Kapazitätserweiterungen Bayer investiert in TDI- und MDI-Anlagen in China, Dormagen und Brunsbüttel
Kaum hat Bayer Materialscience am Standort Shanghai eine neue Produktionsanlage in Betrieb genommen, wird schon der Grundstein für das nächste Projekt gelegt. Auch in Deutschland plant das Unternehmen Kapazitätserweiterungen.
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Shanghai/VR China – Bayer Materialscience hat am integrierten Standort Shanghai eine neue Produktionsanlage für Diphenylmethan-Diisocyanat (MDI) mit einer Jahreskapazität von 350 000 Tonnen in Betrieb genommen. Dabei handelt es sich nach Unternehmensaussage um die weltweit größte Anlage ihrer Art.
Bayer legt in Shanghai zudem den Grundstein für den Bau einer Toluylen-Diisocyanat (TDI)-Anlage mit einer Kapazität von 250 000 Jahrestonnen, die 2010 in Betrieb gehen und mit dem Gasphasenverfahren arbeiten soll. Gegenüber einer konventionellen Anlage gleicher Größe ermögliche dieses Verfahren laut Bayer Energieeinsparungen von bis zu 60 Prozent. Die neue Verfahrenstechnik senke zudem die Investitionskosten für eine derartige Großanlage um rund 20 Prozent. Zudem komme die Technologie mit bis zu 80 Prozent weniger Lösemittel aus.
Weitere Produktionsanlagen für den asiatischen Markt
Erst im vergangenen Monat hat Bayer eine neue Anlage für Polyurethan-Dispersionen in Betrieb genommen. Sie verfügt über eine Jahreskapazität von 20 000 Tonnen und stellt laut Bayer als erste Produktionsanlage in China Polyurethan-Rohstoffe für Wasserlacke her.
Inzwischen ist auch der Bau der zweiten Stufe der Polycarbonat-Produktion des Unternehmens fertig gestellt, mit der die Gesamtkapazität für den KunststoffMakrolon auf 200 000 Jahrestonnen verdoppelt wird. Die Inbetriebnahme der zweiten Produktionslinie soll in Abhängigkeit von der Marktentwicklung erfolgen.
Neue TDI-Produktion am Verbundstandort Dormagen geplant
Auch in der Region EMEA (Europa, Naher Osten, Afrika) plant Bayer Materialscience eine Ausweitung seiner Isocyanat-Produktion, um der steigenden Nachfrage entsprechen zu können. Am Verbundstandort Dormagen/Uerdingen soll eine neue World-Scale-Anlage für TDI mit einer Kapazität von 300 000 Jahrestonnen entstehen, welche die bestehenden TDI-Anlagen in Dormagen und Brunsbüttel ersetzten soll. In Brunsbüttel soll die MDI-Produktion durch Umrüstung der derzeitigen TDI-Anlage auf eine Jahreskapazität von derzeit 160 000 Jahrestonnen auf 400 000 Tonnen aufgestockt werden. Wie das Unternehmen informiert, ist die Realisierung beider Projekte für 2013 geplant, jedoch müssten hierzu entsprechende Rahmenbedingungen wie politische Akzeptanz und Verfügbarkeit einer geeigneten Infrastruktur für Rohstoffe und Energie vorhanden sein. Die Investition soll rund 300 Millionen Euro betragen.
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