Hart in Ethernet-Geschwindigkeit

Hart-IP: Wegweisende Technologie oder nur ein Protokoll von vielen?

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Kein Ersatz auf Geräteebene

Einfache Feldgeräte wie Signalgeber, Analysegeräte oder Ventile werden vermutlich weiterhin mit 4...20 mA/Hart, Feldbus oder Wireless Hart arbeiten. Hart-IP ist also nicht als Ersatz für diese Protokolle auf Geräteebene anzusehen und eignet sich dafür auch aus verschiedenen Gründen nicht:

  • Die mit Kupfer-Ethernet erreichbare Distanz ist zu gering.
  • Ethernet auf Lichtwellenleiterbasis unterstützt keine Energieversorgung.
  • Power over Ethernet (PoE) ist bisher nicht eigensicher.
  • Es gibt tausende von Signalgebern und Ventilen in einer Anlage, sodass die Anzahl von Switches schnell ein unwirtschaftliches Maß erreichen würde.
  • Ethernet auf Lichtwellenleiterbasis erschwert den Gerätetausch und die Kalibrierung nach einem Gerätetausch.
  • TCP/IP erfordert die Beteiligung der IT-Abteilung, um Cyber-Sicherheit zu gewährleisten.

Es ist davon auszugehen, dass Hart-IP überwiegend innerhalb einer Prozessanlage verwendet wird. Soll das Protokoll über Anlagengrenzen hinweg, mittels Internet-Verbindung oder unter Verwendung von Wireless LAN genutzt werden, müssten Sicherheitsvorkehrungen für den Datentransport getroffen werden (z.B. Firewalls, VPN-Tunneling, Secure Socket Layer (SSL) und Remote-Authentifizierung). Die gängigen Verschlüsselungsprotokolle werden sich dabei weiter entwickeln, und Hart-IP ist so konzipiert, dass es sich auch an neue Versionen anpassen kann.