Sicherheit für Druschba-Ölpipeline Areva liefert Leckage-Ortungssystem in die Slowakei

Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Tobias Hüser

Areva hat die Fertigung der neuen Betriebstechnik für das Leckage-Ortungssystems an der Druschba-Pipeline in der Slowakei abgeschlossen. Der Betreiber Transpetrol hat die Funktionalität am Standort Erlangen geprüft und die Anlage abgenommen. In den kommenden Wochen erfolgt die Montage vor Ort, der Betriebsbeginn ist für Oktober 2014 geplant.

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Areva-Techniker prüfen einen Schaltschrank des neuen Leos-Systems
Areva-Techniker prüfen einen Schaltschrank des neuen Leos-Systems
(Bild: Areva)

Erlangen – Das System mit dem Namen Leos (Leckage-Erkennungs- und Ortungssystem) ist in der Lage, schon den schleichenden Austritt sehr kleiner Mengen Öl zuverlässig festzustellen und so größere Umweltschäden zu verhindern. Die Technologie ergänzt konventionelle Systeme, die Mengenverluste zwischen Ein- und Ausspeisung registrieren und so plötzliche, größere Leckagen anzeigen. Neben Öl- und Gaspipelines kann das System auch Kerosinleitungen, Tanklager, Gasspeicher sowie chemische Produktleitungen überwachen.

Das Areva-System besteht aus einem dünnen Schlauch, der parallel zur Außenhaut der Pipeline verlegt wird. Das Schlauchmaterial ist für bestimmte Gase oder Dämpfe durchlässig. So diffundiert der zu erkennende Stoff, wie beispielsweise auslaufendes Öl, in den Schlauch. Ein Luftstrom transportiert in regelmäßigen Abständen den Inhalt des Schlauchs in die Analyseeinheit.

Durch das zuverlässige, frühzeitige Entdecken von Leckagen trägt das Leckage-Ortungssystem dazu bei, das Sicherheitsniveau der Anlagen bzw. Leitungen deutlich zu erhöhen. So können die Betreiber strengere Auflagen erfüllen und erhöhen die Akzeptanz für ihre Projekte auch in dichter besiedelten Gebieten.

Ortungssystem bereits weltweit im Einsatz

Leos ist bereits in zahlreichen Projekten eingesetzt worden: an Ölpipelines in Alaska, an einer Chlor-Pipeline im Rheinland, an der NATO-Kerosin-Pipeline oder einem Erdgasspeicher in Wien. An der Druschba-Pipeline in der Slowakei ist das System bereits seit den 1990er Jahren installiert. Im Rahmen der derzeitigen grundlegenden Erneuerung wird u.a. die Analysetechnik komplett neu installiert und eine neue Software eingesetzt. Zudem gelang jetzt eine bessere Integration in die bestehende Betriebsleittechnik der Pipeline.

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