Codieren 2D-Barcodes helfen auch große Datenmengen zu codieren
Bei der Produktion von Chemikalien, Arzneimittel oder Lebensmitteln fallen unzählige Daten an, die erfasst und protokolliert werden müssen. Lineare Barcodes reichen hierfür nicht mehr aus, und der Einsatz der RFID-Technologie wäre meist zu aufwändig. Als Zwischenlösung bieten sich 2D-Barcodes an.
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In der Supply-Chain-Branche herrscht zunehmend die Meinung, dass der Ersatz von Barcodes durch RFID-Technologie näher rückt. Diese Annahme ist zwar nicht ganz unbegründet, doch die Realität sieht anders aus: Barcodes werden noch lange nicht abgeschafft, und die RFID-Implementierung wird trotz kontinuierlicher Fortschritte erst in ferner Zukunft den gesamten Alltag bestimmen. Um dennoch viele Daten wirtschaftlich handhaben zu können, bieten sich 2D-Barcodes an. Sie enthalten deutlich mehr Daten als lineare, d.h. eindimensionale, Standard-Barcodes. Je nach Verschlüsselung kann man verschiedene Typen von 2D-Barcodes unterscheiden, etwa Matrix, gestapelt und Composite. Im Vergleich zur RFID-Technologie verursachen ihre Implementierung und Pflege weniger Zeitaufwand und Kosten. Sie sind daher eine wirtschaftliche Alternative zu RFID, etwa in der Pharmaindustrie.
So hat beispielsweise die Food and Drug Administration (FDA) eine Vorschrift erlassen, dass alle Etiketten für verschreibungspflichtige Medikamente verschiedene Angaben enthalten müssen, darunter Verfallsdatum, Chargennummer und Art des Medikaments. Obwohl allgemein erwartet wurde, dass RFID zu diesem Zweck eingesetzt würde, halten Hersteller und Apotheker die Einführung dieser Technologie derzeit für nicht praktikabel und viele von ihnen verwenden stattdessen 2D. Ein Barcode mit 2D-Symbologie kann problemlos alle diese und noch mehr Daten enthalten, ganz im Gegensatz zu linearem Barcode. Dadurch werden seltener falsche oder abgelaufene Medikamente ausgegeben.
Viele Daten, kleiner Aufwand
Dennoch sieht Intermec keine Konkurrenz zwischen den Systemen: Je nach dem welche Anforderungen an das Datenmanagement gestellt werden, bieten sich entweder 2D-Barcodes oder RFID-Technologie an. Die Technik macht den Unterschied. Barcodes müssen einzeln erfasst werden, während RFID eine sogenannte Pulkerfassung ermöglicht. D.h., es können mehrere Behälter oder Kartons, die mit einem RFID-Tag ausgestattet sind, gleichzeitig automatisch gelesen werden. Dazu benötigt das Werks- und Lagerpersonal keinen direkten Sichtkontakt, da die Tags über Funkwellen gelesen werden. Sind die RFID-Tags wiederbeschreibbar, können Daten permanent aktualisiert werden. Dadurch erhält der Nutzer während des Produktions- und Lieferkettenprozesses stets aktuelle Informationen. Das hilft, die Produktionssicherheit zu erhöhen und Lieferengpässe zu vermeiden.
2D-Barcodes hingegen nehmen den Platz zwischen linearem Barcode und RFID-Tag ein. Sie können aus allen Richtungen eingelesen werden, während ein linearer Barcode mit dem Laserstrahl ausgerichtet werden muss. Dadurch verkürzt sich der Zeitaufwand beim Scannen erheblich. Zudem können 2D-Barcodes mit Area Imagern leichter aus der Entfernung gelesen werden. Qualitativ schlechte oder beschädigte Barcodes sind in der Regel kein Problem für die Lesegeräte – für Laserscanner schon. Aber auch lineare Barcodes lesen die Aera Imager. Somit kann ein Unternehmen nach der Umstellung auf 2D-Barcodes und Area Imager weiterhin seine linearen Barcodes lesen – dies aber nun aus allen Richtungen. Ein weiterer Pluspunkt: 2D-Barcodes sind deutlich kleiner als lineare Barcodes, sodass sich bei geringem Platzbedarf mehr Daten auf einem Etikett speichern lassen. Dadurch wird die Etikettierung effizienter und es können auch kleine Produkte oder Teile mit Etiketten versehen werden.
Fazit: Obwohl RFID mehr Möglichkeiten als Barcodes bietet, erweisen sich 2D-Barcodes als guter Kompromiss zwischen RFID und linearer Symbologie. In vielen Anwendungsbereichen, für die RFID zu aufwändig wäre, lineare Barcodes aber nicht ausreichen, nimmt die Verwendung von 2D-Barcodes mit rasanter Geschwindigkeit zu und wird immer beliebter.
Der Autor ist Director für RFID and Data Capture Products bei Intermec, Düsseldorf.
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