Betriebs-/Reinigungstechnik Sauber durchgeputzt
Je kostspieliger die Produkte, desto dringender ist die Forderung, Produktverluste zu minimieren. Molchsysteme, ursprünglich für die Mineralölindustrie gedacht, kommen daher auch in hygienisch kritischen Bereichen der Pharmaindustrie immer häufiger zum Einsatz. Welche Molchsysteme hygienegerecht ausgerüstet sind, lesen Sie im folgenden Beitrag.
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Je kostspieliger die Produkte, desto dringender ist die Forderung, Produktverluste zu minimieren. Molchsysteme, ursprünglich für die Mineralölindustrie gedacht, kommen daher auch in hygienisch kritischen Bereichen der Pharmaindustrie immer häufiger zum Einsatz. Welche Molchsysteme hygienegerecht ausgerüstet sind, lesen Sie im folgenden Beitrag.
Gut in Form müssen sie sein - Molche sind in der Regel zwar fast kugelförmig, in der Mitte jedoch tailliert. Sie werden mit Luftdruck oder durch den Druck einer Flüssigkeit durch Rohre und Leitungen in einer hohen Geschwindigkeit gepresst. Die konkreten Anwendungsgebiete sind dabei so vielfältig wie die Arten der verwendeten Molche. Wurden sie einst vorzugsweise in der Ölindustrie zur Reinigung der Pipelines eingesetzt, erfüllen sie heute auch in sensiblen Bereichen wie in der Pharmaindustrie einen wichtigen Zweck. Gerade dort ist es wichtig, dass die Leitungen regelmäßig gereinigt werden, um die Produkte vor Verunreinigungen zu schützen oder Produktverluste zu minimieren.
Der Vorteil: Die fließfähigen Produkte werden ohne Vermischung mit anderen Medien aus den Rohrleitungen geschoben. Ein Standard-Molchsystem besteht aus einer einfachen Molchstation, einer Molch-Reinigungsstation und einem Molch. Die Molchstation nimmt den Molch nach erfolgtem Produktausschub auf. In der Molch-Reinigungsstation befindet sich der Molch während der Produktion und der Reinigung. Die Molchstationen können einfach eingebaut und in vorhandene Produktionsanlagen integriert werden. Meist handelt es sich um vollautomatische Systeme, die fest in die geschlossenen Rohrleitungen integriert und vollständig CIP-/SIP-fähig sind.
So sind die Molch-Inlinestationen von Nocado als Sende- und als Empfangsstation geeignet. Diese kommen immer dann zum Einsatz, wenn der Molch während des Produktionsprozesses und während der Reinigung in der Inlinestation verbleibt. Üblicherweise fahren dann die Molche automatisch zurück. Bei dieser Inlinestation wird für den Molchprozess die Inline-Klappe um 90° geschaltet und der Nocado-Molch wird vom nachfolgenden Medium in Strömungsrichtung getrieben.
Die Station ist für den automatischen Betrieb ausgelegt, kann aber auch mit Handgriff manuell geschaltet werden. Der Molch von Nocado ist vollständig CIP- und SIP-fähig. Auf Grund seines asymmetrischen Aufbaus (Räumschild auf der einen Seite, Kugel auf der anderen Seite) kann er sehr enge Bögen durchfahren und unreduzierte
T-Stücke überfahren. Trotz bevorzugter Fahrtrichtung kann der Molch auch bidirektional eingesetzt werden. Er steht in Silikon mit FDA-Zertifikat zur Verfügung.
Optimale Reinigung
Mit einer neuen Molchstation von Südmo ist es möglich, Medien nacheinander zu trennen, ohne die Molche zwischenzeitlich zurücksenden zu müssen. Realisiert wird dies durch ein platzsparendes Revolversystem, in dem die Molche auf einer Kreislinie in einem drehbaren Käfig in einer fest mit der Rohrleitung verbundenen Trommel angeordnet sind. Durch das Drehen des Käfigs über einen Stellantrieb werden die Molche in Sendeposition gebracht. Mithilfe eines vergleichsweise kurzen Hubkolbens werden die Molche zum Absenden in die Rohrleitung geladen.
