gesponsertExklusiv-Interview So gelangen Sie erfolgreich zur Smart Factory

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Mit der Integration von Felten, dem MES-Spezialisten für Prozessindustrie, manifestiert MPDV seine Marktstellung. Martin Seer, Experte für Prozessindustrie und Principal Sales bei MPDV erläutert, wie diese wettbewerbsfähig bleiben kann und welche Rolle KI dabei spielt.

Entscheidender Wegbegleiter hin zur Smart Factory ist eine geeignete Fertigungs-IT. Sie besteht aus verschiedenen Funktionen und Systemen, die flexibel miteinander zusammenarbeiten müssen. Damit alles reibungslos läuft, ist eine umfassende Interoperabilität essenziell.(Bild:  Firefly / © Miftahul - stock.adobe.com / KI-generiert)
Entscheidender Wegbegleiter hin zur Smart Factory ist eine geeignete Fertigungs-IT. Sie besteht aus verschiedenen Funktionen und Systemen, die flexibel miteinander zusammenarbeiten müssen. Damit alles reibungslos läuft, ist eine umfassende Interoperabilität essenziell.
(Bild: Firefly / © Miftahul - stock.adobe.com / KI-generiert)

Herr Seer, vor Kurzem hat MPDV den MES-Spezialisten für Prozessindustrie Felten integriert. Was bedeutet das für den Markt?

Martin Seer: Damit baut MPDV seine Marktposition weiter aus. Der Zusammenschluss besiegelt die schon seit 2019 bestehende Zusammenarbeit beider Unternehmen. Seitdem wurde die Expertise aus dem Bereich der Prozessindustrie komplett in die Produkte und Services überführt. Damit sind wir ein Anbieter für die Produktionsdigitalisierung mit einem vollumfänglichen Portfolio sowie einer breiten Branchenexpertise.

Vor welchen Herausforderungen steht Ihrer Ansicht nach die Prozessindustrie momentan?

Die Prozesse in der Produktion werden immer komplexer. Da reichen analoge Hilfsmittel nicht mehr aus. Um den Überblick zu behalten, müssen Abläufe digitalisiert und Informationen aus den erfassten Daten gewonnen werden. Besonders im Shop­floor macht sich eine mangelnde Transparenz sehr schnell bemerkbar. Wenn Mitarbeitende nicht wissen, was in Echtzeit wo passiert, können sie auch keine Maßnahmen in Echtzeit in die Wege leiten. Eine weitere Herausforderung sind die vielen regulatorischen Anforderungen, wie die Einhaltung von Qualitätsstandards und gesetzlichen Vorgaben. Das ist aufwändig und muss lückenlos dokumentiert werden. Und schließlich machen die immer schnelleren Produktwechsel, die wachsende Produktvielfalt und niedrigen Stückzahlen, bis zur Losgröße 1, Produktionsbetrieben zu schaffen. Da Kunden immer individuellere Produkte wünschen, müssen die Prozesse hochgradig flexibel sein.

„Man muss nicht gleich alle Systeme ablösen, was ohnehin nicht sinnvoll ist. Unser Best-Practice-Ansatz ist, eine detaillierte Analyse durchzuführen, um zu entscheiden, welche Anwendungen oder Lösungen bleiben können und welche ersetzt werden müssen.“ Martin Seer, Pricipal Sales bei MPDV und Experte für Prozessindustrie(Bild:  MPDV)
„Man muss nicht gleich alle Systeme ablösen, was ohnehin nicht sinnvoll ist. Unser Best-Practice-Ansatz ist, eine detaillierte Analyse durchzuführen, um zu entscheiden, welche Anwendungen oder Lösungen bleiben können und welche ersetzt werden müssen.“ Martin Seer, Pricipal Sales bei MPDV und Experte für Prozessindustrie
(Bild: MPDV)

Mit welchen Lösungen reagiert MPDV darauf?

Wir sind darauf spezialisiert, Standardprodukte anzubieten, die sich schnell implementieren lassen und rasch positive Ergebnisse zeigen. Unsere Lösungen sind so konzipiert, dass sie trotz ihres standardisierten Ansatzes flexibel konfiguriert werden können, um die individuellen Bedürfnisse unserer Kunden zu erfüllen. Zudem bündeln wir unser Know-how und sorgen unter unseren Kunden mit der Anwendergruppe Smart Factory Society für einen regen Austausch. Alle zwei Jahre kommen die mehr als 500 Mitglieder zur Smart Factory Conference zusammen.

Das 4-Stufen-Modell von MPDV beschreibt die einzelnen Stationen, die bis zur Umsetzung der Smart Factory nötig sind.(Bild:  MPDV)
Das 4-Stufen-Modell von MPDV beschreibt die einzelnen Stationen, die bis zur Umsetzung der Smart Factory nötig sind.
(Bild: MPDV)

Wie lassen sich die Prozesse in der Prozessindustrie durch Digitalisierung effizient und zukunftssicher umsetzen?

