Wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg: Für das Chemieunternehmen Bruno Bock fertigte der Messgerätehersteller Labom als besondere Messlösung ein Thermometer mit einem fast sieben Meter langen Flanschschutzrohr für die Temperaturmessung in einem Wasserstoffperoxidtank.
Das verpackte Flanschschutzrohr wird zur Anlieferung an den Kunden in den Lkw gehoben.
(Bild: Labom)
Das global agierende Spezialchemieunternehmen Bruno Bock ist Hersteller von organischen Schwefelchemikalien mit drei Standorten in Deutschland, China und den USA. Nach der Gründung 1937 in Hamburg waren die Schwefelchemikalien zunächst hauptsächlich für kosmetische Anwendungen gedacht. Die Firma wuchs jedoch rasch, sodass der Hauptstandort in den 1960er Jahren von Hamburg auf ein größeres Firmengelände im nahegelegenen Marschacht verlegt und die Produktion ausgeweitet wurde. Heute reichen die Anwendungsbereiche von Kosmetik über Beschichtungen für den Bau und Reinigungsmitteln bis hin zu Polymeren und neuen Technologien.
Bereits seit 2018 arbeitet Bruno Bock im Bereich mechanische und elektronische Druckmessung mit dem norddeutschen Unternehmen Labom Mess- und Regeltechnik zusammen. Das in Hude bei Bremen ansässige Unternehmen fertigt seit 1968 qualitativ hochwertige Industrie-Messtechnik und ist heute ein ebenfalls global agierender Komplettanbieter im Bereich elektronischer und mechanischer Druck- und Temperaturmesstechnik. Um den besonderen Anforderungen bei der Produktion von Schwefelchemikalien gerecht zu werden, hat Labom für die eingesetzten Messgeräte bereits in der Vergangenheit oft Spezialanfertigungen entwickelt, wie etwa bei dem digitalen Druckmessumformer der Serie Pascal CI4 mit Flanschdruckmittler, für den Sondermaterialien wie Tantal oder Hastelloy C276 verwendet wurden.
Bildergalerie
Knifflige Herausforderung: Sieben Meter Länge
Diesmal war die Herausforderung jedoch besonders knifflig: Ein Flanschschutzrohr für die Temperaturüberwachung eines Wasserstoffperoxidtanks musste nicht nur mit einer speziellen Beschichtung versehen werden, die geforderte Einbaulänge des Schutzrohres betrug auch knapp sieben Meter: Da der Tank doppelwandig ausgeführt ist, musste die Temperaturmessung von oben in den Tank eingeführt werden, um die Temperatur des Mediums auch bei fast leerem Tankfüllstand sicher überwachen zu können. Darüber hinaus war von Kundenseite eine Beschichtung des Edelstahlrohres gefordert, um eine mögliche Kontamination des Wasserstoffperoxids mit Metallionen zu verhindern. Nach eingehender Prüfung der Machbarkeit konnte schließlich von Labom ein Angebot abgegeben werden, das dann auch postwendend in Auftrag gegeben wurde.
Herausforderung angenommen und bestanden
Der Aufwand bei der Fertigung des sieben Meter langen Flanschschutzrohres war dann auch dementsprechend beeindruckend: Der erhöhte Handlingaufwand innerhalb der Fertigungsstationen zeigte sich etwa in der Schweißabteilung, in der zwei Schweißarbeitsplätze gleichzeitig genutzt werden mussten, damit das Schutzrohr überhaupt aus mehreren Einzelteilen zusammengeschweißt werden konnte – handelsübliche Schutzrohre haben in der Regel eine Längenbegrenzung von sechs Metern. Eine Herausforderung waren auch die zwar recht kurzen, aber gelegentlich schmalen und verwinkelten Transportwege auf dem Firmengelände, über die das Rohr von Fertigungsstation zu Fertigungsstation bewegt werden musste. Und auch der externe Beschichter, mit dem die Firma Labom zusammenarbeitet, hatte einen nicht geringen Mehraufwand: Für die Beschichtung des Schutzrohres – in diesem Falle eine PFA-Beschichtung – musste extra der Ofen umgebaut werden.
Temperatur kann jederzeit sicher kontrolliert werden
Zu dem beschichteten Flanschschutzrohr kam dann noch die eigentliche Temperaturmessung hinzu, bestehend aus dem Widerstandsthermometer GA2501 mit Ex-Schutz und SIL2-Eignung sowie gleich zwei montierten Kopfmessumformern des Typs PA2301, 4-20 mA. In der Vergangenheit war es im Tank zu Fehlmessungen und kurzzeitigen Ausfällen der alten, nur einfach ausgeführten Temperaturmessung gekommen. Durch die doppelte Ummantelung des Tanks war es auch nicht möglich, die Tanktemperatur von außen aus sicherer Entfernung zu messen. Bei Ausfall der Temperaturmessung musste sicherheitshalber der Bereich in direkter Nähe des Tanks evakuiert werden, da die Stabilität von Wasserstoffperoxid bei steigender Temperatur abnimmt. Dank der neuen Ausführung der Temperaturmessung mit zwei Pt100-Messwiderständen und zwei Kopfmessumformern in einem Messsystem kann die Temperatur nun jederzeit sicher kontrolliert werden. Selbst wenn einmal ein Fühler ausfallen sollte, wird die Temperatur über den zweiten erfasst und in der Anlagensteuerung wird der Ausfall rechtzeitig erkannt.
Auch die individuelle Verpackung des Schutzrohres innerhalb der Transport-Holzkiste war komplex. Das Hauptaugenmerk lag auf der Sicherung der PFA-Beschichtung, damit diese nicht während des Transports beschädigt wurde. Daher gab es mehrere Auflagestellen in der Kiste, damit sich das Rohr nicht verbiegen konnte. Die Beschichtung wurde zum Schutz zusätzlich mit einer Luftpolsterfolie ummantelt. Und auch die Transport-Holzkiste wurde vom Zulieferer gesondert angefertigt – für optimale Passgenauigkeit. Nachdem ein Spediteur gefunden war, der ein so langes Rohr sicher befördern konnte, wurde das Flanschschutzrohr dann insgesamt dreimal transportiert: von Labom zum Beschichter, vom Beschichter zurück zu Labom für die Endfertigung und schließlich zu Bruno Bock nach Marschacht.
Stand: 08.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die Vogel Communications Group GmbH & Co. KG, Max-Planckstr. 7-9, 97082 Würzburg einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von redaktionellen Newslettern nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden. Dies gilt nicht für den Datenabgleich zu Marketingzwecken.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://contact.vogel.de abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung, Abschnitt Redaktionelle Newsletter.
Die neue Temperaturmessung macht die Produktion sicherer
Dank der guten Zusammenarbeit aller Beteiligten sind heute alle hochzufrieden mit dem Ergebnis. „Bei einem schwierigen Medium wie Wasserstoffperoxid ist eine möglichst störungsfreie Überwachung enorm wichtig, um Schäden für Mensch und Umwelt zu verhindern. Mit der neuen Temperaturmessung ist diese Überwachung nun möglich und die Produktion deutlich sicherer geworden“ sagt Rüdiger Schläbe, Technischer Leiter der Bruno Bock Gruppe am Standort in Marschacht. Laboms langjährige Erfahrung mit komplexen Sonderanfertigungen im Bereich Druck- und Temperaturmesstechnik sowie der norddeutsche Produktionsstandort mit eigener Forschungs- und Entwicklungsabteilung ermöglichen es, den Kunden maßgeschneiderte Lösungen anzubieten – und diese dann auch schnell zu liefern. (dpo)