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Intralogistik Intralogistik Digitalisierung: Das sind die Trends 2024

Das Gespräch führten Matthias Kraus, Philipp Schmidt und Alexandra Hinners 5 min Lesedauer

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Die Intralogistik nimmt eine Schlüsselstellung in Unternehmen ein und ist zugleich Treiber für deren Fortentwicklung. Vor diesem Hintergrund fragte „Digital Process Industry“ verschiedene Intralogistik­spezialisten: Welche Möglichkeiten zur Intralogistik Digitalisierung bestimmen derzeit die Trends und welche technologischen Ansätze sind aktuell in Ihren Produkten und Lösungen realisiert?

(Bild:  bearsky23/AdobeStock)
(Bild: bearsky23/AdobeStock)

Der Trend Intralogistik Digitalisierung: IOT macht es möglich

Der Trend geht zu einem immer höheren Grad autonomer Systeme, um Prozesse durchgängiger, autonomer und robuster zu gestalten – und das dank IOT-Equipment fast ohne menschlichen Eingriff. Wir haben zum Beispiel Algorithmen zur Lagerbelegungssteuerung entwickelt, die die Effizienz der Lagerhaltung erheblich verbessern. Die Machine-Learning-basierte Erkennung von Lkw bei der Ankunft im Yard durch Kamerasysteme ermöglicht eine automatisierte Erfassung von Planenaufdrucken und Kennzeichen, wodurch der Wareneingangsprozess beschleunigt wird.

Aufgrund des Fachkräftemangels nehmen Automatisierung und Robotik in unserem Geschäft ebenso einen hohen Stellenwert ein. Die direkte Integration von automatisierten Gewerken in SCM-Module wie Extended Warehouse Management erlaubt uns eine nahtlose Integration und durchgängige Systemintegration von der Softwareebene bis hin zur Steuerungsebene. Dies führt zu einer signifikanten Reduzierung des menschlichen Einsatzes in monotonen und unattraktiven Tätigkeiten, wodurch qualifizierte Mitarbeitende für Aufgaben eingesetzt werden können, in denen ihr Know-how und ihre Entscheidungsfähigkeit gefragt sind.

Zudem wird Nachhaltigkeit auch in der Logistik immer wichtiger, vor allem aufgrund kommender gesetzlicher Regelungen. Die Intralogistik, die bereits hochgradig optimiert und auf Effizienz ausgerichtet ist, steht nun vor der Herausforderung, ihre Prozesse über die gesamte Supply Chain hinweg unter dem Gesichtspunkt der Nachhaltigkeit zu überdenken – von der Planung über die Beschaffung, Lagerung, Produktion und den Transport bis hin zum Endkunden.

Weiterhin ist Supply Chain Transparenz ein Schlüsselfaktor und versetzt Unternehmen in die Lage, schnell auf Abweichungen vom Plan reagieren zu können. Dies umfasst die Synchronisation der Bewegungsdaten mit der physikalischen Realität bis hin zur End-to-end-Nachverfolgbarkeit von der Entnahme aus dem Lager bis zur Ablieferung beim Kunden.

Intralogistik DigitalisierungMatthias Kraus 
Consulting Director SAP EWM bei leogistics

Bildquelle: leogistics

Intralogistik Digitalisierung: Wichtiger Treiber der Prozessoptimierung

Digitalisierung ist auf verschiedenen Ebenen ein wichtiger Treiber der Intralogistik – sei es produktseitig im Bereich der Automatisierung oder hinsichtlich der Bereiche Prozessoptimierung und Services. Wie in vielen anderen Branchen, ist Automatisierung auch in der Intralogistik ein Megatrend. In der jüngeren Vergangenheit stand dabei vor allem die Automatisierung einzelner Prozessschritte im Fokus. Heute – und in Zukunft – geht es hingegen zunehmend darum, über standardisierte Schnittstellen auch die Automatisierung übergreifender Prozessketten zu ermöglichen. Für einen ganzheitlichen Automatisierungsprozess setzen wir bei Still auf unsere skalierbare Software, die mit den Anforderungen unserer Kunden mitwachsen kann – ohne dass AGVs ausgetauscht werden müssen.

Im Bereich der Optimierung intralogistischer Prozesse ist die Zusammenführung von Daten weiterhin ein wichtiger Trend, etwa die Fusion technischer Maschinendaten mit kommerziellen Servicedaten. Dies ist bei Still über Flottenmanagementtools wie „Fleetmanager 4.x“ und „nexxt fleet“ bereits etabliert und ermöglicht unter anderem die aktive Steuerung vertraglich vereinbarter Nutzungslimits oder die Identifizierung von Kostentreibern im Verhältnis zu ihrer Nutzungsintensität. Zukünftig werden wir über zusätzliche Datenschnittstellen auch die Kombination weiterer kundenspezifischer Daten ermöglichen.