Die Länge des Hubkolbens bleibt unverändert, auch wenn die Station für vier, fünf oder sechs Molche ausgerüstet ist. Während der Reinigung wird der Käfig durch das Reinigungsmedium in Rotation versetzt und gewährleistet so – selbst bei geringer Strömungsgeschwindigkeit – eine optimale Reinigung der Station und der darin befindlichen Molche. Mit dem Lippen-Gelenkmolch ist es möglich, das Rohrleitungssystem mit engsten Biegeradien zu durchfahren. Die Dichtwirkung bleibt auch in den Bögen voll erhalten
Entscheidende Peripherie
Spezialist für das Thema Molchen ist auch das Heilbronner Unternehmen G. A. Kiesel, das seit über 20 Jahren als Molchtechnikproduzent in allen Branchen tätig ist. Entscheidend für den Einsatz in der Praxis sind nicht nur die Inline-Stationen und Molche, sondern auch das Zubehör. Daher hat das Unternehmen jüngst einige Neuprodukte auf den Markt gebracht. Zum Beispiel den Molchtempomat, der eine gleichmäßige Molchgeschwindigkeit bei Produkten mit verschiedenen Viskositäten garantiert. Zum Einsatzgebiet zählen auch lange Molchleitungen oder solche mit großen Höhenunterschieden.
Der Molchtempomat besteht aus einem Regelsystem, das die Durchflussmenge des gasförmigen Treibmediums über den Druck regelt und mit dem eingegebenen Sollwert vergleicht. Des weiteren werden an die Systemkomponenten in sterilen Verfahrensprozessen besonders hohe Hygieneanforderungen gestellt. Ein neues Sitzventil und Doppelsitzventil von Kiesel mit totraumfreiem Produktabzweig in der Molchleitung wurden speziell für den Aseptikbereich entwickelt. Hochwertige Oberflächen und Gehäuse- sowie Sitzdichtungen aus NBR, EPDM, Viton sorgen dafür, dass die Ventile CIP- und SIP-fähig sind.
Auch in den DMV-Molchsystemen des Merseburger Unternehmens Laeuffer werden ausschließlich totraumfreie CIP/SIP-fähige Inox-Bogenventile, -Weichen und entsprechend ausgelegte CIP/SIP-Molchsende- und Empfangsstationen optional mit 3-A-Zulassung eingesetzt. Aufgrund der modularen Konstruktion aller Komponenten kann auf Rohrverschraubungen fast ganz verzichtet werden, wobei sämtliche Ventile auch eingeschweißt zerlegbar bleiben und problemlos umgerüstet werden können.
Bereits im Vorfeld werden somit wesentliche Hygienekriterien erfüllt und klassische Problembereiche eliminiert. Das Ausschieben der Produktleitung erfolgt mit einem dynamische Zwei-Lippenmolch, der eine hohe Reinigungswirkung besitzt und annähernd verschleißfrei arbeitet. Die vollständige Abdichtung zwischen Treibmedium (Luft, Wasser) und Produkt ist durch Taillierung des Molchkörpers und die dynamisch arbeitenden Dichtlippen gewährleistet.
Damit sind 90°-Standardrohrbögen problemlos passierbar; unterschiedliche Rohrinnendurchmesser innerhalb einer Produktleitung werden aufgrund dieser Dichtlippendynamik zuverlässig kompensiert. Bereits vorhandene Produktleitungen können dadurch vielerorts ohne größeren Aufwand molchbar gemacht werden. Dynamische Lippenmolche sind optional mit einem Magnetkern zur Ortung und Steuerung ausgerüstet und können in geschlossenen Systemen ohne Herausnehmen gereinigt werden.
Fazit: Dank technischer Anpassungen kommen immer mehr hygienegerechte Molchsysteme auf den Markt, die CIP/SIP-fähig sind. Der Vorteil: Beim Einsatz entstehen keine Produktverluste, da das Produkt durch den Molch vollständig ausgeschoben wird. Im Vergleich zu nicht molchbaren Leitungen sind molchbare Leitungen produktiver, da sich die Zeiten für die Produktwechsel verkürzen.
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