Erdgas BASF fördert jetzt mit Gazprom Erdgas in Sibirien
BASF und Gazprom haben die Erdgaslagerstätte Juschno Russkoje in Betrieb genommen: Damit fördert erstmals ein deutsches Unternehmen Erdgas direkt in Westsibirien.
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Moskau - Die BASF und die russische OAO Gazprom haben die russische Erdgaslagerstätte Juschno Russkoje offiziell in Betrieb genommen: Damit fördert mit der BASF jetzt erstmals ein deutsches Unternehmen Erdgas direkt in Westsibirien.
Das Feld Juschno Russkoje in Westsibirien verfügt über förderbare Reserven von mehr als 600 Milliarden Kubikmeter Erdgas und ist damit etwa dreimal so groß wie Achimgaz, ein anderes bereits bestehendes Gemeinschaftsprojekt von Gazprom und der BASF-Tochter Wintershall zur Förderung von Kohlenwasserstoffen in Sibirien. Derzeit liefert Gazprom rund 40 Milliarden Kubikmeter Erdgas im Jahr nach Deutschland.
Nach Europa geliefert werden soll das Gas aus dem Feld Juschno Russkoje unter anderem auch durch die geplante Ostseepipeline Nord Stream, die die sibirischen Gasreserven in Russland direkt mit Deutschland verbindet. Bereits im Jahr 2009 soll das Feld die geplante Plateau-Produktion von 25 Milliarden Kubikmetern Erdgas pro Jahr erreichen.
Austausch von Unternehmensanteilen abgeschlossen
Die Beteiligung der BASF an der Gasproduktion in Sibirien ist Teil eines inzwischen abgeschlossenen Tausches von Unternehmensanteilen. Die 100-prozentige BASF-Tochter Wintershall hat 25 Prozent minus eine Aktie an der Gesellschaft OAO Severneftegazprom (SNGP) erhalten, welche die Lizenz am Erdgasfeld Juschno Russkoje in Westsibirien hält. Zusätzlich erhielt Wintershall eine privilegierte Aktie ohne Stimmrecht am Gründungskapital der OAO Severneftegazprom, wodurch BASF im Ergebnis mit 35 Prozent am wirtschaftlichen Erfolg beteiligt ist. Gazprom erhielt eine Beteiligung von 49 Prozent an einer Wintershall-Tochtergesellschaft, die in zwei Konzessionsgebieten in Libyen onshore Erdöl produziert.
Gazprom und BASF/Wintershall kooperieren seit 1990
Bereits seit 1990 sind Gazprom und die BASF-Tochter Wintershall unter anderem über das deutsch-russische Joint Venture Wingas gemeinsam im Handel mit Erdgas in Deutschland sowie anderen europäischen Ländern aktiv und haben seitdem rund drei Milliarden Euro in den Auf- und Ausbau einer Pipeline-Infrastruktur und den Bau von Erdgasspeichern investiert. Die Beteiligung der Gazprom an diesen Aktivitäten ist eine größten Investitionen eines russischen Unternehmens in Deutschland.
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