Produktionsbetriebe müssen ihre IT-Landschaft analysieren und ihre Potenziale identifizieren. Es ist wichtig, ineffiziente Prozesse klar zu benennen. Diese Erkenntnisse bilden die Grundlage für die nächsten Schritte, beispielsweise über das MPDV-4-Stufenmodell, eine digitale Transformation umzusetzen. Es beschreibt den Weg von der ersten Digitalisierung bis hin zur vollständig vernetzten Smart Factory und stellt sicher, dass Investitionen nachhaltig und zukunftssicher sind.

Oft sind die Systemlandschaften in der Prozessfertigung stark fragmentiert und bestehen aus gewachsenen Systemen. Welche Maßnahmen sind dafür geeignet?

Man muss nicht gleich alle Systeme ablösen, was ohnehin nicht sinnvoll ist. Unser Best-Practice-Ansatz ist, eine detaillierte Analyse durchzuführen, um zu entscheiden, welche Anwendungen oder Lösungen bleiben können und welche ersetzt werden müssen. Um die Daten aus den bestehenden Systemen effektiv zu nutzen, ist eine zentrale Datendrehscheibe wie unsere MIP (Manufacturing Integration Platform) eine gute Lösung. Da sie auf einem offenen Plattformansatz basiert, kann sie über definierte Schnittstellen (APIs) mit anderen Systemen verbunden werden. Die Daten werden dadurch integriert und bilden eine gemeinsame Datenbasis für alle Produktionsprozesse. Wer seine IT-Architektur in der Produktion erweitern will, kann das mit Manufacturing Applications (mApps) aus unserem Hause oder von unseren Partnern nach dem gleichen Prinzip tun.

Wie gelingt es, Potenziale in den Betrieben ausfindig zu machen und zu erschließen?

Dafür stehen den Betrieben verschiedene Wege offen. Einerseits können sie die IST-Situation analysieren, etwa mit einem Value Stream Mapping, einer Wertstromanalyse, um Ineffizienzen zu identifizieren. Andererseits können sie sich auch beraten lassen. Diese Dienstleistung bieten wir ebenfalls an. Damit unterstützen wir unsere Kunden gezielt von Anfang an mit unserer Expertise. Ein weiterer effektiver Ansatz, mit dem wir gute Erfahrungen gemacht haben, ist der sogenannte Big Picture Workshop. Dabei entwickeln Mitarbeiter aus verschiedenen Abteilungen ein gemeinsames Verständnis für die aktuellen Prozesse und deren Schwachstellen. Ziel ist, das „große Ganze“ zu sehen. In diesen Workshops decken wir Optimierungspotenziale auf, die Unternehmen nutzen können.

Konsequente Integration für die perfekte Symbiose

Der Zusammenschluss von MPDV Mikrolab, MES-Spezialist, und Felten Group, Lösungs-Experte für die Prozessindustrie, war der konsequente und letzte Schritt einer jahrelangen erfolgreichen Zusammenarbeit beider Unternehmen. Durch die Bündelung können diese ihre Ressourcen noch gezielter einsetzen, um Kunden aus der Produktion mit präzisen Lösungen für die Herausforderungen von heute und morgen zu rüsten. Das Manufacturing Execution System (MES) von Felten ist in Hydra X for Process von MPDV übergegangen und wird unter diesem Namen vertrieben. Damit entsteht ein 2-in-1-System für die Prozessindustrie und für die diskrete Fertigung auf Basis einer hochskalierbaren, flexiblen IT-Architektur. In der Prozessindustrie spricht MPDV die Bereiche Food, Pharma, Chemie, Kosmetik, aber auch die Papierindustrie an.

Unter der Führung von Nathalie Kletti, Geschäftsführerin von MPDV, entsteht ein Lösungsanbieter für die diskrete Fertigung und die Prozessindustrie.(Bild:  MPDV)
Unter der Führung von Nathalie Kletti, Geschäftsführerin von MPDV, entsteht ein Lösungsanbieter für die diskrete Fertigung und die Prozessindustrie.
(Bild: MPDV)

„Die Integration von Felten ist der logische Schlussakt, um die beiden Welten aus Prozessindustrie und diskrete Fertigung zu vereinen. In Hydra X führen wir das Branchenwissen und die Kundenerfahrung aus der Zusammenarbeit der vergangenen Jahre zusammen. So entsteht eine zuverlässige, anpassungsfähige Fertigungs-IT mit einer noch höheren Innovationskraft und Leistungsfähigkeit, die für die Herausforderungen der Zukunft gewappnet ist“, erklärt Nathalie Kletti, Geschäftsführerin von MPDV.

