Rohre / Logistik / Abfülltechnik Fässer als Weltenbummler
Gebinde in der chemischen Industrie müssen sicher, praktisch und dürfen nicht teuer sein. Haben sich die Unternehmen überdies dem Responsible Care verpflichtet, ist die Recyclingfähigkeit von Behältern gefragt.
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Gebinde in der chemischen Industrie müssen sicher, praktisch und dürfen nicht teuer sein. Haben sich die Unternehmen überdies dem Responsible Care verpflichtet, ist die Recyclingfähigkeit von Behältern gefragt.
Als der scharfzüngige Philosoph Diogenes, der eine Weile ein Fass als Wohnstätte gewählt hatte, gefragt wurde, welchem Staat er angehöre, war seine Antwort „Ich bin Weltenbürger“. Er dachte wohl kaum daran, dass nicht nur er, sondern auch seine karge Wohnung einmal zum Paradebeispiel eines Cosmopoliten werden könnte. So verbleibt von drei Millionen Fässern, die pro Jahr am Standort Ludwigshafen der BASF umgeschlagen werden, gerade mal ein Prozent im Werk, die restlichen gehen auf die Reise.
Dafür müssen sie gut gerüstet sein: Zulassungen für den Transport und für gefährliche Güter sind in der Chemiebranche ein unbedingtes Muss. Fässer gibt es in verschieden Größen (zwischen 30 und 220 Litern), Materialien (Metalle, Kunststoffe oder Verbundmaterialien), Qualitäten (ultrarein) und Bauarten (etwa mit Spundloch, Deckel oder Griffen). Ganz entscheidend ist ihre Wiederverwertbarkeit. So brachte Ende der 90er Jahre Mauser Kunststoffverpackungen gemeinsam mit den Unternehmen BASF und Bayer CropScience einen neuen mehrwegfähigen Kunststoffbehälter auf den Markt. Das SVR-Fass ist in den drei Größen 30, 50 und 60 Liter erhältlich.
Das Fass wird für den Transport flüssiger Agrochemikalien und Chemikalien für die Halbleiterindustrie und in Laboren eingesetzt und bewegt sich zwischen Europa und Mittel- sowie Südamerika. Das Gebinde, das sich mit verschiedenen Entnahmesystemen ausstatten lässt, ist für gefährliche Güter zugelassen, transportsicher und stapelbar. Seit dem Start hat sich die Zahl der ausgelieferten Fässer jedes Jahr verdoppelt.
Während die SVR-Fässer ihre Bewährungsprobe bereits bestanden haben, muss sich ein neues Fass der Schütz-Werke erst am Markt durchsetzen. Dabei handelt es sich um ein spezielles Kunststofffass mit einem Fassungsvermögen von 200 Litern, das zum Transport hochreiner Chemikalien für die Halbleiter- und Mikrochipindustrie sowie für Biotechlabors eingesetzt wird. Das Fass Ultraclean ist mit sehr hoher Reinheit hergestellt. Voraussetzungen waren der Bau einer neuer Extrusionsblasanlage, Anlagen zur separaten Materialversorgung, getrennte Reinluftversorgung und schließlich das Design eines Kunststofffasses, das neben absoluter Reinheit alle erforderlichen technischen Parameter erfüllen musste.
Die Extrusionsblasanlage ist von ihren Zuführungen so eingerichtet, dass keinerlei Fremdpartikel in den Reinraum gelangen. Beispielsweise wird die Luft durch Partikelzähler zweifach überwacht und mehrfach gefiltert. Im Reinraum geht es absolut ölfrei zu. Ebenso muss vermieden werden, dass schädliche Metallionen aus dem Kunststoff in das Füllgut gelangen können. Das Fassmaterial ist daher ein unter exakt festgelegten Parametern hergestelltes hochmolekulares Polyethylen, das ausschließlich für diesen Zweck produziert wird. Neben der Mikrochipindustrie und Biotechlabors dürfte ein weiterer Absatzmarkt auch in der Pharmaindustrie liegen.
Schutz vor UV-Licht
Das Unternehmen CurTec bietet eine Reihe an Verpackungskonzepten, die schon seit vielen Jahren ihre Abnehmer in der chemischen, pharmazeutischen und Lebensmittel-Zusatzstoffindustrie finden. Alle Verpackungen sind standardmäßig mit UN-Zertifizierung ausgestattet und daher für den Transport von Gefahrgütern geeignet.
Die Produkte werden nicht nur in Standardausführung geliefert, sondern auch an Kundenwünsche angepasst. Manche Produkte der chemischen Industrie wie Kunstdünger, Polymere und Fotochemikalien, aber auch Nahrungsmittel und pharmazeutische Produkte erleiden unter dem Einfluss von UV-Licht Qualitätseinbußen. Die Produkte können sich farblich, geruchlich und geschmacklich verändern sowie ihre mechanischen Eigenschaften verlieren.
Daher sind UV-lichtbeständige Fässer neu im Programm, die einen optimalen Schutz gegen die schädlichen Auswirkungen von UV-Licht im Bereich von 200-400 nm bieten. Es gibt sie in vier Maßen: 6, 15, 26 und 55 Liter. Alle UV-lichtbeständigen Fässer haben eine UN-X-Zertifizierung für feste und pastöse Stoffe und sind zu 100% aus HDPE hergestellt.
