Förderschnecke Allround-Talent für die Prozesstechnik – die Förderschnecke

Autor / Redakteur: Sabine Mühlenkamp / Wolfgang Geisler

Es gibt wohl kaum eine verfahrenstechnische Operation, die eine Förderschnecke nicht erfüllen kann. Voraussetzung ist allerdings, dass die entsprechende Prozesskenntnis vorhanden ist. Wie dieses Wissen in qualitativ hochwertige Apparatetechnik umgesetzt wird, zeigt seit 100 Jahren die Segler-Förderanlagen Maschinenfabrik.

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Schnecken zum Fördern und Prozesschnecken, die gleichzeitig mischen, dosieren, kühlen, erwärmen, trocknen oder pressen, sind Kern des Segler-Produktportfolios. (Bild: Segler)
Schnecken zum Fördern und Prozesschnecken, die gleichzeitig mischen, dosieren, kühlen, erwärmen, trocknen oder pressen, sind Kern des Segler-Produktportfolios. (Bild: Segler)

Immer wenn etwas gemischt, gepumpt, gepresst oder klassiert werden muss, ist eine Anlage der Segler-Förderanlagen Maschinenfabrik nicht weit. Dabei wäre es fast anders gekommen. Der leidenschaftliche Techniker Friedrich Segler senior wollte 1911 im pommerschen Schlawe viel lieber Autos bauen. Schnell konzentrierte er sich jedoch auf Landmaschinen und 1930 erhielt Segler ein Patent für eine Zufuhr- und Dosierschnecke. Die Entwicklung von schweren Spezialschnecken für abrasive, höherviskose und pastöse Produkte begann. Damit waren die Anfänge für das jetzige Produktportfolio gelegt. Schnecken gehören noch heute zum festen Bestandteil des Produktprogramms, das zudem Mischer und Förderanlagen umfasst.

In diesem Jahr feiert das traditionsreiche Unternehmen seinen 100. Geburtstag mit einem beträchtlich erweiterten Produkportfolio. Die Schnecke und insbesondere der Bereich Prozessschnecken wurde ständig ausgebaut. Zu nennen sind Schnecken zum Fördern, Mischen, Dosieren, Kühlen, Erwärmen, Sterilisieren, Pressen, Eintragen, Austragen, Klassieren, und neuerdings auch zum Trocknen. Neben der Lebensmittelin-dustrie finden Segler-Schnecken vor allem auch in der Chemieindustrie, Umwelttechnik und Grund- und Rohstoffindustrie Verwendung. Das Unternehmen beschäftigt aktuell gut 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, der Jahresumsatz beträgt etwa 10,2 Millionen Euro.

Nach wie vor ist das Unternehmen fest in Familienhand. Birte Quint ist Enkelin von Friedrich Segler senior und Mehrheitsgesellschafterin; weitere Gesellschaftsanteile halten ihre Söhne Karsten und Stefan Quint.

Reibungslose Prozesse

Die Entwickler und Konstrukteure bei Segler arbeiten ständig daran, mechanische Prozesse noch zuverlässiger, schneller oder sicherer zu gestalten, da es heutzutage nicht so sehr auf einzelne Komponenten ankommt, sondern auf deren prozesstechnische Integration zu schlüsselfertigen Anlagen. Anlagenplaner und -betreiber erwarten heute Teil- oder Komplettlösungen inklusive des gesamten Engineering, der Installation und Inbetriebnahme.

Dieser Trend kommt Segler sehr entgegen. In enger Kooperation mit den Anwendern entwickelt das Unternehmen Komponenten, die sich nahtlos in die ebenso komplexen wie sensiblen Produktionsabläufe der unterschiedlichen Branchen einfügen. Dabei überzeugen die Anlagen nicht nur technisch sondern auch wirtschaftlich. Einen großen Anteil daran haben die eingesetzten qualitativ hochwertigen Werkstoffe. Wie unterschiedlich diese Lösungen aussehen können und welche Branchen abgedeckt werden, lässt sich auf der Powtech entdecken.

Schonend und wirtschaftlich

In der Pelletier- und Abfüllanlage einer Lebensmittelproduktion sind gefrorene Bakterienkulturen aus flüssigem Stickstoff heraus zu fördern. In diesem Fall herrschen Temperaturen bis -195 °C. Bei dieser Anwendung kommt es auf den exakten Förderwirkungsgrad an, damit nur die Feststoffe (Bakterien) gefördert werden und nicht der Stickstoff. Mit sorgfältiger Konstruktion und Verarbeitung konnten ein extrem geringes Spaltmaß des Fördergewindes zum Troggehäuse bei dieser frei tragenden Welle erreicht werden. Die sehr feine Oberfläche im Aggregat und spaltfreie Übergänge sorgen für eine schonende Behandlung der Bakterienkulturen. Der gesamte Förderraum wird per CIP-Ausstattung hygienisch gereinigt.

Um produktschonende Förderung geht es auch bei dem aeromechanischen Tellerförderer. Hierbei wird das Produkt vom Luftstrom, welcher durch die Bewegung der Tellereinheiten entsteht, mitgerissen. Dadurch wird Produktabrieb nahezu unterbunden. Die aus Kunststoff gefertigten Teller sind an einem Endlos-Seil befestigt. Die aeromechanischen Förderer sind in gas- und staubdichter Ausführung erhältlich und werden bis zu einer Länge von 16 Metern mit Neigungswinkeln von 0° bis 90° gefertigt. Die Förderaggregate können Granulate mit Partikelgrößen bis zu fünf Millimeter und Flakes mit Partikelgrößen bis zu zwölf Millimeter fördern. Die maximale Leistung hierbei beträgt 15 m³/h bei sehr geringem Energieverbrauch.

Geringe Betriebskosten standen auch im Mittelpunkt bei der Entwicklung eines neuen Antriebskonzeptes für die bewährten Konusschneckenmischer. Das Antriebskonzept gewährleistet geringe Stillstandzeiten und ist sehr wartungsarm. Der Produktraum weist keine Ölschmierung auf. Bereits der Konusschneckenmischer überzeugte durch seine solide, schwere und stabile Ausführung. Das Drehmoment wird durch eine Untersetzung im Rührarm regional an der Schneckenwelle erhöht. Die konische Mischschneckenwelle ermöglicht eine lokal optimale Vermischung bei jedem Füllungsgrad. Der in Edelstahl gefertigte Master-Mix-Blender erfüllt höchste Ansprüche der pharmazeutischen Industrie. Das Nutzvolumen beträgt 150 Liter. Der Konusschneckenmischer hat eine hochwertige Edelstahloberfläche die alle hygienischen Anforderungen wie GMP-Richtlinien erfüllt.

* Die Autorin arbeitet als freie Fachjournalistin.

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