Pumpen Erfolgreich ausgepumpt

Redakteur: Redaktion PROCESS

Was bei manchem Unternehmen ein Entlassungsgrund sein könnte, ist bei Ilmvac in Ilmenau eine Erfolgsmeldung: „Schon wieder das Nichts verkauft“. Jüngste Entwicklung des thüringischen Traditionsbetriebs, spezialisiert auf die Herstellung von Vakuumpumpen und -systemen, ist eine neue Generation von Unterdruckerzeugern für das chemische Labor.

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Was bei manchem Unternehmen ein Entlassungsgrund sein könnte, ist bei Ilmvac in Ilmenau eine Erfolgsmeldung: „Schon wieder das Nichts verkauft“. Jüngste Entwicklung des thüringischen Traditionsbetriebs, spezialisiert auf die Herstellung von Vakuumpumpen und -systemen, ist eine neue Generation von Unterdruckerzeugern für das chemische Labor.

Der europäische Markt für Vakuumpumpen wird als aussichtsreich eingestuft. Eine Studie der Unternehmensberatung Frost & Sullivan hat günstige Wachstumsaussichten prognostiziert. So sollen die Umsätze auf 1,1 Milliarden Dollar im Jahr 2007 steigen; im Jahr 2000 haben sie noch 723 Millionen Dollar betragen. Weitere Impulse liefern technologische Weiterentwicklungen. Bis 2007 soll der Markt laut Studie durchschnittlich um 5,7 Prozent wachsen.

„Die Hersteller reagieren auf die zunehmende Nachfrage bei leistungsfähigeren, wirtschaftlicheren, zuverlässigeren, wartungsärmeren und umweltfreundlichen Pumpen“, ergänzt Günter Frenzel, einer von drei Geschäftsführern beim thüringischen Vakuumspezialisten Ilmvac, die Studie. Auch bei Ilmvac dreht sich alles um das Vakuum. Frenzel weiß:

„Das Nichts beflügelt die Leistungen unserer Mitarbeiter. Denn sie haben die neue Konkurrenzsituation nach der Wende 1989 kennen gelernt und sich darauf eingestellt“, und fährt fort: „Zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit und des Wachstums setzen wir kontinuierliche Forschung und Entwicklung ein, der Kundenservice wird ständig verbessert, und die Herstellungskosten werden durch verbesserte Verfahren verringert.“

Auf neuen Wegen

In Ilmenau ist jetzt eine neue Generation von Unterdruckerzeugern für das chemische Labor entstanden. Mit den Membranpumpen und den „Labor-Vakuum-Systemen professional“ will das Unternehmen neue Wege gehen. „Unser System erlaubt es, dass wir drei Jahre Garantie zur Erzeugung des Nichts geben“, betont Frenzel. „Sämtliche Verschleißteile - außer Glas - sind in der Garantie inbegriffen. Und das auch für die chemieresistenten Membranpumpen und Laborvakuumsysteme.

Fast alle Chemikalien, welche die Funktionsteile der Pumpe attackieren, können unseren Pumpen nichts anhaben.“ Die chemieresistenten Membranpumpen können drehzahlgeregelt oder mit Managementsteuerung in dreistufiger Ausführung geliefert werden. Das Saugvermögen liegt zwischen 0,5 und 4,5 m3/h je nach Ausführung. Der Enddruck ist kleiner als 2 mbar. Die gasführenden Teile sind aus kohlefaserverstärktem PTFE-Teflon.

Die Flachmembran ist als Sandwichmembran angelegt. Sie besteht aus einer Gummimischung plus Teflonfolie. Eine neue Technologie bei der Verbindung beider Stoffe erlaubt Betriebszeiten, die mehr als 10 000 Stunden betragen. Die äußere Druckplatte besteht aus einem formbeständigen Aluminium-Druckgusskopf. „Dadurch haben wir die Stabilität der Anschlussköpfe verbessert und gleichzeitig eine hohe Reproduzierbarkeit der Feststellkraft erreicht“, erläutert Entwicklungsleiter Winfried Stephan. Damit könne das Fliesen der Teflonköpfe vermieden werden.

Als besonderes Merkmal sieht Stephan den Erfolg bei den Betriebsgeräuschen. „Es ist uns gelungen, den Geräuschpegel unter 41 Dezibel zu senken“, berichtet Stephan. Die Schraubverbindungen sind gut zugänglich, was nicht nur die Bedienung erleichtert, sondern auch den schnellen Wechsel bei der Arbeit im Labor vereinfacht. Die Membranpumpe ist abnehmbar und als Einzelpumpe einsetzbar.

Alle Versorgungsfunktionen und die Steuerung sind in einer Mediensäule untergebracht. Säule und Grundplatte passen in die üblichen Labormöbel. Sie sind aus Edelstahl gefertigt und mit einer laugen- und säurefesten Beschichtung versehen. Alle Bauteile sowie die Verschaltung unterstehen einem ganzheitlichen Bedien- und Anpassungskonzept. Entsprechend sind sie leicht zugänglich angeordnet.

Einschalten und loslegen

In den Systemen arbeitet der Controller VCZ 424, eine Weiterentwicklung des VCZ 324. „Wir haben uns für eine Plug-and-Pump-Bedienung entschieden; einfach einschalten und loslegen, deshalb sind nur die erforderlichen Parameter freigeschaltet“, betont Stephan. Verwechslungen bei der Bedienung können so weitgehend ausgeschlossen werden. „Die Freischaltung weiterer Parameter ist auf Kundenwunsch möglich“, ergänzt Stephan.

Der Controller regelt über ein Magnetventil in der Saugleistung, die Drehzahl oder den intelligenten Stand-by-Betrieb den Druck in der Membranvakuumpumpe. Mit „ilmvac-control“ wurde eine neuartige Visualisierungssoftware entwickelt. Sie ermöglicht die Bedienung auch über einen PC. Parameter wie Druck, Zeit, Kühlwasser und Prozessverlauf lassen sich dadurch verfolgen und dokumentieren, was die Nachweise erleichtert.

Die Vakuumpumpenserie lässt sich an die unterschiedlichen Anforderungen anpassen und mit oder ohne Emissionskühler betreiben. Alle angebauten Glasteile sind mit einer lösungsmittelbeständigen transparenten Schutzschicht aus Kunststoff beschichtet. So können die Vorgänge im Inneren beobachtet werden. Außerdem dienen sie dem Implosions- und Berstschutz.

Die Pumpe ist jeweils als separate Baugruppe montiert. Dadurch sei der Austausch mit ein paar Handgriffen möglich, so Stephan. Wartungsarbeiten werden erleichtert - „und den Service liefern wir in den ersten drei Jahren gratis dazu“, betont Frenzel. Dabei ist das System „besonders freundlich, wenn man an die Kostenseite denkt“, ergänzt Frenzel.

Denn es ist mit allen Pumpen einsetzbar. Meistens ist noch gar nicht bekannt, wie sich die Anwendungen in den nächsten drei Jahren entwickeln, aber „das ist kein Problem für unsere Anwender; sie haben Sicherheit für die Zukunft“, betont Frenzel. Mit den Ilmvac-Systemen sei und bleibe der Anwender variabel - ganz egal, welche Anforderungen auf ihn zukommen.

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