Bioökonomie und Logistikbranche
Neue Wege, neue Chancen: Warum die Bioökonomie die Logistikbranche revolutioniert

Aktualisiert am 13.11.2025 Ein Gastbeitrag von Thomas Waaden, Projektmitarbeiter bei TransBIB und wissenschaftlicher Mitarbeiter am GEMIT-Institut der Hochschule Niederrhein in Mönchengladbach 9 min Lesedauer

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Die Bioökonomie gelingt nur mit funktionierender Logistik. Effiziente, resiliente Lieferketten bringen Biomasse zuverlässig vom Feld in die Fabrik und biobasierte Produkte zeit- und kostengerecht zum Abnehmer. SCM ist das Rückgrat der Bioökonomie – heute und morgen. Wie der Wandel von fossilen Rohstoffen zu Biomasse Prozesse, Netzwerke und Anforderungen entlang der Supply Chain verändert.

Kreislaufwirtschaft ist das Ziel der Bioökonomie(Bild: ©  Anon)
Kreislaufwirtschaft ist das Ziel der Bioökonomie
(Bild: © Anon)

Biogene Materialien unterscheiden sich grundlegend von Öl, Gas oder Erzen in ihrer Verfügbarkeit, Beschaffenheit und Lieferkette. Damit die Bioökonomie voran kommt, müssen Logistik und Supply Chain Management an die speziellen Anforderungen biogener bzw. nachwachsender Rohstoffen angepasst werden. Studien zeigen, dass Logistikkosten in Biomasse-Lieferketten zwischen 34 Prozent und 77 Prozent der Gesamtkosten ausmachen können – in Extremfällen sogar bis zu 90 Prozent. Damit wird deutlich, wie stark die Wirtschaftlichkeit biobasierter Wertschöpfung von effizienten Transportlösungen abhängt. [3].Diese aufzubauen bietet große wirtschaftliche Chancen. Alle Beteiligten stehen aber auch vor großen Herausforderungen, denn die bioökonomische Supply Chain folgt gänzlich anderen Regeln als die fossiler Rohstoffe.

Saisonale Verfügbarkeit, dezentrales Aufkommen und hohe Variabiltät – Warum Biomasse anders ist

Einer der größten Unterschiede zu fossilen Rohstoffen ist die saisonale Verfügbarkeit. Während fossile Ressourcen ganzjährig sprudeln, bewegen sich die Lieferketten der Bioökonomie in einem geordneten Chaos aus Erntespitzen und saisonalen Tälern. Viele Biomasse-Rohstoffe fallen saisonal an (z.B. Erntezeiten in Land- oder Forstwirtschaft). Dies führt zu unregelmäßigen Angebotsmengen und erfordert eine angepasste Supply-Chain-Planung, etwa durch Zwischenlagerung oder flexible Transportkapazitäten. [1]