Digitales Plant Asset ManagementKonnektivität steigert Effizienz und Verfügbarkeit digitaler Feldgeräte
Ein Gastbeitrag von
Dr. Christopher Anhalt, Vice President Product , Softing Industrial Automation GmbH und Dr. Jörg Lantzsch, Freier Fachjournalist
4 min Lesedauer
Digitales Plant Asset Management ist eines der aktuell am häufigsten diskutierten Themen im prozesstechnischen Anlagenbau. Intelligente Feldgeräte sind heute oft schon der Standard, aber die Betreiber nutzen deren Potential bei weitem noch nicht aus. So stellt man die notwendige Konnektivität her.
Die Anbindung digitaler Feldgeräte schafft die Voraussetzung für ein Plant-Asset-Management-System.
Rohstoffmangel und hohe Energiekosten führen zu einem immer größeren Druck auf die Anwender, ihre Anlagen und Prozesse zu optimieren. Die Digitalisierung in den prozesstechnischen Anlagen bietet hier zahlreiche Möglichkeiten. Für die Betreiber steht vor allem eine hohe Produktivität bei niedrigen Kosten im Vordergrund. Dazu sind Effizienz und Verfügbarkeit die entscheidenden Faktoren.
Störungen der Produktion und ungeplante Anlagenstillstände sollen auf jeden Fall vermieden werden. Deswegen geht es nicht nur darum, bei Störungen schnell zu reagieren, sondern auch darum, potenzielle Störungen frühzeitig zu erkennen und präventive Maßnahmen zu ergreifen, um kostspielige Ausfallzeiten zu vermeiden.
Bildergalerie
Den Anlagenzustand im Blick
Zentrales Werkzeug hierzu ist das Plant Asset Management, das dem Anlagenbetreiber umfassende Informationen über den Zustand der Anlage zur Verfügung stellen soll. Neben den Prozessdaten, mit denen die Steuerung arbeitet, sind das Diagnosedaten der einzelnen Komponenten sowie Asset-Daten, die Informationen über die installierten Komponenten und Aggregate enthalten.
Um aus all diesen Daten wertvolle Informationen zu gewinnen, müssen sie in übergeordneten Systemen, wie dem Plant Asset Management System verfügbar sein. Doch wie gelingt der transparente Zugriff auf alle Daten? Das ist die entscheidende Frage, die viele Anlagenbetreiber umtreibt.
Heterogene Strukturen sind die Regel
Eine der Herausforderungen besteht darin, dass in der Prozessindustrie oft eine sehr große Anzahl Feldgeräte im Einsatz ist. Erschwerend kommt hinzu, dass die Schnittstellen sehr heterogen sind. Häufig ist noch eine klassische Anbindung über 4…20 mA vorhanden. Eine digitale Anbindung geschieht dann oft über Remote-IO-Module mit Hart-Protokoll. Dazu kommen noch andere Protokolle, etwa Profibus PA oder Foundation Fieldbus, die in der Anlage gemischt vorkommen können.
Deswegen können Anwender in vielen Fällen bisher nur einen Teil der Feldgeräte an das Plant Asset Management anbinden. Diese Strukturen machen schon die Parametrierung der Feldgeräte kompliziert. Und auch während des Betriebs ist es nicht ohne weiteres möglich, die Daten im Plant Asset Management zu verwenden. Dies bedeutet dann auch, dass Wartungsaufgaben nicht bedarfsgerecht geplant werden können. Das Risiko eine ungeplanten Anlagenstillstands ist dadurch hoch.
Einfacher und schneller Zugriff auf Hart-Feldgeräte
Mit den Produkten der „smartLink“-Serie schafft Softing Industrial Automation hier Abhilfe. Mit „smartLink SW-HT“ steht ein softwarebasierter Hart-Multiplexer zu Verfügung, der mit einem integrierten Hart-IP-Server eine transparente Kommunikation über das offene Hart-IP-Protokoll ermöglicht. Über den Hart-IP-Server erhalten übergeordnete Hart-IP-fähige Anwendungen einen einfachen und sicheren Zugriff auf die Hart-Feldgeräte. Typische Beispiele sind Emerson AMS Device Manager, ABB Field Information Manager oder Endress+Hauser Netilion.
Als Docker Container kann Smartlink SW-HT auf Standard-Hardware eingesetzt und über handelsübliche Lösungen für Containermanagement verwaltet werden. Eine entsprechende Systemumgebung vorausgesetzt, eröffnet das Produkt damit Möglichkeiten für einen hocheffizienten und skalierbaren Betrieb. Alternativ kann der Software-Multiplexer auch als virtuelle Maschine bereitgestellt werden.
