Kunststofftechnik Aus Abfällen werden Kraftstoffe
Dank eines neuen Verfahrens können aus stark verschmutzten Kunststoffabfällen hochwertige synthetische Kraftstoffe produziert werden. Dazu hat Gossler Envitec mit der G&P Ingenieurgesellschaft und dem polnischen Anlagenbauer Remix eine Pilotanlage gestartet.
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Dank eines neuen Verfahrens können aus stark verschmutzten Kunststoffabfällen hochwertige synthetische Kraftstoffe produziert werden. Dazu hat Gossler Envitec mit der G&P Ingenieurgesellschaft und dem polnischen Anlagenbauer Remix eine Pilotanlage gestartet.
Gossler Envitec hat sich die Rechte an dem Verfahren u.a. für den europäischen Markt gesichert und will die Marktreife zügig vorantreiben. Die technologische Umsetzung wurde mit der Pilotanlage realisiert. Mit der kleinen und mobilen Anlage, die in Einzelteile zerlegt auf einen LKW passt, sollen die Parameter für eine Großanlage erprobt und optimiert werden. Bei dem neuen Verfahren entstehen aus Kunststoffabfällen wie Getränkeflaschenverschlüssen, verschmutzten Agrarfolien oder Ölkanister aus Polypropylen und Polyethylen besonders schadstoffarmes Benzin oder Dieselkraftstoff.
Aufgrund des hohen Wirkungsgrades der neuen Technologie kann der Kraftstoff nach Aussagen des leitenden Unternehmens sogar ohne Subventionen wettbewerbsfähig produziert werden. Das Besondere des Systems: Der Katalysator zersetzt bei verhältnismäßig niedrigen Temperaturen und normalem Druck die Kunststoffe zu Kraftstoffen (katalytische Spaltung), wodurch zahlreiche Vorteile entstehen. So reduzieren sich die Anforderungen auf Reinigung bzw. Sortierung der Abfälle auf ein Minimum. Somit können auch stark verschmutzte Agrarfolien verarbeitet werden.
Das hat Perspektive, genauso wie die gesamte Kunststoffindustrie, der Branchen-insider eine expansionsstarke Zukunft prognostizieren. Dafür sprechen zahlreiche Fakten. Die zunehmende Weltbevölkerung und steigende Konsumkraft in wachsenden Märkten wie Asien und Mittelosteuropa verlangen nach mehr Kunststoffprodukten. Bis zum Jahr 2010 soll die Gesamtnachfrage nach Kunststoff-Werkstoffen auf 250 Millionen Tonnen jährlich ansteigen, so die Prognose von Plastics-Europe. Wachstum wird auch für Deutschland erwartet: Im Vergleich zu 2001 ist die Kunststoffproduktion um 2,9 Prozent gewachsen, so die Zahlen der DKR. Für Europa gibt PlasticsEurope an, dass noch im Jahr 2003 39 Prozent aller Kunststoffe recycelt wurden. In Deutschland ist die Verwertungsquote laut DKR gar von 50 Prozent im Jahr 1994 auf etwa 58 Prozent in 2003 angestiegen.
Doch die Verfahren, die in Deutschland bisher erprobt worden sind, arbeiten unter hohen Temperaturen (Pyrolyse). Die dabei anfallenden Betriebskosten lassen ein Recycling hierzulande langfristig unwirtschaftlich erscheinen. Ganz anders verhält es sich beispielsweise in Korea, wo schon die ersten Anlagen stehen und erfolgreich arbeiten. Ebenfalls zugenommen hat der Konsum von PET-Getränkeflaschen, so dass sich der PET-Anteil seit 1999 auf zehn Prozent in 2003 fast verdoppelt hat. Gleichzeitig steigt auch der Verwertungsanteil von Kunststoff besonders im Post-Consumer-Bereich, Gossler Envitec geht auf beide Entwicklungen ein und will in naher Zukunft eine weitere Anlage vorstellen, in der PET-Kunststoffe zu Rohstoffen zersetzt werden, um so wieder hochwertige Flaschen produzieren zu können. Das Verfahren verhält sich tolerant gegenüber Verschmutzungen (auch in den Farben), lautet die Erklärung des Unternehmens. So soll eine PET-Flasche ungewaschen samt Kappen und Etiketten verarbeitet werden können
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