Depolymerisation von PET-Abfällen Recyclingunternehmen Matterr errichtet Anlage im Chemiepark Knapsack

Quelle: Yncoris 2 min Lesedauer

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Im Chemiepark Knapsack entsteht eine neue Depolymerisationsanlage: Matterr will dort ab 2026 jährlich rund 10.000 Tonnen komplexer PET-Abfälle verarbeiten. Das Verfahren ersetzt fossile Rohstoffe und stärkt die Transformation des Standorts in Richtung Kreislaufwirtschaft.

(Von links oben) Ralf Müller (Yncoris), Benjamin Rump (Matterr), Melanie Hackler (Matterr), Christoph Kappenhagen (Yncoris), Jan Rückold (matterr), Pierre Kramer (Yncoris) (Links unten) Sebastian Trunk (Yncoris), Clemens Müller (Matterr)(Bild:  Yncoris)
(Von links oben) Ralf Müller (Yncoris), Benjamin Rump (Matterr), Melanie Hackler (Matterr), Christoph Kappenhagen (Yncoris), Jan Rückold (matterr), Pierre Kramer (Yncoris) (Links unten) Sebastian Trunk (Yncoris), Clemens Müller (Matterr)
(Bild: Yncoris)

Das Recyclingunternehmen Matterr siedelt sich im Chemiepark Knapsack an und wird im Werksteil Hürth eine kleinindustrielle Depolymerisationsanlage mit einer Jahreskapazität von rund 10.000 Tonnen bauen. Mit der Ansiedlung sieht der Standortbetreiber Yncoris einen weiteren Meilenstein in der Transformation des Standorts in Richtung Kreislaufwirtschaft gesetzt. Der Spatenstich ist für 2026 geplant. In der neuen Anlage sollen rund 30 Personen arbeiten.

Das patentgeschützte Depolymerisationsverfahren von Matterr verarbeitet komplexe, gemischte PET-Abfälle – wie Mischgewebe und mehrschichtige Verpackungen – unter atmosphärischem Druck in seine ursprünglichen Primärstoffe. Nach einer Aufreinigung können diese in bestehenden Polyester-Produktionsanlagen zu neuwertigen Produkten verarbeitet werden und dabei fossile Rohstoffe aus petrochemischen Verfahren vollständig ersetzen. Für seine Produktion wird das Unternehmen in Knapsack die vorhandene Verbundstruktur nutzen und einzelne Stoffe von Anlagenbetreibern vor Ort beziehen. „Der Chemiepark Knapsack ist für uns der ideale Standort: Mit seinem klaren Fokus auf die Förderung der Kreislaufwirtschaft passt er hervorragend zu unserem Ansatz“, sagt Melanie Hackler, CEO von Matterr. „Gemeinsam mit Yncoris schaffen wir hier die Basis für eine zukunftsorientierte, kreislaufbasierte PET-Industrie unabhängig von fossilen Rohstoffen. Gleichzeitig wollen wir beweisen, dass unser Ansatz ökonomisch tragfähig ist und neue Maßstäbe für nachhaltige Lieferketten in diversen Industrien setzen kann.“

Mit der Skalierung will Matterr beweisen, dass fossilfreie Kreislaufwirtschaftslösungen im industriellen Maßstab funktionieren und einen neuen Standard für nachhaltige Lieferketten in diversen Industrien setzen. Für Benjamin Rump, COO von Matterr, liegt die große Herausforderung nach wie vor darin, ein effizientes und skalierbares Recyclingverfahren umzusetzen: „Genau das haben wir bei Matterr entwickelt. Mit der neuen Industrieanlage zeigen wir, dass unser Depolymerisationsverfahren im großtechnischen Maßstab funktioniert – zuverlässig und mit hoher Prozessstabilität. Dabei profitieren wir von der Erfahrung von Yncoris, die uns beim Aufbau und der Anbindung an die Infrastruktur unterstützt. Diese Partnerschaft ist ein entscheidender Faktor für den erfolgreichen Schritt vom Pilotmaßstab zur industriellen Umsetzung.“

Transformation schreitet voran

Der Chemiepark Knapsack entwickelt sich seit einigen Jahren in Richtung Kreislaufwirtschaft. Matterr ist bereits das dritte Unternehmen am Standort, das sich dem Thema Recycling widmet. „Unser Plan war und ist es, im Chemiepark Knapsack Prozessanlagen anzusiedeln, die mit nachhaltigen Produktionen den Stoffverbund erhalten und die lokale Kreislaufwirtschaft stärken“, sagt Ralf Müller, Vorsitzender der Geschäftsleitung Yncoris, die den Chemiepark betreibt. „Matterr passt mit seiner großen Expertise und seiner fortschrittlichen Lösung ausgezeichnet zum Standort.“

Im letzten Jahr sicherte sich bereits Lyondell Basell eine große Fläche im neuen Werksteil Hürth-Süd, um dort ein integriertes Recycling- und Weiterverarbeitungszentrum für Kunststoffabfälle zu bauen. Schon seit April 2021 recycelt Palurec in einer Anlage im Chemiepark Knapsack erfolgreich Getränkekartons. Zudem kann im seit 2009 bestehenden Ersatzbrennstoffkraftwerk aus Abfällen, die sich nicht mehr recyceln lassen, Dampf gewonnen werden. Dieser Dampf ist wiederum wichtiger Teil der Produktion am Standort.

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