So hilft die EN 17955 den Betreibern
Funktionale Sicherheit für Armaturen: Das müssen Sie zur EN 17955 wissen

Von Jörg Isenberg, Produktmanagement, AUMA 7 min Lesedauer

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SIL? Das ist doch nur ein Thema für elektronische und elektrische Komponenten – oder? Mit der neuen EN 17955 kommt endlich Bewegung in das Thema funktionale Sicherheit bei Armaturen und Stellantrieben. Die neue einheitliche Bewertung von Stellantrieben und Armaturen für die funktionale Sicherheit schafft Klarheit und nützt – richtig verstanden – auch Systemintegratoren und Endanwendern.

Die neue EN 17955 gibt eine klare Leitlinie zur Qualifizierung und Bewertung von Stellantrieben und Armaturen für die funktionale Sicherheit. (Bild:  AUMA)
Die neue EN 17955 gibt eine klare Leitlinie zur Qualifizierung und Bewertung von Stellantrieben und Armaturen für die funktionale Sicherheit.
(Bild: AUMA)

Beim Einsatz von automatisierten Industriearmaturen in sicherheitstechnischen Systemen sahen sich Systemintegratoren und Endanwender bisher häufig mit uneinheitlichen Bewertungen konfrontiert. Dies liegt daran, dass mechanische Komponenten - wie z.B. Armaturen und der mechanische Teil von Stellantrieben – in der IEC 61508 nicht angemessen berücksichtigt werden. Die neue EN 17955 beseitigt diese Unklarheiten und gibt Herstellern eine klare Leitlinie zur Qualifizierung ihrer Stellantriebe und Armaturen für die funktionale Sicherheit an die Hand. Auch Endanwendern und Systemintegratoren erleichtert sie die Integration von automatisierten Industriearmaturen, indem sie Produktbewertungen vereinheitlicht und die Schnittstelle zum Komponentenhersteller sowie die von diesem zu übergebenden Dokumente klar definiert.

Warum braucht es überhaupt noch eine Norm?

Die IEC 61508 ist die grundlegende Norm für Funktionale Sicherheit. Ihr Inhalt ist jedoch komplett auf Anforderungen für elektrische und elektronische Geräte zugeschnitten. In der Einleitung findet man zwar einen Satz, dass sie auch für Sicherheitssysteme basierend auf „anderen Technologien“ angewendet werden könne, die restlichen ca. 700 Seiten Normtext enthalten aber wenig konkrete Angaben, wie diese Bewertung nicht-elektrischer Geräte erfolgen soll.