Leitsystem

Wie ein herstelleroffenes Leitsystem komplexe Anforderungen in der Wasserwirtschaft meistert

Seite: 2/2

Firmen zum Thema

Einfache Einbindung am Beispiel Frequenzumrichter

Eine genauere Betrachtung der Modernisierungskosten zeigt, dass ein Großteil der benötigten Ressourcen für die Implementierung der Feldgeräte und weiterer Produkte verwendet wird. Das Waterworx-Leitsystem zielt deshalb darauf ab, diesen Aufwand durch herstelleroffene und abgestimmte Schnittstellen in den von der Leit- bis zur Feldebene verbauten Komponenten zu senken.

Das Beispiel eines Frequenzumrichters mit Profinet-Schnittstelle von Danfoss verdeutlicht die einfache Einbindung. In Kooperation mit dem Antriebsspezialisten hat Phoenix Contact einen standardisierten Funktionsbaustein entwickelt, mit dem sich der Frequenzumrichter in die Steuerungsebene integrieren lässt. So kann die SPS alle wesentlichen Betriebsdaten, Störmeldungen und Messwerte aus dem Umrichter auslesen. Zudem ermöglicht der Baustein die Ansteuerung der Feldgeräte.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 5 Bildern

Ist der Frequenzumrichter in das Netzwerk eingefügt, lässt er sich über den Baustein in wenigen Schritten in das Applikationsprogramm einbinden. Aufgrund einer in die Bausteine implementierten Visualisierungs-Schnittstelle besteht bereits die Grundlage für einen Datenaustausch mit dem Leitsystem über OPC UA. Im letzten Schritt muss lediglich das passende Visualisierungsobjekt aus der Waterworx Web Scada-Bibliothek für den Frequenzumrichter in der Software Atvise platziert werden.

Durch die abgestimmten Schnittstellen liest die Steuerung dann sämtliche wichtigen Parameter, Betriebsdaten und Alarme aus dem Frequenzumrichter aus und kommuniziert sie direkt an die Visualisierung. So erspart sich der Anwender das aufwändige Aufschlüsseln von Prozessdaten sowie die manuelle Verknüpfung der erforderlichen Variablen mit dem Leitsystem. Darüber hinaus kann er sich darauf verlassen, dass die Datenübertragung zwischen den einzelnen Komponenten reibungslos funktioniert, da sie offiziell getestet ist.

Die Unternehmen der Kompetenzplattform Aqua Automation arbeiten eng zusammen. Durch die ständige Abstimmung reduzieren sich die Planungskosten für den Anwender deutlich. Dazu trägt neben den angepassten und standardisierten Schnittstellen das einheitliche Auftreten der Partner auf allen Automatisierungsebenen bei. Aufgrund der herstelleroffenen Schnittstellen können auch vorhandene Komponenten und Anlagenteile einfach in die neue Lösung integriert werden. Darüber hinaus lassen sich die Umbaumaßnahmen sicher planen und kalkulieren.

Modernisierungsmaßnahmen schneller umsetzen

„Mit der Waterworx-Lösung auf Basis von Aqua Automation haben wir jetzt ein einheitliches und durchgängiges System vom Feldgerät bis in die Leitebene“, erklärt Dipl.-Ing. (FH) Marko Agthe, Bereichsleiter Abwasser im Zweckverband für Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung Geiseltal. „Auf diese Weise können wir die Kläranlage noch effizienter überwachen. Aufgrund der standardisierten Schnittstellen gestaltet sich die Einbindung neuer Komponenten in das Netzwerk zudem einfach und weitere Modernisierungsmaßnahmen sind schneller umsetzbar – und das herstellerübergreifend“, bringt Agthe die Vorteile auf den Punkt.

Fazit: Das Beispiel der Zentralkläranlage Braunsbedra belegt, dass sich komplexe Anforderungen am besten mit einem einheitlichen und durchgängigen System realisieren lassen. Nur so behält der Anwender bei der Vielzahl an Daten und Schnittstellen den Überblick.

* Der Autor ist Mitarbeiter im Industry Management Infrastructure des Geschäftsbereichs Industry Solutions, Phoenix Contact Electronics GmbH, Bad Pyrmont.

(ID:44215555)