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Strukturwandel Zukunftsperspektiven für die kohlenstoffbasierte Industrie in Mitteldeutschland

Quelle: Forum Rathenau e. V, 3 min Lesedauer

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Eine neue Studie zeigt, wie die Industrie im Mitteldeutschen Revier klimaneutral werden kann. Im Fokus stehen Kreislaufwirtschaft, Bioökonomie und CO2-Nutzung. Eine Roadmap skizziert die nötigen Schritte bis 2045, um Wertschöpfung und Arbeitsplätze zu sichern.

Die Grafik zeigt in einer Gesamtübersicht die Standorte der fossilbasierten Industrie im Mitteldeutschen Revier mit Unternehmen, die mehr als 50 Beschäftigte haben.(Bild:  Arvid Friebe)
Die Grafik zeigt in einer Gesamtübersicht die Standorte der fossilbasierten Industrie im Mitteldeutschen Revier mit Unternehmen, die mehr als 50 Beschäftigte haben.
(Bild: Arvid Friebe)

Auf fossilem Kohlenstoff basierende Industrien in Mitteldeutschland, wie die Chemie- und kunststoffverarbeitende Industrie, stehen vor einem tiefgreifenden Wandel. Eine neue Studie des Wuppertal Instituts und des Unternehmensberaters Arvid Friebe im Auftrag des Forum Rathenau e. V. beleuchtet vor diesem Hintergrund erstmals die Bedeutung der nachhaltigen Kohlenstoffwirtschaft im Mitteldeutschen Revier.

Die Studie „Strukturwandel: Kohlenstoffbasierte Industrien in Mitteldeutschland auf dem Weg in neue Märkte – Wirtschaftliche Ausgangslage und Entwicklungspotenziale” zeigt auf, wie die Kohlenstoffwirtschaft im Mitteldeutschen Revier klimaneutral transformiert werden kann. Die Forschenden stellen darin eine detaillierte Roadmap zur Umsetzung vor, die aufzeigt, wie diese Strategien und Strategiebausteine bis zum Jahr 2045 umgesetzt werden können, um Klimaneutralität zu erreichen. Sie enthält etwa die evolutionäre Weiterentwicklung des Stoffverbundes im Mitteldeutschen Revier. Der Stoffverbund der chemischen Industrie in Mitteldeutschland ist ein eng vernetztes System von Produktionsstandorten, in dem chemische Grundstoffe, Zwischenprodukte und Energie effizient über Pipelines, Transportwege und gemeinsame Infrastrukturen ausgetauscht werden, um Synergien zu nutzen und Ressourcen zu optimieren.

Die folgende fünf Thesen fassen die zentralen Erkenntnisse der Studie zusammen:

  • These 1: Die klimaneutrale Kohlenstoffwirtschaft wird zahlreiche Wertschöpfungsketten grundlegend verändern. Besonders betroffen sind dabei Branchen und Unternehmen, die Braunkohle, Rohöl und Erdgas als stoffliche Ausgangsmaterialien nutzen oder hohe Temperaturen für Prozesswärme benötigen.
  • These 2: Das Mitteldeutsche Revier, insbesondere das mitteldeutsche Chemiedreieck, kann sich zu einem zentralen Treiber der Transformation zur klimaneutralen Kohlenstoffwirtschaft entwickeln. Seine integrierten Stoffverbünde und vernetzten Akteursketten bieten großes Potenzial für klimaneutrale Wertschöpfung.
  • These 3: Damit Unternehmen in einer klimaneutralen Kohlenstoffwirtschaft wirtschaftlich erfolgreich sein können, müssen noch zahlreiche politische und regulatorische Rahmenbedingungen auf regionaler, nationaler und EU-Ebene geschaffen werden. Auf der Basis von regionalen Leitmärkten kann das Mitteldeutsche Revier bei der Umsetzung eine Vorreiterrolle einnehmen.
  • These 4: Das Mitteldeutsche Revier benötigt eine eigene Carbon-Management-Strategie, um die Herausforderungen des Übergangs zur klimaneutralen Kohlenstoffwirtschaft zu gestalten und die regionalen Stärken gezielt zu bündeln. Diese Strategie sollte in enger Zusammenarbeit von Wirtschaft, Politik und Gesellschaft entwickelt werden.
  • These 5: Unternehmen können nur klimaneutral produzieren, wenn ihre grünen Produkte in einem Markt zu Preisen abgenommen werden, die ihnen Gewinne und Investitionen in die Transformation ermöglichen. Für die Unternehmen im Mitteldeutschen Revier müssen daher im Übergang zur Klimaneutralität bis 2045 zusätzlich Zwischenlösungen und schrittweise Weiterentwicklungen ermöglicht werden, gerade für die zur Zeit noch im fossilen Stoffverbund agierenden Unternehmen des mitteldeutschen Chemiedreiecks.

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„Die Studie zeigt, dass die Transformation der kohlenstoffbasierten Industrien im Mitteldeutschen Revier eine große Herausforderung ist, aber auch große Chancen bietet“, sagt Christoph Zeiss, Senior Researcher im Forschungsbereich Strukturwandel und Innovation am Wuppertal Institut, und ergänzt: „Wenn alle Akteure zusammenarbeiten, steht der erfolgreichen Transformation nichts im Weg.“

Dr. Kerstin Schmidt, Leitung Transfer Werkstatt, Forum Rathenau e. V., ergänzt: „Die Studie bietet detaillierte Empfehlungen, damit die Akteur*innen aus Industrie, Politik und Zivilgesellschaft eine kooperative Weiterentwicklung der Kohlenstoffwirtschaft im Mitteldeutschen Revier und somit klare Schritte des Strukturwandels vereinbaren können.“

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