Modular Engineering

Mehr als Copy und Paste: So geht smarte Modularisierung im Anlagenbau

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Diese Vorgehensweise bot mehrere Vorteile für die Umsetzung des PCPC:

  • Trotz hoher Modularisierung und Standardisierung der Anlage können weiterhin individuelle Kundenbedürfnisse befriedigt werden. Modularisierung bedeutet also nicht mehr gleichzeitig die Reduktion auf Standard-Konfigurationen: Da jedes Modul die Ausprägung „kundenspezifisch“ erhalten kann, bleibt die ursprüngliche Flexibilität gewahrt, allerdings ohne ihre Nachteile: Kundenspezifische Aufwände können nun unmittelbar erkannt sowie frühzeitig und sicher bewertet werden.
  • Für den Kunden ergeben sich ebenfalls Vorteile, da er sich über seine individuellen Spezifikationen hinaus aus einem Baukasten bedienen kann. Ist ein höher spezifiziertes Standardmodul verfügbar, kann er dieses statt einer Individuallösung für sich wählen und so Kostenvorteile verwirklichen und seinen Nutzen erhöhen.
  • Die bekannten Vorteile einer modularen Produktstruktur will Thyssenkrupp nun auch für den Bau der Anlagen nutzen: Niedrige Integrationsaufwände durch standardisierte Schnittstellen, geringere Kosten für die Angebotsphase und für Prüfungen durch die Verwendung bereits geprüfter Module bei gleichzeitig höherer Qualität und kürzerer Durchlaufzeiten.

Umgesetzt wird diese Methode in einer Kombination aus Beratung, Coaching und Software mit der Unterstützung von ID-Consult, die sich auf modularen Baukastensysteme und die Implementierung von Metus-Anwendungen spezialisiert haben. Die Zusammenarbeit mit dem Münchener Lösungshaus ergab sich, nachdem man im Auswahlprozess feststellte, dass eine reine Modularisierungsberatung nicht ausreichend wäre: Nur die Gesamtsicht auf das Produkt – von den Marktanforderungen bis hin zur Produktarchitektur – und ihre entsprechende Abbildung in Software würde das Unternehmen entscheidend weiterbringen.

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Damit wurde ein dreistufiges Umsetzungskonzept verabschiedet:

  • In der ersten Phase wurde die Metus-Methodik anhand der Salpetersäure-Anlagen eingeführt.
  • Gleichzeitig damit wurde in jedem Schritt ein Know-How Transfer durchgeführt, mit dem „Star-User“ bei Thyssenkrupp Industrial Solutions das Wissen über Methode und Werkzeuge erhielten.
  • Nach einem erfolgreichen Modularisierungsdurchlauf für den ersten Anlagentyp und der Verankerung der methodischen Vorgehensweise sollten weitere Anlagen autark durch das Team von Thyssenkrupp modularisiert werden, wobei beraterische Unterstützung nur noch in Einzelfällen notwendig sein soll.

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