Föderale Wasserstoffstrategie Belgien will sich als Energiedrehscheibe für Deutschland und Europa positionieren

Quelle: Port of Antwerp-Bruges

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Am 18. Oktober hat die belgische Regierung ihre überarbeitete föderale Wasserstoffstrategie vorgestellt. Das Land will sich unter anderem als Importhub und Transitdrehscheibe für grünen Wasserstoff für Deutschland und Europa in Stellung bringen.

Vorstellung der überarbeiteten Wasserstoffstrategie im Hafenhaus des Port of Antwerp-Bruges(Bild:  Port of Antwerp-Bruges)
Vorstellung der überarbeiteten Wasserstoffstrategie im Hafenhaus des Port of Antwerp-Bruges
(Bild: Port of Antwerp-Bruges)

Der kürzlich fusionierte Port of Antwerp-Bruges soll künftig eine Schlüsselrolle bei der Energieversorgung von Deutschland spielen. Den Weg dafür ebnet eine überarbeitete Fassung der föderale Wasserstoffstrategie der belgischen Regierung.

Belgien setzt neben seinen Häfen auf sein Know-how in Form von innovativen Unternehmen, Forschungszentren und Bildungseinrichtungen sowie bereits vorhandene Infrastruktur und Industrie. Als Welthafen sieht sich der Port of Antwerp-Bruges dabei in einer Schlüsselrolle für den Import, die lokale Herstellung, die Verarbeitung und den Transport von grünem Wasserstoff und Wasserstoffträgern wie Ammoniak und Methanol ins Binnenland.

Da die meisten europäischen Länder nicht über ausreichend eigene Ressourcen verfügen, um die erforderlichen Mengen an grünem Wasserstoff selbst herzustellen, muss die lokale Produktion durch Importe von grünem Wasserstoff und Wasserstoffträgern aus Regionen mit viel Sonne, Wind und ausreichend Platz ergänzt werden. Ab 2026 soll der Port of Antwerp-Bruges nach dem Ausbau seiner bestehenden Kapazitäten die ersten grünen Wasserstoffmoleküle auf seiner Plattform empfangen. Um diese Entwicklung voranzutreiben, hat der Hafen gemeinsam mit fünf großen Industrieunternehmen und öffentlichen Akteuren – Deme, Engie, Exmar, Fluxys und WaterstofNet – eine Wasserstoffimport-Koalition gegründet. Darüber hinaus wurden Kooperationen mit verschiedenen Exportregionen geschlossen, um die Wasserstoffkette in Gang zu bringen. Mehrere belgische Unternehmen entwickeln zudem weltweit Projekte für den Export von Wasserstoff.

Nach Deutschland sollen der Wasserstoff und die Wasserstoffträger dann ab Antwerpen über verschiedene Transportmittel wie Pipelines, Eisenbahn und Binnenschiff gelangen. Dabei ist die Infrastruktur, wie frei zugängliche Wasserstoffpipelines und -terminals, von entscheidender Bedeutung. Zu diesem Zweck wird an den beiden Hafenstandorten Antwerpen und Zeebrügge die Terminalkapazität für bestehende und neue Wasserstoffträger erweitert. Darüber hinaus finanziert die belgische Regierung ein Netz von Wasserstoffpipelines, das die Häfen ab 2028 mit belgischen Industriegebieten und Deutschland verbinden soll.

Zusätzlich soll an den Hafenplattformen in Zeebrügge und Antwerpen eine lokale Produktion stattfinden. Das Vorhandensein von Windparks und Erdgasinfrastruktur macht Zeebrügge zum idealen Standort für eine Anlage zur Herstellung von grünem Wasserstoff. Fluxys und Eoly sind für den Bau dieser Fabrik namens Hyoff Wind verantwortlich. Darüber hinaus wird das US-Unternehmen Plug in Antwerpen eine Produktionsanlage für grünen Wasserstoff im Nextgen District errichten, einem Hotspot der Kreislaufwirtschaft. Die Lage in der Nähe des größten Chemie-Clusters Europas spielt dabei eine wesentliche Rolle.

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