Seal Sands BASF verkauft Standort Seal Sands an Ineos

Redakteur: Marion Wiesmann

Aktuelle Standortpolitik des Chemie-Giganten BASF: Der nordenglische Standort Seal Sands, an dem unter anderem Zwischenprodukte zur Herstellung von Polyamid produziert werden, soll veräußert werden. Als Käufer steht Ineos auf dem Plan.

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Seal Sands/Großbritannien - Der Chemiekonzern BASF will seinen Standort Seal Sands an Ineos Nitriles verkaufen. Teil der Vereinbarung ist auch die Übernahme der bestehenden Liefer- und Servicevereinbarungen sowie der 240 BASF-Mitarbeiter am Standort Seal Sands. Die Transaktion bedarf noch der Zustimmung der zuständigen Behörden.

Konzentration auf das Kerngeschäft der Polyamid-Wertschöpfungskette

„Den Standort Seal Sands verkaufen wir, um uns auf das Kerngeschäft der Polyamid-Wertschöpfungskette zu konzentrieren”, begründete Dr. Harald Lauke, Leiter des Unternehmensbereichs Performance Polymers bei der BASF, den Verkauf. BASF stellt in Seal Sands die chemischen Zwischenprodukte zur Herstellung von Polyamid Acrylnitril (AN), Adipodinitril (ADN) und Hexamethylendiamin (HMD) sowie einige Nebenprodukte her. HMD soll jedoch auch in Zukunft ein Schlüsselprodukt in der PA 6.6-Wertschöpfungskette der BASF bleiben. Die HMD-Anlage in Seal Sands wird daher nicht verkauft, sondern von Ineos für die BASF betrieben. Genauso wird mit der ADN-Anlage verfahren, bis diese Ende 2008 geschlossen wird. Im Anschluss will der Chemiekonzern ADN extern zukaufen, wie Dr. Harald Lauke betonte.

Unverändertes Polyamid-Portfolio der BASF

BASF stellt Polyamid 6.6 (Ultramid A) aus den Hauptzwischenprodukten HMD und Adipinsäure am Standort in Ludwigshafen her. Zusätzlich betreibt die BASF vollständig rückwärtsintegrierte Produktionsanlagen für Polyamid 6 (Ultramid B) an den Verbundstandorten in Ludwigshafen, Antwerpen/Belgien, und Freeport/Texas/USA. Ultramid A und B werden zur Herstellung von technischen Kunststoffen genutzt, die in der Automobil-, Elektro-, Elektronik- sowie der Möbel- und Freizeitindustrie zum Einsatz kommen. Polyamid 6 und 6.6 dienen dazu, Fasern für Textilien, Teppiche und Industrieanwendungen herzustellen.

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