Dichlorbenzol in TDI

BASF liefert stark belastetes TDI an Schaumhersteller – Matratzenhersteller beklagen Intransparenz

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Dr. Ulrich Leifeld, Geschäftsführer des Fachverbands der Matratzen-Industrie, zeigte sich gegenüber dem SWR entsetzt über mangelnde Kommunikation, Transparenz und Aufklärung von Seiten des Chemieunternehmens: „Es wird nicht geantwortet auf die E-Mail die die drängenden Fragen enthält. Das empfinde ich vor der Dimension des Skandals als eine ziemliche Unverschämtheit.“ Mittlerweile habe das Unternehmen reagiert und erste wichtigen Fragen beantwortet.

Auch die Schaumstoffhersteller nimmt der Fachverband in die Pflicht. „Wir empfinden es als skandalös, dass sich seitens der Schaumstoff produzierenden Industrie keine Aktivitäten erkennen lassen, die uns und dem Verbraucher helfen, die potenziellen Gefahren, die von den in Matratzen verarbeiteten Schäumen ausgehen, im Sinne des Verbrauchers, aber auch der Mitarbeiter unserer Unternehmen zu bewerten“, so der Verband in einer Presseerklärung.

Auf der Website des Fachverbands für Schaumkunststoffe und Polyurethane (FSK) heißt es, dass der Verband in engem Kontakt mit der BASF und weiteren Branchenverbänden wie Europur und Isopa stehe. Mitglieder des FSK würden verbandsintern über aktuelle Entwicklungen in Kenntnis gesetzt.

Weiterer Preisanstieg für TDI befürchtet

Neben dem entstanden Imageschaden sowie wirtschaftlichen Folgen durch Produktionsverluste für alle beteiligten Unternehmen, fürchten Schaum und Matratzenhersteller auch weitere Preisanstiege für TDI. Laut des Fachverbands der Matratzen-Industrie gibt es in Europa nur drei Hersteller von TDI: BASF,Covestro und das ungarische Unternehmen Borsod-Chem. In den letzten eineinhalb Jahren wurde der Preis für TDI um 80 % angehoben – u.a. wegen der Störungen in der Ludwigshafener TDI-Produktion und dem bestehenden Oligopol. Die Matratzenhersteller fürchten, dass eine weitere Verknappung des Rohstoffs und damit einhergehende Preisanstiege die Rohstoff- und Produktionskosten in die Höhe treiben und schlussendlich zu teureren Matratzen führen.

Die finanziellen Einbußen, die die BASF zu tragen hat sind noch nicht abzuschätzen. Experten gehen aber von Millionenbeträgen aus, so tagesschau.de.

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