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Lieferkette: Transparenz ist wichtiger als je zuvor

Verantwortlicher Redakteur:in: Michael Hobohm 5 min Lesedauer

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Datengesteuerte Transparenz zeigt Chancen und Risiken der Lieferkette in Echtzeit auf und ist für die Umsetzung von Industrie 4.0 wesentlich. Zugleich sind die Zusammenarbeit der Beteiligten und die Harmonisierung der Daten entscheidend für die Transparenz in der Lieferkette in Echtzeit.

(Quelle:  Zetes)
(Quelle: Zetes)

Lieferketten sind zunehmend komplex und global. Außerdem sind aufgrund wachsender Ansprüche von Verbrauchern und der Notwendigkeit von mehr Agilität, Kontrolle und Effizienz viele Akteure beteiligt. Transparenz bezieht sich auf die Bündelung und Zusammenführung von Daten, zu allen kritischen Ereignissen in der Lieferkette, um ein genaues Bild der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zu erhalten. Diese Einblicke erleichtern eine kontinuierliche Zusammenarbeit sowie proaktive, agile Entscheidungen. Transparenz in Echtzeit lässt sich mithilfe einer modularen Methode für die verschiedenen Phasen der Lieferkette (zum Beispiel Wareneingang, Transport oder Lieferung) oder eines End-to-end-Ansatzes erreichen.

Transparenz in der Lieferkette in Echtzeit ist für viele Branchen wichtiger denn je. Die Forderung der Endkunden nach Schnelligkeit, Statusaktualisierungen, fehlerfreier Logistik und einfachen Retouren ist nicht zu übersehen. Hersteller stehen unter dem Druck, JIT-Produktion (just in time), höhere Individualisierung von Waren und Nachhaltigkeitsziele einschließlich Abfallmanagement zu erfüllen. Transparenz in der Lieferkette ist die einzige Möglichkeit, den schnellen Fluss von Ereignissen in vielschichtigen Lieferketten in Echtzeit zu verfolgen und zu verwalten. Die Wirtschaft unterliegt ständigen Schwankungen, sodass Elastizität unerlässlich ist, um entsprechend dem Bedarf auf- und abzustocken und neue Partner in die Lieferkette aufzunehmen. Die Aufrechterhaltung der Transparenz ist von entscheidender Bedeutung, um wettbewerbsfähig zu bleiben – aber ohne die richtigen Technologien und Strategien ist dies eine Herausforderung.

Transparenz versus Rückverfolgbarkeit

Rückverfolgbarkeit und Transparenz sind datengesteuerte Prozesse, die für vernetzte, kollaborative und robuste Lieferketten unerlässlich sind, aber sie sind nicht dasselbe. Rückverfolgbarkeit bezieht sich auf den Prozess, die Bewegung von Komponenten, Produkten und Beständen auf granularer Ebene anhand der Artikelkennzeichnung, Serialisierung und Datenkumulierung rückzuverfolgen. Sie erleichtert Track & Trace sowie Produktrückrufe, auch über die jeweilige Filiale hinaus, während Transparenz mit dem Proof-of-delivery auf der letzten Meile endet. Bei der Transparenz geht es eher um die Maximierung der termingerechten Produktverfügbarkeit, die zum Beispiel die JIT-Produktion oder die Regalverfügbarkeit für Händler ermöglicht.

Transparenz in der Lieferkette erreichen

Weil durch Transparenz in der Lieferkette ein Berührungspunkt und ein kritisches Ereignis zu einem bestimmten Zeitpunkt (in der Vergangenheit, Gegenwart oder Zukunft) dargestellt werden, lässt sich dies nur durch genaue, zugängliche Daten erreichen. Digitale Auftragsflüsse und physische Lieferungen müssen synchronisiert und sicher übermittelt werden. Eine Echtzeit-Visibility-Plattform vereinheitlicht Daten von nicht miteinander vernetzten Beteiligten und Systemen, um Informationen über die Lieferkette zu erhalten, die auf individualisierbaren Dashboards dargestellt werden. Mit dem Potenzial, zusätzlich externe Daten mithilfe von IoT-Geräten über Wetter, Verkehr bis hin zu Bedingungen zu beziehen, können die Beteiligten dann sicher beurteilen, was in der Lieferkette geschehen ist, was gerade geschieht und was passieren wird. Entscheidend ist, dass so auch aufgezeigt wird, was nicht wie geplant geschieht.

