommunikation, Führungsverhalten oder Arbeitszeitmodell wurden mit den erarbeiteten Maßnahmen abgeglichen. Aus allen Bereichen des Unternehmens kamen Vorschläge; die Zusammenarbeit war abteilungsübergreifend. Jeden der rund 250 Mitarbeiter abzuholen und einzubeziehen, war wichtig und hat inzwischen zu einem aktiven Prozess geführt. Zwar gab es vorher bereits einzelne Maßnahmen, um die Gesundheit zu fördern und zu erhalten, doch mit dieser konzertierten Aktion wurde ein Gesamtpaket von allen für alle geschnürt.

Die Veränderungen im Unternehmensalltag sind vielfältig. Von der auf den Arbeitsplatz ausgerichteten Beleuchtung bis hin zum eigenen Ruhearbeitsraum und dem Angebot zum Back-Check (Rücken-Check) reicht die Bandbreite. Ebenso gehört ein Gesundheitstag dazu mit einer vielfältigen Themenpalette, die von der Ernährungsberatung bis zur Klangschalen-Medi­tation reicht.

Für die Mitarbeiter wurde eine ganze Reihe von Möglichkeiten in die Arbeitszeit integriert, zum Beispiel der Kurs zur Rückenschulung, der Workshop zum gesunden Umgang mit Stress oder auch die regelmäßigen Unterweisungen zur Arbeitssicherheit.

Ein Eckpunkt für den Erfolg dieser Aktivität liegt sicherlich auch darin, dass die Firmenleitung voll und ganz hinter dem BGM steht und mit gutem Beispiel vorangeht. Eine offene und vertrauensvolle Unternehmenskultur sorgt zudem dafür, dass die Maßnahmen immer wieder angeglichen und weiterentwickelt werden. Der gesamte Prozess hat gezeigt, dass das betriebliche Gesundheitsmanagement nur lebendig bleibt mit dem Verständnis und der Eigenverantwortung des einzelnen Mitarbeiters.

Das interne BGM-Leitungsteam, Gerlinde Witzgall und Franka Schneider, die das BGM zusätzlich zu ihrem festen Arbeitspensum und Aufgabenbereich betreuen, wünschen sich für die Zukunft, dass durch die stetige Durchdringung auch immer mehr Mitarbeiter sich das Thema Gesundheit zu eigen machen. Ideal, wenn die Zahl der Anstöße aus der Belegschaft steigt und sie in den Gesundheitszirkel einfließen. Das Feedback aus dem Unternehmen an das BGM-Team ist sehr positiv. Mit der Zertifizierung „Betriebliches Gesundheitsmanagement“ hebt sich das Unternehmen bei potenziellen Mitarbeitern, so zeigen es die Nachfragen, positiv von anderen ab.

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