Chemieunfall Giftiges Thiophenol in Nordhessen freigesetzt

Redakteur: Marion Henig

Auf dem Gelände eines Logistikunternehmens hatte ein Arbeitsunfall schwere Folgen: Etwa 30 Liter Thiophenol wurden freigesetzt, rund 150 Personen atmeten die giftige Chemikalie ein. Wie es zu dem Unfall kam, erfahren Sie hier.

Anbieter zum Thema

Feuerwehren des gesamten Landkreises und die Einheiten umliegender Regionen wurden zu dem Vorfall herangerufen. (Bild: Wikipedia)
Feuerwehren des gesamten Landkreises und die Einheiten umliegender Regionen wurden zu dem Vorfall herangerufen. (Bild: Wikipedia)

Homberg – Wie die Hessische/Niedersächsische Allgemeine Zeitung auf ihrem Internetportal berichtet, ist in den frühen Morgenstunden des 16. Februars bei einem Arbeitsunfall auf dem Gelände des Speditionsunternehmes CTL im nordhessischen Homberg etwa 30 Liter giftiges Thiophenol freigesetzt worden.

Gegen 01:30 Uhr habe ein Gabelstapler-Fahrer ein mit der Chemikalie befülltes 200-Liter-Fass beschädigt, daraufhin sei Katastrophenalarm ausgelöst worden. Aus ganz Nord- und Mittelhessen seien Rettungskräfte, Notärzte sowie Feuerwehrleute mit Spezialausrüstung in Homberg zusammengezogen worden.

In der Homberger Stadthalle sei ein provisorisches medizinisches Versorgungszentrum eingerichtet worden, Busse brachten etwa 150 CTL-Mitarbeiter und Lkw-Fahrer zur Beobachtung und ersten Versorgung dorthin. Die Zahl der Verletzten – darunter auch Rettungskräfte und Polizisten – gab die Polizei am Mittwochnachmittag laut Pressemeldung mit 38 an. Symptome wie Husten, Atemnot, Schwindel und Übelkeit könnten aber auch noch bis zu 48 Stunden später auftreten. Ein Experte der Darmstädter Firma Merck solle im Laufe des Tages hinzugezogen werden, um die Gefährdung einschätzen zu können.

Thiophenol (C6H6S), auch als Phenylmercaptan oder Mercaptolbenzol bekannt, ist eine farblose, übelriechende Flüssigkeit, die als sehr giftig, entzündlich und reizend eingestuft wird. Die Chemikalie gilt außerdem als stark wassergefährdend. Die Lieferung der Chemikalie soll dem Medienbericht zufolge aus Holland stammen.

(ID:25733390)