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Zweiphasige Prozessströme
Besondere Vorsicht ist beim Anfahren einer HPRT geboten. Treibt die HPRT einen Generator an, wird die Turbine normalerweise auf etwa ihre Betriebsdrehzahl beschleunigt. Nähert sich die Drehzahl der Synchrondrehzahl, wird der Generator ans Netz geschaltet, wodurch eine Last entsteht. Ohne Last könnte die HPRT schnell überdrehen.
Die Prozesssteuerung spielt eine wichtige Rolle beim Einsatz von HPRTs. Wird der Druck im Austrittsbehälter um 20 Prozent gesenkt, nimmt die Fallhöhe über der Turbine zu und die Turbine erzeugt 20 Prozent mehr Leistung als bei Nenndurchfluss und -fallhöhe. Aus diesem Grund ist es häufig ratsam, die Drehmomentkapazität der Turbinenwelle überzudimensionieren, um verschiedene Systemstörungen bei der Druckregelung zu berücksichtigen.
Meist müssen Prozesse angefahren werden, bevor die Hydraulic Power Recovery Turbine in Betrieb genommen werden kann. Häufig wird eine vollwertige Pumpe mit Motorantrieb verwendet, um den Prozess zu starten, während im normalen Betrieb ein paralleles System aus HPRT, Kupplung, Motor und Pumpe zum Einsatz kommt.
Bei Prozessen, in denen Gas oder Dampf im Prozessstrom mitgeführt wird, beispielsweise Erdgasbehandlung, Düngemittelherstellung oder Hydrodesulfurierung, verwandelt sich ein geringer Volumenanteil von Gas auf der Hochdruckseite in ein messbares Volumen auf der Niederdruckseite. Dieses Gasvolumen am Austritt kann Einfluss auf die Größe der HPRT haben.
Der hohe Gasanteil am Austritt stellt kein Problem dar, wenn die Welle robust ist, das Laufrad aus kavitationsbeständigem Material gefertigt ist und die Verschleißteile zur Reduzierung von Kontaktschäden gehärtet sind. Gasblasen in der Sperrkammer führen jedoch mit Sicherheit zu Schäden an den mechanischen Dichtungen. Daher werden für HPRTs in Prozessanwendungen Doppeldichtungen gemäß API-Plan 53 oder 54 empfohlen, um sicherzustellen, dass die mechanischen Dichtungen in einem kontrollierten flüssigen Zustand arbeiten.
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