MES und PLS zusammenführen 25 Jahre Proleit – Weg vom reinen Automationsdenken hin zum ganzheitlichen Prozess mit MES und PLS

Redakteur: Marion Henig

Die Geschichte des Unternehmens Proleit beginnt 1986, als die beiden Elektroingenieure Manfred Czepl und Wolfgang Ebster ihre eigene Firma gründeten. Fünfundzwanzig Jahre später ist aus dem einstigen Zwei-Mann-Büro eine international tätige Unternehmensgruppe entstanden, die seit dem Jahr 2000 als Proleit AG firmiert. Im Gespräch mit PROCESS zeigt Dipl.-Ing. Jürgen Wölfl, Leiter Kompetenzcenter Pharma, Food & Chemie, die automatisierungstechnischen Herausforderungen in der regulierten Pharmaindustrie auf.

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Durchgängigkeit und Transparenz - mit diesen beiden Anforderungen sehen sich Automatisierungsanbieter in der Pharmaproduktion konfrontiert. (Bild: Proleit)
Durchgängigkeit und Transparenz - mit diesen beiden Anforderungen sehen sich Automatisierungsanbieter in der Pharmaproduktion konfrontiert. (Bild: Proleit)

Von ihrem Hauptsitz in Herzogenaurach aus führen Manfred Czepl, COO, verantwortlich für den Vertrieb und das Marketing, und Wolfgang Ebster, CEO, der für die Planung, Strategie und die Finanzen zuständig ist, die Proleit Group mit ihren mittlerweile 250 Mitarbeitern. Zwei weitere Niederlassungen in Deutschland und zehn selbständige Tochtergesellschaften im europäischen Ausland, in Südafrika, Mittel- und Südamerika sowie in China sorgen für die angestrebte Nähe zu den Auftraggebern. Im vergangenen Jahr erzielten die IT-Dienstleister einen Umsatz von 26 Millionen Euro, der im Jubiläumsjahr nochmals um zehn Prozent gesteigert und bis 2015 gar verdoppelt werden soll.

Mit weltweit über 3.000 Installationen zählt das eigens entwickelte Prozessleitsystem Plant iT zu den führenden Lösungen in den Branchen Molkereien, Nahrungsmittel und Getränke sowie Chemie- und Pharma. Im Gespräch mit PROCESS zeigt Dipl.-Ing. Jürgen Wölfl, Leiter Kompetenzcenter Pharma, Food & Chemie, die automatisierungstechnischen Herausforderungen in der regulierten Pharmaindustrie auf.

PROCESS: Herr Wölfl, 25 Jahre Proleit – wie hat sich die Automatisierungstechnik in der Pharmaindustrie in dieser Zeit gewandelt?

Jürgen Wölfl: Früher hatten wir es ausschließlich mit zentralen Monoproduktanlagen zu tun, die ein einziges Produkt herstellten. Es handelte sich häufig um klassische DCS-Systeme mit zentralem Aufbau und proprietärer, in sich geschlossener Systemstruktur. Heute jedoch genügt dies nicht mehr - jetzt haben wir es mit weitaus komplexeren Multiprodukt-Anlagen mit dezentralem Aufbau und offener Systemstruktur zu tun, die ein höheres Maß an Durchgängigkeit erfordern als früher. Grund für diese Veränderung ist der zunehmende Kostendruck vom Markt, der die Hersteller in Richtung Mehrprodukte-Anlage zwingt. Dies wirkt sich extrem auf die Anforderungen an unsere Systemfunktionalität aus: möglichst schnelle Umrüstzeiten in Verbindung mit immer komplexer gewordenen technologischen Rezeptfahrweisen.

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