Maßgeschneiderte Medikamente 3D-Druckverfahren für personalisierte Medikamente

Quelle: Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg 2 min Lesedauer

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Die Herstellung von Medikamenten im 3D-Druck-Verfahren ist Gegenstand aktueller Forschung. Die Vorteile liegen auf der Hand: Es können nicht nur verschiedene Wirkstoffe kombiniert werden, auch deren Dosis lässt sich auf den aktuellen Tagesbedarf der Patienten zuschneiden.

Sebastian-Paul Kopp, Doktorand an der FAU und dem blz, leitet das Projekt zum 3D-Druck von Medikamenten.(Bild:  Max Gmelch/ Saot)
Sebastian-Paul Kopp, Doktorand an der FAU und dem blz, leitet das Projekt zum 3D-Druck von Medikamenten.
(Bild: Max Gmelch/ Saot)

Fast ein Drittel der deutschen Bevölkerung muss täglich Medikamente einnehmen. Jeder Vierte davon nimmt regelmäßig drei oder mehr verschiedene Arzneimittel gleichzeitig ein. Es häufen sich in den Pillenboxen die unterschiedlichen Medikamente für die verschiedenen Tage. Die korrekte Dosierung und Einnahme wird so vor allem für ältere oder kognitiv eingeschränkte Menschen zur Herausforderung. Abhilfe schaffen könnten Tabletten, die individuell für einen Patienten hergestellt werden und alle nötigen Wirkstoffe kombiniert enthalten – also täglich nur noch eine Einnahme nötig machen. Wissenschaftler an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) und dem Bayerischen Laserzentrum (BLZ) forschen zu einem möglichen Herstellungsverfahren solch maßgeschneiderter Tabletten: dem 3D-Druck.

Bisherige Ansätze konzentrierten sich auf den sogenannten FDM-Druck (fused deposition modeling), bei dem die Wirkstoffe wie die Sahne auf der Torte mit einer Spritztülle Schicht für Schicht aufgetragen werden. Feine Strukturen innerhalb der Tablette sind damit aber nicht möglich. In einem gemeinsamen Forschungsprojekt der FAU, des BLZ, des University College London und der Universität Santiago de Compostela haben Wissenschaftler daher ein neues Verfahren zur Herstellung solcher Tabletten entwickelt. Sie starten dabei mit drei Wirkstoffen in Pulverform, darunter Paracetamol und Koffein, und mischen sie mit wirkstofffreiem Trägerpulver. In einzelnen dünnen Schichten bringen sie das Pulver unter einen Laser, der es zu einer kompakten Tablette verschmilzt.

Aus pulverförmigen Wirkstoffen lassen sich mit Hilfe von Laser-3D-Druck maßgeschneiderte Medikamente herstellen.(Bild:  Max Gmelch/ Saot)
Aus pulverförmigen Wirkstoffen lassen sich mit Hilfe von Laser-3D-Druck maßgeschneiderte Medikamente herstellen.
(Bild: Max Gmelch/ Saot)

„Unser neues Verfahren verarbeitet die Inhaltsstoffe besonders schonend und ermöglicht den Einsatz herkömmlicher Laserstrahlquellen,“ sagt Sebastian-Paul Kopp, hauptverantwortlicher Wissenschaftler des Projekts. Mussten bisher noch spezielle Absorberpartikel hinzugefügt werden, um die Laserenergie kontrolliert zu nutzen, ist dies mit der FAU-Methode nicht mehr nötig. „Außerdem können wir die Wirkstoffzusammensetzung nicht nur für jede Pille, sondern sogar für jede Schicht der Pille einstellen. Dadurch können wir steuern, wann genau welche Wirkstoffe im Körper freigegeben werden“, erklärt Kopp weiter.

Noch ist der Weg zur maßgeschneiderten Tablette weit, die Forschung ganz am Anfang. Doch eines Tages könnten die Apotheken um die Ecke schnell und unkompliziert Medikamente für Millionen von Patientinnen und Patienten drucken, die exakt auf ihren Bedarf abgestimmt sind. Die Grundlagen dafür werden gerade geschaffen.

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