Warnmeldungen zu potenziellen Störfällen (verspätete Fahrzeuge, nicht vollständig ausgelieferte Bestellungen, temperaturbedingte Probleme) sind der Schlüssel für die Handhabung von Ausnahmen. Es können dann Maßnahmen ergriffen werden, um Bestände dorthin umzuleiten, wo sie am dringendsten benötigt werden. Auf diese Weise können Lieferanten unterstützt, KPIs erfüllt und kontinuierliche Verbesserungen vorgenommen werden. Der kontinuierliche Datenfluss in Echtzeit über alle Prozesse in der Lieferkette ist ebenfalls von entscheidender Bedeutung für die Umsetzung von Supply Chain 4.0.

Aufbrechen von Silos als entscheidende Faktor

Damit ein Überblick über alle Akteure und Lieferanten in einer komplexen globalen Lieferkette möglich ist, bedarf es einer robusten Lösung. Zusammenarbeit ist der Schlüssel, denn die Stärke wird durch das schwächste Glied bestimmt. Lieferketten, die durch Silos mit fragmentierten Datenprozessen und unzureichender Datenerfassungstechnologie beschränkt sind, können keine End-to-end-Transparenz erreichen. Daten sind nur dann von Vorteil, wenn Unternehmen über die richtigen Daten in einem brauchbaren, gemeinsam nutzbaren Format verfügen. Massen von Informationen in verschiedenen Formaten über die verschiedenen Knotenpunkte der Lieferkette hinweg müssen zusammengeführt und in Echtzeit in aufschlussreiche Informationen umgewandelt werden; herkömmliche Kommunikationsmethoden (E-Mail, Fax) sind hier einfach zu langsam.

Blinde Flecken in der Lieferkette sind ebenfalls ein Hindernis, da man nicht kontrollieren kann, was man nicht sieht. Probleme wie Lieferverzögerungen oder Lieferengpässe werden erst erkannt, wenn es zu spät ist, um Ausweichmaßnahmen zu ergreifen. Die leeren Regale in den Supermärkten in der Anfangsphase der Covid-19-Pandemie zum Beispiel waren nicht auf Lieferengpässe zurückzuführen. Das Problem war das Fehlen der Transparenz in der Lieferkette in Echtzeit und die daraus resultierende Unfähigkeit, die Lager- und Versandvorgänge zu beschleunigen. Mit der richtigen Investition ist dies vermeidbar.

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Die meisten Verantwortlichen für die Bereiche Lieferkette, Einzelhandel und Logistik, mit denen ich spreche, verfolgen eine Strategie für Transparenz. Einige haben auch Prozesse für ihre eigenen Systeme eingerichtet. Sie finden es aber schwierig und komplex, alle Partner einzubeziehen. Transparenz hat für die verschiedenen Beteiligten unterschiedliche Bedeutungen, sodass ein Rahmen, der volle Transparenz über alle Phasen der Lieferkette ermöglicht, das optimale Ziel ist.

Was Organisationen tun können

Es ist nicht notwendig, bestehende Systeme komplett auszutauschen beziehungsweise zu überholen oder ein unbegrenztes Budget zur Verfügung zu haben, um Transparenz zu erreichen. Es gibt nicht die eine Technologie, die man vorschreiben kann, da Unternehmen unterschiedliche Prozesse, Probleme und Prioritäten haben. Datenqualität in Echtzeit und Orchestrierung sind jedoch unabdingbar. Der Rat von Zetes lautet: Groß denken, klein beginnen, schnell skalieren. Nach den schnellen Erfolgen suchen und Prozesse ergänzen, anstatt sie zu ändern. Der Zugang zu Big Data und deren Harmonisierung auf einer Plattform, auf der alle Teilnehmer der Lieferkette zusammenarbeiten, hat Priorität. Durch kleine Anpassungen werden Unternehmen schnell erkennen, wo und wie sie den größten Nutzen für ihre Lieferkette erzielen können, einschließlich verbesserter Kontrolle, Prognosen und Lieferanten-KPIs. Sie können dann schnell skalieren, um langfristig Leistung, Rentabilität und Loyalität zu fördern.

Autor: Amir Harel, General Manager für Visibility Solutions bei Zetes

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