Abfallbehandlung Anlage für mechanisch-biologische Abfallbehandlung nach Havarie wieder in Betrieb

Redakteur: Marion Wiesmann

Nach nur einem Jahr Wiederaufbauzeit hat die mechanisch-biologische Abfallbehandlungsanlage (MBA) Südniedersachsen im Juni 2008 wieder ihren Betrieb aufgenommen.

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Göttingen-Deiderode – Bei einer Havarie im Januar 2006 waren weite Teile der mechanisch-biologische Abfallbehandlungsanlage Südniedersachsen zerstört worden. Der Generalunternehmer AMB Vertriebs GmbH aus Bremen hatte nach umfangreichen Beweissicherungen im Juli 2007 das Unternehmen Haase aus Neumünster beauftragt, die Vergärungseinheit zu erneuern. Während die mechanische Vorbehandlung den Unfall unbeschadet überstanden hatte, musste die Vergärungseinheit inklusive der Biogasnutzung neu errichtet werden.

Die jetzt eingesetzte Verfahrenstechnik entspricht dem Konzept der Nassvergärung und Nassoxidation, wie sie erstmals bei der mechanisch-biologische Abfallbehandlungsanlage Lübeck realisiert wurde. Das organische Material aus der mechanischen Vorbehandlung gelangt über Stoffmixer, Sandfang und Hydrolyse in die Fermenter, wo es vergoren wird. Das Substrat wird in der wässrigen Phase aerobisiert, über einen Dekanter entwässert und abschließend thermisch getrocknet. D Das Endprodukt erfüllt die Anforderungen der Abfallablagerungsverordnung (AbfAblV) für die Einlagerung auf Deponien. Das erzeugte Biogas wird energetisch genutzt. Die Abluft aus allen geruchsintensiven Anlagenteilen wird abgesaugt und behandelt.

Eine besondere Herausforderung bestand bei diesem Projekt darin, die neue Vergärungstechnik in die bestehenden, bei der Havarie nicht betroffenen Anlagenkomponenten zu integrieren. Die Inbetriebnahme der Anlage läuft derzeit noch mit 20 Prozent Auslastung. Der Volllastbetrieb soll Anfang August 2008 erreicht sein.

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