Hygienekonzept für Traditionsbrauerei
Wie ausgefeilte Ventiltechnik traditionelle Braurezepte bewahrt

Von Dr. Michael Golek* 5 min Lesedauer

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Bierbrauen ist heutzutage ein stark industrialisierter Prozess, der höchsten Ansprüchen an Effizienz und Produktqualität entspricht. Geht dabei das besondere Etwas des Brauhandwerks verloren? Nicht zwangsläufig. Mit dem richtigen Partner und Mut zur Veränderung zeigt die Traditionsbrauerei Schneider Weisse, dass man bewährte Rezepte durchaus zukunftsfähig machen kann.

Schneider Weisse wird heute weltweit getrunken. Damit muss das Bier ganz neuen Belastungen standhalten. Da ist auch ein ganzheitliches hygienisches Anlagenkonzept gefragt.(Bild:  Schneider Weisse)
Schneider Weisse wird heute weltweit getrunken. Damit muss das Bier ganz neuen Belastungen standhalten. Da ist auch ein ganzheitliches hygienisches Anlagenkonzept gefragt.
(Bild: Schneider Weisse)

Bayern – in kaum einer anderen Region findet sich Tradition und Fortschritt so wirkungsvoll miteinander verknüpft. Leuchtendes Beispiel ist die Traditionsbrauerei Schneider Weisse in Kelheim an der Donau: Braumeister Hans-Peter Drexler und sein Team verwirklichen dort als Pioniere in Zusammenarbeit mit Gea ein wegweisend konsequentes Hygienekonzept für ihre Anlage – um damit ihre Bierspezialität von 1872 unverändert nach dem Gründungsrezept brauen zu können.

Mit 100 Mitarbeitern und einer vollautomatisierten Prozessanlage produziert die Brauerei Schneider Weisse in Kelheim ihr klassisches obergäriges „Original Weissbier“ sowie weitere Weißbierspezialitäten mit einem Gesamtvolumen von 250 000 hl/Jahr. „Bairisches Weissbier“, am besten mit „i“, sagt Braumeister Drexler mit einem Augenzwinkern. Er bleibt dem 150 Jahre alten Originalrezept des Unternehmensgründers Georg Schneider treu, denn die darin überlieferten Verfahren machen die Schneider Weisse im Bierglas zu etwas Besonderem: Im Gärkeller schöpfen die Brauer an offenen Bottichen die aufsteigende Hefe ab und können so den Gärprozess, der beim klassischen Weißbier das Aroma bestimmt, genau beobachten. Das Jungbier wird anschließend nicht wie üblich hitzebehandelt, sondern für ein wochenlanges Nachgären in der Flasche mit aktiver Hefe und unvergorener Würze versetzt. Erst wenn schon der Verschluss sitzt, erhält so die Schneider Weisse ihren gewünschten Alkohol- und Kohlensäureanteil – und ihre wichtigen typischen sensorischen Eigenschaften.