Korrosionsüberwachung

Permanente Wanddicken-Messung von Rohrleitungen erhöht Anlagenverfügbarkeit

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Vollautomatisiert auf der sicheren Seite

Alle zuvor aufgeführten Nachteile vermeidet die neue Permasense-Lösung von Emerson. Sie setzt als erstes Verfahren auf permanente vollautomatisierte Wanddickenmessung. Dabei werden Sensoren von außen an den zu überwachenden Stellen befestigt, ohne jedoch die zu überwachende Wandung zu beschädigen. Die montierten Sensoren messen von diesem Zeitpunkt an permanent die Wanddicke der entsprechenden Rohrleitung. Die Befestigung geschieht entweder mit Spannbändern außen am Rohr oder per klassischer Befestigung mit Schrauben oder Schweißverbindungen.

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Die zweite Variante ist insbesondere für Anwendungen in hohen Temperaturbereichen von Vorteil, da eine thermische Dehnung der Rohrleitungen die Befestigung nicht beeinflussen kann. Für den Temperaturbereich bis 120 °C ist ein Sensor verfügbar, der magnetisch auf der Rohrleitung befestigt wird und auch durch eine vorhandene Lackschicht messen kann.

Da eine externe Energieversorgung oft nicht möglich ist, besitzt jeder Sensor eine eigene Batterie, die einen Einsatz über mehrere Jahre hinweg gewährleistet.

Alle Sensoren übertragen ihre Messdaten mithilfe des kabellosen Wireless-Hart-Standards. Dieser bietet zwei Vorteile: Zum einen dient jeder Sensor als Sender und Empfänger und sichert somit eine stabile Datenübertragung, zum anderen können Sensoren einfach, schnell und effizient montiert und in Betrieb genommen werden.

Eine Temperaturkompensation in den Sensoren entkoppelt die Erfassung der Wanddicke von Temperatureinflüssen.

Die gewonnenen Messdaten werden direkt zum Arbeitsplatz des zuständigen Mitarbeiters weitergeleitet und können dort in Echtzeit mit hoher Frequenz und Qualität visualisiert und analysiert werden. Der Wegfall von manuellen Messungen an schwer zugänglichen Orten trägt wesentlich zur Sicherheit des Anlagenpersonals bei.

Ursachenforschung leicht gemacht

Mit Permasense lassen sich nicht nur Erosion und Korrosion frühzeitig und zuverlässig erkennen, sondern auch – durch die Korrelation von Prozessbedingungen – deren Ursachen leichter aufspüren. Mit der entsprechenden Zudosierung chemischer Neutralisatoren als Maßnahme kann ein drohender Materialverschleiß dann rechtzeitig verhindert werden. Auch Materialoptimierungen und Rohrleitungsplanungen sind deutlich einfacher als bisher.

Durch die Entkopplung von Messung und Anlagenstillstand werden unnötige Wartungsausfälle vermieden, der sichere Betrieb zwischen zwei Stillständen ist somit vorhersehbar und planbar. Notwendige Wartungs- und Reparaturmaßnahmen sind dank der permanent zur Verfügung stehenden Messdaten ebenfalls effizient planbar.

Durch den tieferen Einblick in den Prozess ist ersichtlich, welchen Einfluss Produktionsumstellungen auf die Rohrleitungen haben. Ein optimierter Anlagenbetrieb ist mithilfe der zusätzlich verfügbaren Informationen leicht umsetzbar.

Last not least müssen Betreiber von Chemieanlagen gegenüber Prüfinstanzen ihre Wartungsintervalle darlegen. Mithilfe der Permasense-Messdaten kann der Anlagenzustand gegenüber Prüfinstanzen belegt und somit eine Verlängerung der Wartungsintervalle erreicht werden.

* C. Golletz ist Field Sales Engineer, R. Küper ist Business Development Manager Plantweb & Operational Certainty, Emerson Automation Solutions, Langenfeld.

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