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Praktische Hilfe für die Ukraine Trinkwasser: EU repariert die Versorgungs-Grundstrukturen in Butscha

Von Winfried Rauscheder 2 min Lesedauer

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In den ersten Wochen des russischen Überfalls auf die Ukraine im März 2022 gelangte der Vorort von Kiew zu trauriger Berühmtheit. Die Zerstörungen in Butscha, vor dem Krieg ein begehrtes, „hippes“ Wohnviertel, waren verheerend – über der Erde, aber auch darunter. Hochwertiges Trinkwasser gab es für die Einwohner mehr als zwei Jahre lang nicht.

Eine moderne Enteisenungsanlage sorgt in Butscha für gesundes Trinkwasser.(Bild:  EIB)
Eine moderne Enteisenungsanlage sorgt in Butscha für gesundes Trinkwasser.
(Bild: EIB)

Das hat sich nun geändert: Die Wasserversorgung wurde instandgesetzt und technologisch grundlegend erneuert – mit Hilfe von Geldern aus dem Wiederaufbauprogramm der EU. Das sektorübergreifendes Rahmendarlehen, das die Europäische Investitionsbank EIB bereitstellt, umfasst insgesamt 340 Millionen Euro. Im Rahmen des Programms können ukrainische Kommunen ihre grundlegenden Infrastrukturen erneuern – auch das Trinkwasser. Ziel ist es, die Lebensbedingungen von Binnenvertriebenen so weit zu verbessern, dass sie vor Ort wieder ein halbwegs „normales“ Leben führen können - auch wenn der  Kriegszustand noch andauert.

Die neu instand gesetzte Anlage in Butscha ist mit einer modernen Enteisenungs-Technologie ausgerüstet: Das Wasser kann mit Sauerstoff behandelt und anschließend durch spezielle Druckfilter geleitet werden. Dadurch sinken die Umweltrisiken, es bestehen weniger Gefahren für die Gesundheit des technischen Personals, mögliche Negativeffekte für die Bevölkerung werden gemildert. Außerdem läuft die Anlage autonom, sodass eine fortlaufende Wartung vor Ort nicht erforderlich ist.

Wiederaufbau für die Ukraine: Trinkwasser als Grundlage 

Die Wasserversorgung in Butscha ist das erste von 17 „Sozialinfrastruktur-Projekten“, das im Rahmen des EU-Programms erfolgreich abgeschlossen wurde. Es hat bisher rund 100.000 Euro gekostet. Weitere 157 Projekte mit ähnlicher Zielsetzung sind im ganzen Land zurzeit in der Umsetzung – in gänzlich verschiedenen Phasen.

Die EIB, sozusagen die „KfW der Europäischen Union“, ist als Finanzierungsinstrument für den strukturellen Aufbau der Ukraine schon seit 2007 im Land tätig. Seit dem russischen Einmarsch im Februar 2022 hat sie die finanzielle Unterstützung zur Stabilisierung und Modernisierung des Landes ausgeweitet. Rund zwei Milliarden Euro wurden bisher im ganzen Land für Notreparaturen der kriegsbeschädigten Infrastruktur ausgezahlt.

Für Rémi Duflot, den stellvertretenden Leiter der EU-Delegation in der Ukraine, markiert die Wiederinbetriebnahme der Wasserversorgung in Butscha einen Wendepunkt: „Die moderne Anlage, die wir jetzt in Betrieb nehmen konnten, ist für die Einwohnerinnen und Einwohner dieser vom Krieg schwer gezeichneten Stadt ein unglaublich wichtiger Fortschritt. Ein Symbol dafür, dass sie sich jetzt auf den Wiederaufbau konzentrieren können.“

Das bestätigt auch Anatoliy Fedoruk, der Bürgermeister von Butscha: „Die neue Enteisenungsanlage ist für uns viel mehr als nur eine technische Anlage. Sie ist ein entscheidender Schritt, um die Trinkwasserqualität für Tausende von Menschen ganz praktisch zu verbessern. Sauberes Wasser bedeutet Gesundheit und Lebensqualität. Jeder Haushalt in Butscha hat dazu jetzt wieder Zugang.“ Und Sergii Marchenko, der Finanzminister der Ukraine, ergänzt: „Die Instandsetzung der Anlage in Butscha steht symbolisch für den Wiederaufbau der Infrastruktur in unserem Land – mit der Unterstützung der EU und ihrer Bank.“

EIB-Aktivitäten in der Ukraine – nach Sektoren.(Bild:  EIB)
EIB-Aktivitäten in der Ukraine – nach Sektoren.
(Bild: EIB)

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