Die tiefe Marktkenntnis, das profunde Verständnis für Kundenbelange und die mehr als 45-jährige erfolgreiche Firmenhistorie hat MPDV zu einem weltweit führenden Anbieter für Manufacturing Execution Systeme heranwachsen lassen. Mit Niederlassungen in Europa, Asien und Nordamerika agiert MPDV in Innovationszentren und reagiert aktiv auf die Bedürfnisse von Kunden und Märkten. Das spiegelt sich in Produktentwicklungen wie beispielsweise die technologieoffene Integrationsplattform MIP ebenso wider wie in der AI-Suite mit KI-Anwendungen für die Fertigung. Diese Lösungen wie auch das Advanced Planning System FEDRA verhelfen Produktionsunternehmen Prozesse zu digitalisierten, ebnen gleichzeitig aber auch den Weg zur Smart Factory, der intelligenten Fabrik.

Welche Möglichkeiten gibt es in der Prozessindustrie trotz hoher Regulierungsanforderungen, Betriebe wettbewerbsfähig aufzustellen?

Obwohl Softwareprodukte diese Herausforderung nicht komplett lösen, leisten sie einen entscheidenden Beitrag dazu, da sie die regulatorischen Anforderungen aus den Produktionsprozessen digital abbilden. Anstatt auf manuelle, papierbasierte Kontrollen zu setzen, können Unternehmen Software nutzen, um beispielsweise das Vier-Augen-Prinzip digital umzusetzen oder zyklische Kontrollen von Produkten zu automatisieren. Darüber hinaus spielen Automatisierung und die richtige Anlagentechnik eine wichtige Rolle, um kritische Kontrollpunkte (CCPs) direkt über die Systeme zu überwachen. Dies erhöht die Prozesssicherheit und reduziert das Risiko menschlicher Fehler.

Warum sollte die Prozessindustrie auf KI setzen?

In der Produktion fallen enorme Datenmengen an, wie zu Prozessparametern, Produkteigenschaften oder Performance-Kennzahlen. Oft bleibt deren Potenzial ungenutzt. Um diese Möglichkeiten voll auszuschöpfen, setzen wir bereits seit einigen Jahren auf Künstliche Intelligenz (KI). Dadurch gewinnen Betriebe neue Erkenntnisse. Die Analysedaten und deren Rückschlüsse daraus ermöglichen, Ausschüsse zu reduzieren, Rüstzeiten zu optimieren oder eine vorausschauende Qualitätssicherung (Predictive Quality). Die Möglichkeiten der Datennutzung mit KI bauen wir konsequent aus.

Welche KI-basierten Angebote bietet MPDV und wie aufwändig ist eine Implementierung?

Wir bieten standardisierte KI-Lösungen für die Bereiche Planung, Ressourcen, Aufträge und Qualität. Sie umfassen Analysen, etwa um die Fehlerquote, den Ausschuss oder die Maschinenperformance beurteilen zu können. Zudem ermöglichen sie Vorhersagen über die Produktqualität oder die benötigte Rüstzeit. Da unsere KI-Lösungen als Module konzipiert sind, können sie direkt im System genutzt werden, sobald ein ausreichender Datenpool vorhanden ist.

Der Erfolg von digitaler Transformation setzt auch voraus, Mitarbeitende zu befähigen und Change zu ermöglichen. Wie gelingt das?

Entscheidend ist, das „Warum“ zu kommunizieren. Wenn die Gründe für Veränderungen klar dargelegt werden, wächst auch das Verständnis bei den Mitarbeitenden. Zugleich schafft das die Grundlage, damit sie sich aktiv einbringen. Dafür braucht es offene Kommunikationsstrukturen, Schulungen und eine ausgereifte Feedbackkultur. In der Praxis hat sich gezeigt, dass Formate wie Digitaltage oder detaillierte Projektvorstellungen für alle Produktionsmitarbeitenden sehr hilfreich sind. Solche Veranstaltungen schaffen Raum für Rückfragen und helfen, Sorgen auszuräumen. Sie nehmen erste Hürden und ebnen den Weg für die weiteren Change-Prozesse.

Wie unterstützt MPDV dabei?

Wir unterstützen, indem wir Beispiele aus der Praxis und erfolgreiche Implementierungen als Referenzen zeigen. Gerne präsentieren wir das System auch live vor Ort. Darüber hinaus verfügen wir über einen großen Erfahrungsschatz im Umgang mit Produktionsbetrieben jeglicher Größenordnung, um die richtigen Hebel und Werkzeuge in Bewegung zu setzen. Das können bei kleinen und mittelständischen Betrieben ganz andere sein als bei Konzernen.

Herr Seer, vielen Dank für das Gespräch.

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