Dichtungen in Armaturen Abdichtung von axial bewegten Ventilspindeln gemäß TA Luft
Bei der Genehmigung von Anlagen in der Chemie- und Prozesstechnik müssen die Vorschriften der TA Luft eingehalten werden. Die Richtlinie legt entsprechende Emissionswerte für alle relevanten Luftschadstoffe fest. Armaturen und Komponenten werden schon unter diesen Voraussetzungen konzipiert und entwickelt. Die Anforderungen an die Dichtungen in Armaturen sind dabei von zentraler Bedeutung.
Anbieter zum Thema

Für Spindeldurchführungen in Regel- und Absperrarmaturen haben sich reibungsarme, selbstnachstellende Dichtringpackungen aus PTFE bewährt. Das Dichtsystem besteht aus einer auf die jeweiligen Betriebsbedingungen abgestimmten Anzahl von V-förmigen Dachmanschetten, eingefasst von je einem Grund- und Schlussring (Abb. 1). Die Bauform bzw. Flexibilität der Dachmanschetten richten sich gleichfalls nach den Betriebsbedingungen (Tabelle). Grund- und Schlussring werden im Falle von Spaltextrusion aus metallischen Werkstoffen ausgeführt.
Der komplette Dichtungssatz wird mit einer kontinuierlichen Federkraft belastet, so dass sich eine gleichmäßige Dichtwirkung einstellt. Der Werkstoff PTFE ist für diesen Einsatzfall durch seinen breiten thermischen Einsatzbereich und die sehr guten Gleiteigenschaften in besonderem Maße geeignet. Kein Stick-Slip-Effekt sowie geringe Losbrechkräfte selbst nach längeren Stillstandzeiten sind weitere Pluspunkte, die für PTFE sprechen.
Spezielle Füllstoffe im PTFE sorgen dabei für eine gute Verschleißfestigkeit und damit für eine lange Lebensdauer der Dichtung. Ein weiterer entscheidender Vorteil dieser Dichtungspackung aus PTFE ist die sehr gute chemische Beständigkeit. Somit ist die Armatur für ein breites Anwendungsspektrum geeignet:
- chemische- und petrochemische Industrie,
- Fernwärme und Energieversorgung,
- Lebensmittel- und Aseptikbereich,
- Herstellung industrieller Gase,
- Gebäudeautomation,
- Laboranwendungen und industrielle Forschung,
- Kryotechnik.
Harte Füllstoffpartikel im PTFE-Gefüge haben neben den zahlreichen Vorteilen auch die nachteilige Wirkung, dass die Gegenlauffläche je nach Betriebsbedingungen beschädigt werden kann. Um die Dichtwirkung über eine lange Lebensdauer hinweg zu gewährleisten, ist es deshalb wichtig, die Qualität der Gegenlauffläche entsprechend zu gestalten. Hier kommt es in erster Linie darauf an, dass die PTFE-Packung einen gehärteten Gegenlaufpartner hat. Eine geschliffene und nachträglich rollierte Spindeloberfläche mit einer Oberflächengüte von Rz ≤1 µm minimiert zudem den Verschleiß.
(ID:21818970)