Der Software-Multiplexer nutzt die vorhandene Hardware Für den Zugriff auf die Daten der Hart-Feldgeräte wird die vorhandene Software genutzt und im Anlagennetzwerk zur Verfügung gestellt. Die Vorteile einer solchen schlanken Lösung liegen auf der Hand: Es entstehen keine zusätzlichen Hardware-Kosten, und auch der Aufwand für Installation und Wartung der Hardware kann entfallen. Weiterhin gibt es auch eine webbasierte Konfigurationsoberfläche. Damit ist die Inbetriebnahme sehr einfach möglich.
Um die angeschlossenen Feldgeräte zu parametrieren, werden die entsprechenden Hart-Befehle an den Hart-IP-Server gesendet. Dieser leitet sie dann direkt an die entsprechenden Feldgeräte weiter. Dabei gibt es keinerlei Einschränkungen bei den unterstützten Hart-Befehlen. Smartlink unterstützt viele Remote-IO-Module namhafter Hersteller, wie Allen-Bradley, Siemens, Schneider Electric oder R. Stahl. Die Lizenzkosten sind abhängig von der Anzahl der zu verbindenden Hart-Feldgeräte.
Gateway-Lösung für Hart und Profibus
Neben dem Softwareprodukt Smartlink SW-HT steht mit Smartlink HW-DP ein Hardwareprodukt zur Verfügung, das den Zugriff auf Feldgeräte ermöglicht. Das Gateway kann als Profibus-DP-Master arbeiten und bildet dann einen Zugangspunkt zu einem Profibus-DP-Segment.
Stand: 08.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die Vogel Communications Group GmbH & Co. KG, Max-Planckstr. 7-9, 97082 Würzburg einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von redaktionellen Newslettern nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden. Dies gilt nicht für den Datenabgleich zu Marketingzwecken.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://contact.vogel.de abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung, Abschnitt Redaktionelle Newsletter.
Damit lassen sich bereits existierende Profibus-Segmente in einer digitalisierten Umgebung weiterbetreiben und in Industrie 4.0 Lösungen einbinden. Auch hier ist eine zentrale Parametrierung der Feldgeräte von der Leitwarte aus möglich. Der Anwender wird damit unabhängig von den jeweiligen Projektierungswerkzeugen. Plant Asset Management-Anwendungen erhalten Zugang zur Feldgerätekonfiguration auf Basis von FDT/DTM- und EDDL-Standards.
Smartlink HW-DP kann für den Einsatz als Hart-IP-Server, OPC-UA-Server oder MQTT-Publisher konfiguriert werden. Damit ermöglicht er einen zweiten, parallelen Kommunikationskanal, wie er in der Namur Open Architecture (NOA) spezifiziert ist. Dieser liefert die Daten an übergeordnete Industrie-4.0-Anwendungen, ohne dass dazu in die Steuerungsarchitektur eingegriffen werden müsste.
Softing hat mit Smartlink bereits zahlreiche Projekte erfolgreich umsetzen können. In Anwendungen in der Petrochemie wurden beispielsweise mehrere hundert Hart-Feldgeräte an ein Plant Asset Management angebunden. Die Installation von Smartlink SW-HT erfolgte dabei über VMware auf einem auch durch das Plant Asset Management-System genutzten IPC.
In einem Projekt in der Prozessindustrie wurden über 60 Smartlink HW-DP-Gateways eingesetzt, um dem Emerson AMS Device Manager Zugriff auf Hart-Feldgeräte zu ermöglichen, die über Remote-IO-Module von R. Stahl angebunden sind. Auch in der fertigenden Industrie gibt es zahlreiche Beispiele dafür, wie Anwender über die Lösungen der Smartlink-Produktfamilie den Zugriff für Plant Asset Management-Systeme auf Hart- und Profibus-Geräte ermöglichen.
Smartlink-Lösungen von Softing eröffnen den Zugang zu allen Informationen, die auf den installierten, intelligenten Feldgeräten zur Verfügung stehen. Dem Anwender wird dadurch eine datengetriebene Herangehensweise eröffnet, um fundierte Entscheidungen treffen zu können, die den Anlagenbetrieb optimieren und auf diese Weise sowohl die Effizienz als auch die Verfügbarkeit erhöhen.