Last but not least sind neue technologische Konzepte wie der digitale Zwilling wichtige Säulen innovativer Service- und Wartungsprozesse. Still setzt bereits bei einer wachsenden Zahl von Fahrzeugen über den gesamten Lebenszyklus der Produkte hinweg digitale Zwillinge ein. Sie sind die Basis eines schnellen und lückenlosen Services und geben uns als Hersteller zudem die Möglichkeit, unsere Serviceeinsätze immer effizienter zu gestalten. Darüber hinaus ebnen sie zukünftig in Verbindung mit Maschinendaten den Weg für einen vorausschauenden Service.

Philipp Schmidt 
Director Still Digital Products & Sales Support bei Still

Bildquelle: Still

Trend 2024: Fokus auf Automatisierung

Fachkräftemangel, Nachhaltigkeit und Kostendruck sind nach wie vor Themen, denen sich Unternehmen unterschiedlichster Branchen in 2024 stellen müssen. Infolgedessen wird der Fokus in der Intralogistik weiterhin auf Digitalisierung, Prozessoptimierung und Automatisierung liegen. Zu den aktuellen Trends, die wir dieses Jahr sehen, gehört unter anderem die kollaborative Automatisierung, die mit Robotik und AMRs in Verbindung mit KI und IoT sowie Wearables die Arbeitsabläufe im Lager optimiert. Ebenso ermöglicht Voice-Technologie kombiniert mit Scannen und RFID sicheres und effizientes Arbeiten. Durch die Flexibilität der kollaborativen Automatisierung können Prozesse ausgeführt und verbessert werden, für die nicht genügend Fachkräfte zur Verfügung stehen.

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Die Smart Factory ist Dreh- und Angelpunkt von Industrie 4.0, der Digitalisierung der Fertigung. Bis 2025 könnten laut Intel 80 bis 100 Prozent der Fertigungsbetriebe IoT-Anwendungen nutzen – Maschinen, Sensoren und andere Fertigungsgeräte werden vernetzt und kommunizieren über das Internet. Diese Echtzeitvernetzung zwischen der Supply Chain und der Produktionsanlage ist unerlässlich, um die hohen Ansprüche der Kunden an Qualität, Authentizität, Geschwindigkeit sowie individuelle Spezifikationen erfüllen zu können. Die Beseitigung papierbasierter Prozesse und erweiterte Analysen verbessern Betriebsabläufe, Produktivität und Transparenz.

Auch das Thema Rückverfolgbarkeit nimmt weiter zu: Die Regulation von Aufsichtsbehörden und der Druck seitens Kunden zwingt Unternehmen zur Optimierung der Produktrückverfolgbarkeit. Maßnahmen gegen gefälschte Produkte (zum Beispiel Tabak- oder Medikamente) und der digitale Produktpass (DPP) in der EU treiben Technologien zur Kennzeichnung, Serialisierung und Informationserfassung an. Big Data und KI sorgen dabei für eine Verbesserung von Datenintegrität und Standardisierung.

Kommen wir zum Asset Tracking: Track & Trace ist ein wachsender Trend zur Förderung effizienter Betriebsabläufe, Bestandsverwaltung und Reduzierung von Verschwendung mittels Echtzeitortung von Assets in der gesamten Supply Chain. Dies erfolgt unter Einsatz von Smart Labels, Barcodes und RFID-Tags und ermöglicht eine optimale Nutzung und Wartung von Paletten, Boxen und Anderem. Die Lösungen der nächsten Generation führen Echtzeitdaten zusammen und zentralisieren sie, um die Digitalisierung zu erleichtern.

In 2024 dreht es sich verstärkt um Nachhaltigkeit: Durch Optimierung der Rückverfolgbarkeit von Produkten können Auswirkungen von Rückrufen reduziert werden. Zudem wirken sich optimierte Prozesse im Lager und in der Auslieferung (ePOD) durch Abfallvermeidung, Tourenoptimierung in der letzten Meile und so weiter positiv auf die Umwelt aus. Unternehmen, die in Technologie investieren, erreichen Agilität, minimieren ihr Risiko und optimieren Prozesse durch Innovationen in der komplexen Lieferkette. Zetes unterstützt sie mit umfassenden Execution Solutions für Serialisierung, Kennzeichnung, Lager- und Filialprozessen sowie Track & Trace-Lösungen für Traceability und Visibility.

Intralogistik DigitalisierungAlexandra Hinners 
Business Consultant bei Zetes

Bildquelle: Rika Busch