Destillationsanlage erneuert Neue Ventilbodenkolonne steigert Effizienz bei Richard Geiss in Offingen

Quelle: Richard Geiss 3 min Lesedauer

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Am Unternehmenssitz in Offingen hat Richard Geiss eine neue Ventilbodenkolonne in Betrieb genommen. Die Anlage steigert die Effizienz der Lösemittelaufbereitung, verkürzt Umstellzeiten bei wechselnden Stoffströmen und unterstützt eine genauere Erfassung des CO₂-Fußabdrucks der recycelten Produkte.

Die Aufstellung der neuen Kolonne übernahm das Team von Richard Geiss in Eigenregie. (Bild:  Richard Geiss)
Die Aufstellung der neuen Kolonne übernahm das Team von Richard Geiss in Eigenregie.
(Bild: Richard Geiss)

Der Lösemittelspezialist Richard Geiss hat den Anlagenpark am Unternehmenssitz in Offingen (Bayern) weiter modernisiert. Mit der Inbetriebnahme einer neuen Ventilbodenkolonne steigert das Unternehmen die Effizienz der Lösemittelaufbereitung und senkt zugleich den Energieverbrauch sowie die anfallenden Destillationsabfälle pro Charge.

Die neue Destillationskolonne ersetzt eine bestehende Anlage und erhöht die Flexibilität bei der Bearbeitung kundenspezifischer Recyclinganfragen. In den Austausch und die Modernisierung des Kolonnenparks investierte Richard Geiss rund 750.000 Euro.

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„Die neue Kolonne ist ein weiteres Puzzleteil, um unserer Vision CO2-neutraler Lösemittel in höchster Qualität noch ein Stück näherzukommen. Dafür modernisieren wir unseren Anlagenpark kontinuierlich“, erklärt Bastian Geiss, geschäftsführender Gesellschafter bei Richard Geiss. „Vor 50 Jahren haben wir mit einer Kolonne gestartet. Mittlerweile haben wir in Offingen zwölf Destillationskolonnen zur Lösemittelaufbereitung im Einsatz.“

Den Tausch der Kolonne A unternahm das Unternehmen in Eigenregie und mit eigenem Personal: von der Demontage der alten Füllkörperkolonne bis hin zur Aufstellung und Inbetriebnahme der neuen Ventilbodenkolonne. „Der Switch erfolgte innerhalb von drei Wochen. Das war wirklich ein flottes Tempo und nur mit einer super Vorplanung zu schaffen“, betont Veit Jähne, Betriebsleiter und Prokurist bei Richard Geiss. Die neue Kolonne ist seit August 2025 in Betrieb, und zwar im Bereich der brennbaren und leicht entzündlichen Lösemittel – mengentechnisch der größte Bereich des Lösemittelrecyclers in Offingen.

Ventilbodenkolonne für erhöhte Trennleistung

Die Neuheit im Kolonnenpark des bayerischen Lösemittelspezialisten ist eine 26 Meter hohe Ventilbodenkolonne mit 50 Böden, was eine erhöhte Trennleistung zur Folge hat. An der Aufarbeitungsleistung mit maximal 1000 Kilogramm pro Stunde hat sich, im Vergleich zur alten Anlage, jedoch nichts geändert. Dank der neuen Kolonne ist die Stofftrennung beim Recycling von Altware zudem rechnerisch besser nachvollziehbar – für eine höhere Reinheit der Lösemittel und höchste Qualität der Destillate.

Auch das Umstellen von einem Lösemittel auf ein anderes bzw. von einem zum nächsten Destillationsschritt geht in der neuen Kolonne noch einfacher: „Wir sind jetzt deutlich schneller und haben vom ersten Liter an eine top Qualität des Destillats“, freut sich Andreas Krebs, Assistent der Betriebsleitung. Statt ehemals in rund acht Stunden klappt der Umstellungsprozess in der neuen Kolonne in einer Stunde. „Das macht uns noch flexibler für Recyclinganfragen unserer Kunden“, ergänzt Veit Jähne. Und weil Richard Geiss auf dem Firmengelände in Offingen eine zweite baugleiche Kolonne (Kolonne F) hat, ist die Flexibilität in der Aufbereitung dementsprechend groß.

Genau diese Flexibilität braucht der Lösemittelspezialist auch. „Wir sind nicht der klassische Betrieb mit 3000 Tonnen Altware eines Lösemittels, das wir destillieren. Sondern wir bekommen von unseren Kunden viele verschiedene Stoffe zur Aufbereitung und in nur vergleichsweise kleinen Chargen. Da ist es von Vorteil, wenn wir in der Destillation möglichst schnell und unkompliziert umstellen können“, so Bastian Geiss.

Nachhaltigkeit und CO2-Fußabdruck

Nicht nur bei der Trennleistung, Anlageneffizienz und Umstellung überzeugt die neue Kolonne, sondern auch in punkto Nachhaltigkeit. Ihre verbesserte Isolation verhindert Wärmeverluste und dank des modernen Energiemanagements kann das Unternehmen die Energieflüsse direkt online einsehen. „Wir müssen uns nicht mehr, wie bei der alten Kolonne, auf Kalkulationen und Tests verlassen, sondern können direkt den Ist-Energieverbrauch im Destillationsprozess messen. Daraus können wir wiederum den Product Carbon Footprint unserer Destillate berechnen“, so Veit Jähne.

Als erster Hersteller überhaupt ermittelt Richard Geiss für jeden Kunden und jedes Rezyklat individuell den so genannten Product Carbon Footprint und setzt diesen in Vergleich zu neu produzierter Ware. Der Lösemittelspezialist stellt seinen Kunden dafür spezielle CO2-Urkunden aus.

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