Wenn ein Fass von der Größe nicht mehr ausreicht, sind IBCs mittlerweile die wahren Cosmopoliten geworden. Diese „intermediären Massengutbehälter“, so die offizielle, wenn auch sperrige deutsche Bezeichnung, entstanden in einer Zeit konjunktureller Talfahrt, in denen neue Anforderungen an Just-in-Time-Logistik gestellt wurden. Die Schütz Werke in Selters im Westerwald kreierten 1975 unter der Bezeichnung Einwegcontainer den ersten IBC.
Aufgrund seiner Größe höchst flexibel im Einsatz und mit der Robustheit und Stapelbarkeit von ISO-Containern ausgestattet, schloss der IBC die Lücke zwischen den Gebinden Fass und Tankcontainer. Mittlerweile werden sowohl trockene als auch flüssige Massengüter bis zu 3000 Liter in diesen Packeinheiten, die sich überdies sowohl für Gefahrgut als auch für Nahrungsmittel eignen, zum Transport gebracht. Als Aufsatz dient eine integrierte Europalette. Je nach Konstruktion können mehrere Lagen IBCs übereinander gestaut werden.
Aufwändige Reinigung entfällt
Gegenüber dem herkömmlichen Edelstahlcontainer, der nach jedem Einsatz aufwändig gereinigt werden muss, kann beim IBC einfach die Polyethylen-Innenblase ausgewechselt werden. Im Hinblick auf die antistatische Ausrüstung für den Ex-1 geschützten Produktions- und Lagerbereich verfügt der IBC, der mit einem Stahlgitter umgeben ist, über identische Eigenschaftsprofile wie herkömmliche Edelstahlcontainer. Neu sind auch Auslaufarmaturen aus einem speziellen Kunststoff mit Teflon-Eigenschaften, deren Vorteil darin besteht, für jedes Füllgut geeignet zu sein.
Die Dichtungen sind aus dem gleichen Material, so dass in Zukunft Verwechslungen vermieden werden können und Auslaufsicherheit gewährleistet ist. Das ist vor allem für den Mehrfacheinsatz wichtig. Insbesondere im Bereich IBC wurden in der jüngsten Vergangenheit eine ganze Reihe an Entwicklungen getätigt. So hat beispielsweise die Mauser-Gruppe den Gefahrgutcontainer TC1000 Kombinations-IBC mit Innenbehälter aus Kunststoff und einer Stahlrohrgitter-Ummantelung (Tube Cage) vorgestellt.
Er besitzt ein Nennvolumen von 1000 oder 1250 Litern, kann je nach Anwendungsfall auch mehrfach eingesetzt werden und eignet sich für den sicheren Transport von Füllgütern der Verpackungsgruppe II und III, wie Schwefel-, Salpeter- und Salzsäure. Der neue Container erfüllt alle in den europäischen und UN-Standards vorgeschriebenen Leistungsmerkmale, darüber hinaus hat er die Schwingprüfung gemäß dem amerikanischen ASTMD-Standard für „Shipping Containers“ bestanden.
Der Innenbehälter wird optional mit einem Schieber-, Klappen- oder Kugelhahnventil ausgestattet, dessen Dichtungsmaterial vom Füllgut abhängt. Ableitfähige Ausführungen für besondere Anforderungen und Entnahmesysteme über Steigrohre sind ebenso Teil der Produktfamilie wie auch eine Lösung für Rückholung, Rekonditionierung und Wiederverwendung. Schütz aus Selters hat nicht nur ein neues Fass auf den Markt gebracht, sondern auch einen neuen IBC.
Der Ecobulk SX 1000 Wabenstruktur mit seinem Gitter geschützten Vollblechmantel erfüllt gleich drei wichtige Produktkriterien: Er verhindert elektrostatische Aufladungen ebenso wie die Beeinflussung des Füllgutes durch UV-Strahlen. Zudem verfügt er über einen deutlich verbesserten Schutz gegen Feuereinwirkung. Schütz produziert den Behälter in der Ex-Version nunmehr auch mit einer 225 mm großen Einfüllöffnung. Völlig neu ist die gestanzte Wabenstruktur des Außenmantels, die dem IBC zusätzlich eine deutlich verbesserte Stabilität verleiht.
Der Ecobulk SX ist problemlos in Ex-Zone 1 und 2 und somit auch für Füllprodukte mit einem Flammpunkt von weniger als 55°C einsetzbar. Der Container erfüllt damit die Auflagen der 2002 in Kraft getretenen, novellierten Transportverordnung. Matcon sieht sich nicht nur als reiner Lieferant von IBCs, sondern will eine Systemlösung für den gesamten Materialfluss anbieten. Im Mittelpunkt stehen IBCs, die vom Unternehmen in einer großen Vielfalt angeboten werden. Diese sind aus Stahl, Kunststoff oder aus flexiblen Materialien gefertigt.
Die Behälter stehen in mehreren Standardgrößen mit Kapazitäten von 300 bis 2500 Liter zur Verfügung. Sämtliche IBCs verwenden einen patentierten Verschlusskegel, der eine Ankopplung an die Matcon IBC-Entleerstationen ermöglicht. Sie sind das Herzstück jeder Anlage. In erster Linie ist der Verschlusskegel eine Vorrichtung zum Entleeren von Großbehältern. Bei richtiger Anwendung lassen sich damit auch die bekannten Probleme beim Durchfluss von Schüttgütern überwinden: beispielsweise Brückenbildung, Beschädigung, Entlüftung, Entmischung, Durchschießen.müh
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