Dichlorbenzol in TDI

BASF liefert stark belastetes TDI an Schaumhersteller – Matratzenhersteller beklagen Intransparenz

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Der Ludwigshafener Konzern leitete laut eigenen Aussagen folgende Maßnahmen ein:

  • Das Unternehmen nimmt unverarbeitetes TDI sowie noch nicht verarbeitete Schaumblöcke zurück. Dieser Prozess soll bis Ende nächster Woche abgeschlossen sein.
  • Für bereits weiterverarbeitete Produktmengen unterstützt BASF ihre Kunden dabei, Tests durchzuführen, um sicherzustellen, dass die spezifischen Grenzwerte der verschiedenen Industrien eingehalten werden.
  • Ein Team von rund 75 Spezialisten unterstützt die Kunden zum Beispiel bei Tests zur DCB-Konzentration, um eine Gefährdung auszuschließen.
  • Zusätzlich hat BASF eine telefonische Hotline für Kunden und Verbraucher eingerichtet. Diese ist zwischen 8 und 18 Uhr zu erreichen unter 0621 60-21919 – darauf gingen bisher etwa 300 Anrufe vor allem von Verbrauchern ein. Ein großer Anteil der Anfragen betrifft Endprodukte wie Matratzen.
  • Das Unternehmen möchte sich eng mit den relevanten Verbänden der Matratzen- sowie der Schaumhersteller abstimmen, um für verunsicherte Verbraucher schnellstmöglich zu einer Lösung zu kommen.

Der Fehler in der Anlage sei mittlerweile behoben worden. Nächste Woche soll die Produktion wieder anfahren.

Unsicherheit bei Matratzen-Industrie

Bei den Matratzenherstellern herrsche große Unsicherheit, so der Fachverband. Zahlreiche Hersteller mussten demnach die Produktion einstellen oder deutlich zurückfahren. Entgegen früherer Vermutung, dass aufgrund langer Liefer- und Produktionsketten evtl. noch keine belasteten Matratzen im Handel gelandet sind, schließt der Verband dies nicht mehr aus.

Der Matratzenhersteller Dunlopillo stoppte die Auslieferung und startete eine große Rückrufaktion für Matratzen, die vom 26.09. bis 06.10.2017 ausgeliefert wurden. „Auch wenn die abschließenden Ergebnisse noch nicht vorliegen, besteht der Verdacht für eine gesundheitliche Gefährdung – das reicht uns, dass wir alle betroffenen Matratzen, die beim Endkunden oder am POS liegen, zurückholen und durch neue ersetzen“, erklärt Dunlopillo-Geschäftsführer Manuel Müller.

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